Haustiere und Gesundheit: Mehr Nutzen als Schaden

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Macht glücklich und hält fit: Haustier Hund.   dpa

Hannover – Für die meisten Menschen sind Haustiere vollwertige Familienmitglieder: Kuscheln mit ihnen gehört dazu – und manchmal sitzt der Hund sogar auf dem Sofa oder die Katze schläft mit im Bett.

Jedoch sollten besonders kleine Kinder und Menschen mit geschwächtem Immunsystem es bei den Zärtlichkeiten mit ihren vierbeinigen Lieblingen nicht übertreiben, um kein gesundheitliches Risiko einzugehen. Aus Expertensicht ist Küssen verboten – und auf Streicheleinheiten sollte stets sorgfältiges Händewaschen folgen.

Am Freitag diskutieren Fachleute aus Wissenschaft und von Behörden bei einer Tagung an der Tierärztlichen Hochschule Hannover (Tiho) über mögliche Gesundheitsgefahren, die von Haustieren ausgehen können. In Deutschland sei im Zusammenhang mit Heimtieren der Erreger Toxoplasma gondii wohl am gefährlichsten, sagt Tierarzt Wilking. „Bei Menschen, deren Immunsystem supprimiert ist, kann eine solche Infektion unter Umständen sehr schwer verlaufen.“ Die Katze ist der Wirt dieses Parasiten. Menschen können sich direkt bei den Katzen anstecken oder wenn sie mit dem Erreger kontaminiertes Fleisch essen.

Problematisch ist eine Neuerkrankung mit Toxoplasma gondii während der Schwangerschaft. Nach einer RKI-Studie machen jährlich etwas mehr als 4000 schwangere Frauen eine Toxoplasmose durch, über 300 Neugeborene kommen mit klinischen Symptomen der Krankheit zur Welt. Zudem erhöhten Katzen einer anderen RKI-Studie zufolge mehr noch als Hunde das Risiko für eine Borreliose-Infektion. „Die Katzen nehmen die Zecken draußen auf, und sie übertragen sich zum Beispiel beim Schmusen.“

Durch Reptilienhaltung haben laut RKI auch Salmonellen-Infektionen bei Babys und Kleinkindern zugenommen, weil die Mehrheit von Schlangen, Geckos oder Bartagamen den Erreger ausscheiden. Er löst starke Durchfallerkrankungen aus.

Das Risiko von durch Nager übertragene Zoonosen sei dagegen relativ gering, so die Experten.

Sollte man wegen der Infektionsgefahren Haustiere komplett abschaffen? „Auf gar keinen Fall“, betont der Experte. Untersuchungen hätten den gesundheitlichen Nutzen für die Besitzer belegt. Haustierhalter haben demnach eine höhere Lebenszufriedenheit, sie bewegen sich mehr – allein schon wegen des Gassigehens und des Kümmerns – und sie haben auch mehr soziale Kontakte.

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