Hochwasserlage spitzt sich dramatisch zu

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- München/Wien (dpa) - In den Hochwassergebieten im Süden Bayerns sowie in Österreich hat sich am Dienstagmorgen die Lage weiter verschärft. Nach Garmisch-Partenkirchen wurde am Morgen auch in Kempten Katastrophenalarm ausgelöst.

"Das totale Chaos ist erst im Laufe des Vormittags zu erwarten", sagte eine Polizeisprecherin.

Auch im Westen Österreichs hat sich nach sintflutartigen Regenfällen die Hochwasserlage weiter verschärft. Besonders betroffen sind der Tiroler Außerfern und das Kleinwalsertal sowie der Bregenzerwald in Vorarlberg. In einigen Tiroler Orten wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Beobachter vor Ort sprachen von "gewaltigen Überflutungen".

Im Raum Garmisch war am Montagabend nach anhaltenden Regenfällen Katastrophenalarm ausgelöst worden. Der Gemeindebereich Eschenlohe wurde evakuiert. Dort hat das Hochwasser einen höheren Pegelstand erreicht als beim Jahrhunderthochwasser an Pfingsten 1999. Seit Mitternacht ist nach Angaben des Polizeipräsidiums Oberbayern der südliche Teil von Partenkirchen überflutet. Zahlreiche Keller wurden überschwemmt, Straßen mussten gesperrt werden. Der Zugverkehr von München Richtung Garmisch-Partenkirchen ist auf unbestimmte Dauer unterbrochen, zahlreiche Straßen sind gesperrt. In der Nacht waren mehr als 700 Helfer von Feuerwehr, THW, Bundeswehr, BRK und Polizei im Einsatz.

Auch im Allgäu meldete die Polizei "teilweise Land unter". Neben Kempten, wo die Iller bereits übertrat, seien auch Immenstadt und Sonthofen im Landkreis Oberallgäu betroffen. Die B 19 musste zwischen Martinszell und Immenstadt sowie zwischen Sonthofen und Oberstdorf gesperrt werden. Balderschwang an der Grenze zu Österreich war nach Murenabgängen völlig abgeschnitten und konnte nur noch aus der Luft erreicht werden. Das Kleine Walsertal war ebenfalls für den Verkehr gesperrt. In Kempten wurden Autobesitzer aufgefordert, ihre Autos in Sicherheit zu bringen.

Eine 19-Jährige wurde leicht verletzt, als sie auf der B 310 zwischen Wertach und Unterjoch im Allgäu mit ihrem Wagen ins Schleudern geriet. Das Auto stürzte in eine überflutete Wiese und versank mit dem Dach nach unten bis zu den Reifen. Ein Lastwagenfahrer, der den Unfall beobachtet hatte, alarmierte einen Bekannten und zog das Auto aus dem Wasser. Die 19-Jährige überlebte in der Luftblase im Wagen.

Im österreichischen Bundesland Vorarlberg hat sich die Situation in der Nacht gefährlich zugespitzt. Im Kleinwalsertal kam es zu unzähligen Murenabgängen und Bachüberflutungen. Im Bezirk Feldkirch waren über 1000 Feuerwehrleute im Einsatz. Unterspült wurden auch Teile des Streckennetzes der Österreichischen Staatsbahnen ÖBB. Der Zugsverkehr in Vorarlberg wurde am Dienstag eingestellt. Auch die Rheintalautobahn A 14 wurde zum Teil gesperrt.

Meteorologen warnen vor weiteren Regenfällen. Zu erwarten sei teils heftiger Dauerregen mit bis zu 100 Litern pro Quadratmeter, sagte Jörg Kachelmann vom Wetterdienst Meteomedia. Erst am Dienstagnachmittag könnte die Niederschläge nachlassen. "Es ist dramatisch, was passiert, und es kann gebietsweise katastrophenartige Ausmaße annehmen", sagte Kachelmann.

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