28 000 Unterschriften gegen Oscar-Hoffnung

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Gegen die polnische Oscar-Hoffnung „Ida“ von Regisseur Pawel Pawlikowski gibt es im eigenen Land Proteste. Eine nationalkonservative Stiftung hält den in Schwarz-Weiß gedrehten Film über eine junge Nonne in den Sechzigerjahren, die kurz vor dem endgültigen Gelübde von ihrer jüdischen Herkunft erfährt, für antipolnisch.

„Ida“ gilt als einer der größten Kinoerfolge des Landes seit Jahren: Mit dem Europäischen Filmpreis ausgezeichnet, in zwei Kategorien für den Oscar nominiert. Doch mit einer Petition an das Polnische Institut für Filmkunst haben schon 28 000 Menschen eine Nachbesserung gefordert. Andernfalls könnten Zuschauer in westlichen Ländern fälschlicherweise den Eindruck gewinnen, dass Polen für die Verbrechen an Juden im Zweiten Weltkrieg verantwortlich gewesen seien. Denn die Eltern der Nonne werden im Film während der deutschen Besatzung von einem polnischen Nachbarn getötet. Von den Deutschen sei aber mit keinem Wort die Rede, kritisieren die Unterzeichner der Petition.

Der Historiker Marcin Zaremba konnte in der Zeitung „Gazeta Wyborcza“ die Kritik nicht nachvollziehen: In dem Film gehe es um die Suche nach Identität, nicht darum, jemanden anzuklagen. „Nicht jeder Film muss ein Lehrbuch über die Geschichte sein.“ Kino konzentriere sich auf Helden, Psychologie und die menschliche Dimension der Geschichte.  dpa

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