Hartmann immer mehr unter Druck

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Michael Hartmann

Zwei Zeugen bestätigen Edathys Version über seinen Informanten. Berlin – Nach neuerlichen Zeugenbefragungen im Edathy-Untersuchungsausschuss sieht die Opposition den SPD-Abgeordneten Michael Hartmann zunehmend unter Druck.

Zwei ehemalige Büroleiter von Sebastian Edathy bestätigten nach Teilnehmerangaben dessen Aussage, derzufolge er von seinem Parteikollegen Hartmann über die BKA-Ermittlungen gegen ihn informiert worden sei. Hartmann bestreitet hingegen, Edathy unterrichtet zu haben. „Es wird für Herrn Hartmann immer enger“, sagte die Grünen-Abgeordnete Irene Mihalic.

Edathy hatte vor dem Ausschuss gesagt, er habe bereits Ende 2013 mit Vertrauten über seinen Fall gesprochen und dabei auch seinen Kontakt zu Hartmann erwähnt. Nach Einschätzung der Vertreter von Union, Grünen und Linkspartei verlieh die Aussage der Büroleiter in nichtöffentlicher Sitzung der Darstellung Edathys zusätzliche Glaubwürdigkeit.

„Die Aussage von Sebastian Edathy ist glaubwürdig, die von Michael Hartmann nicht“, sagte Mihalic. Auch der CDU-Abgeordnete Armin Schuster sagte, Hartmanns Aussage sei „immer schwerer zu halten“. Dem Ausschuss seien inzwischen dermaßen viele Details berichtet worden, dass es nicht mehr vorstellbar sei, Edathy habe sich seine Version der Ereignisse ausgedacht.

Nach Angaben der Ausschussmitglieder sagten die beiden früheren Edathy-Mitarbeiter in der Sitzung aus, dass sie keinen Kontakt mehr zu ihrem früheren Chef hätten. Ihrer Schilderung zufolge sei Edathy in einem emotionalen Ausnahmezustand gewesen, nachdem er – wie jedenfalls von ihm selbst behauptet – im November 2013 von Hartmann über die Ermittlungen informiert worden sei. Edathy habe „emotionale Wechselbäder“ erlebt und Furcht vor dem Ruin seiner politischen Karriere gehabt.

In öffentlicher Vernehmung bestätigte der rheinland-pfälzische LKA-Präsident Wolfgang Hertinger mehrere Anrufe Hartmanns bei ihm. Bei den Telefonaten Anfang vergangenen Jahres habe Hartmann ihn zur Einstufung kinderpornografischen Materials befragt. Dabei habe der SPD-Abgeordnete aber nicht nach dem Namen Edathy gefragt. Hertinger sagte, er sei „konsterniert“ über Hartmanns Anruf gewesen.

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