Vermisstenfälle

Vermisste Kinder: Einige Fälle sind mysteriös

  • Rebecca Röhrich
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Aktuell werden in Hessen über hundert Kinder vermisst. Die Fälle sind zum Teil seit Jahren offen. So auch das mysteriöse Verschwinden eines Mädchens aus Kelkheim.

  • Mehr als 130 Kinder bis 13 Jahre gelten in Hessen als vermisst
  • Eine Vermissten-Fahndung kann mehr als 30 Jahre aktiv bleiben
  • Ein großer Teil der vermissten Kinder aus Hessen sind minderjährige Geflüchtete

Hessen – Es ist der Albtraum aller Eltern. Das eigene Kind verschwindet plötzlich spurlos und taucht nie wieder auf. So wie im Fall der vermissten Annika aus Kelkheim. Im Jahr 1996 wollte die damals Elfjährige nur schnell zum Zoogeschäft, um etwas für den Hund kaufen, den sie zum Geburtstag bekommen hat. Doch dort kommt das Mädchen nie an und ist seitdem spurlos verschwunden. 

Vermisst: Tragische Einzelschicksale bewegen auch die Ermittler in Hessen

Auch wenn es unglaublich klingt, aber aktuell gelten in Hessen 137 Kinder bis 13 Jahre als vermisst. Und so wie im Fall von Annika aus Kelkheim ist auch Jahrzehnte später bei ein paar von ihnen unklar, was mit ihnen geschehen ist. Regelmäßig veröffentlicht das Landeskrimialamt (LKA) in Wiesbaden über den aktuellen Vermisstenstand und liefert zugleich eine beruhigende Statistik: 

  • Rund die Hälfte der vermissten Kinder taucht nach der ersten Woche wieder auf.
  • Rund 80 Prozent der Vermisstenfälle sind nach einem Monat aufgeklärt.

Vermisste Kinder in Hessen: Fahndung kann bis zu 30 Jahre bestehen bleiben

Aber drei Prozent der Vermisstenfälle in Hessen bleiben auch nach über einen Jahr unaufgeklärt. Diese Kinder bleiben spurlos verschwunden und hinterlassen Eltern in qualvoller Ungewissheit. Und auch die Ermittler lässt so ein Vermisstenfall wie beispielsweise der von Annika aus Kelkheim nicht los. Noch heute, 18 Jahre später, ist die Akte nicht geschlossen. Die Fahndung bleibt bis auf Widerruf für 30 Jahre oder länger bestehen. Eine Verpflichtung zur Löschung einer Vermisstenfahndung gibt es nicht.

Vermisst: Eltern zwischen Hoffnung und Verzweiflung

Der Fall der vermissten Annika bleibt tragisch. Noch am Morgen des Verschwindens hatte die Mutter einen Lottogewinn eingelöst. Sie wird nie erfahren, was mit ihrer Tochter geschehen ist. Sie starb zwölf Jahre nach dem Verschwinden ihres Kindes. Im Jahr 2008 sorgte eine Zeugenaussage kurz für einen Hoffnungsschimmer, dass sich der Fall doch noch aufklären könnte. So will ein Bekannter der Familie Annika am Grab der Mutter gesehen haben. Sie soll die Grablichter mehrfach ausgetauscht haben. Doch damals wurde nur eine männliche DNA am Grablicht gefunden.

Vermisste Kinder in Hessen: Der Fall von Annika aus Kelkheim bewegt ganz Deutschland

Sofern keine Straftat vermutet wird oder sich keine Gefahr für die Gesundheit des vermissten Kindes erkennen lässt, bleibt eine Fahndung laut LKA in Hessen nur solange im System der Ermittler, bis die Volljährigkeit der betroffenen Person erreicht ist. 

Bei den seit dem Jahr 2015 neu erfassten Vermisstenfällen in Hessen handelt es sich nach Angaben der Ermittler überwiegend um unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Es werde angenommen, dass diese sich aus ihrer in Hessen zugewiesenen Einrichtung entfernt haben, um in andere EU-Staaten weiterzureisen.

Hessen: Kleinkind und Mutter gelten seit Januar 2019 als vermisst

Immer noch aktuell sei zudem der Vermisstenfall eines fünf Monate alten Kleinkindes und seiner Mutter aus Homberg in Hessen, teilte das Landeskriminalamt mit. Die beiden werden seit Januar 2019 vermisst. Aufgrund der näheren Umstände des Verschwindens könne ein Verbrechen nicht ausgeschlossen werden. Das Ermittlungsverfahren sei bei der Staatsanwaltschaft Kassel anhängig. Der Vermisstenfall des britischen Mädchens Maddie hat ganz Europa bewegt. Nach über einem Jahrzehnt vergeblicher Suche führt plötzlich eine heiße Spur nach Deutschland.

Auch Minderjährige, die älter als 13 Jahre sind, werden in Hessen regelmäßig als vermisst gemeldet. Zuletzt schlug ein Fall aus Frankfurt hohe Wellen, bei dem zwei Teenager aus einer Jugendpsychiatrie verschwanden und erst nach einem Tag und 500 Kilometer von der Heimat entfernt wieder auftauchten.

Rebecca Röhrich

Seit mehr als einem Jahr wird die 15-jährige Rebecca Reusch vermisst. Die Polizei befürchtet das Schlimmste. Nun sorgt ein skurriles Facebook-Profil für Wirbel. Erst seit Kurzem gilt hingegen ein 16-Jähriger aus Frankfurt als vermisst. Die Suche der Eltern läuft auf Hochtouren. In einem anderen Fall aus Frankfurt ist es umgekehrt: Die Tochter sucht verzweifelt ihren verschwundenen Vater

Rubriklistenbild: © Archivbild: Jens Wolf/dpa

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