„Juno war eine totale Niete“

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Geschneit hat es schon: Boston stand einen Tag lang still. afp

Schnee ohne chaos in den USA . Boston – Bei vielen Deutschen, die im Nordosten der USA leben, meldeten sich in den letzten Tage besorgte Verwandte oder Freunde aus der Heimat und fragten: „Geht es Euch gut?

Seid Ihr eingeschneit?“ Die Antwort lautete dann meist: „Ja, alles okay. Es schneit, aber es ist schließlich Winter“.

Der vom kommerziellen Wettersender The Weather Channel auf den Namen „Juno“ getaufte Wintersturm brachte zwar Schneemassen und heftige Winde: In Boston fielen bis gestern mehr als 60 Zentimeter. Der Nahverkehr fiel aus, die Stadt stand einen Tag lang still. Aber von einem „historischen“ oder „extrem gefährlichen“ Unwetter konnte keine Rede sein.

Vor allem in der Weltstadt New York lösten die drastischen Warnungen Kritik aus. Erstmals in seiner 110-jährigen Geschichte wurde das U-Bahn-System stillgelegt. Auf den Straßen herrschte Fahrverbot. Doch die weißen Flocken fielen nur maßvoll. „Juno ist eine totale Niete“, schrieb die „New York Post“. Die Zeitung beschuldigt Politiker der Panikmache vor einer vermeintlichen „Schneeapokalypse“. Die wiederum zeigen mit dem Finger auf die Meteorologen. Die auf ihre Computer.

Und am Ende bekommen gar die Europäer die Schuld. Deren Prognosemodell habe versagt, meinten viele Experten, die meist vier verschiedene Modelle für ihre Vorhersagen heranziehen. Tatsächlich lag das amerikanische Modell viel näher an der Wahrheit. Sie sah den heftigen Schneefall in Neuengland voraus, ließ aber Großstädte wie New York und Philadelphia glimpflich davonkommen. Doch am Ende setzte die Behörde vorsichtshalber auf das Worst-Case-Szenario. Auch viele Medien vernachlässigten die konservativeren Prognosen und starteten ihre Sondersendungen, bevor die erste Flocke gefallen war. Und die Politiker ließen sich von den Berichten anstecken.

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