Gute Noten für deutsche Badeseen

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Sommer, Sonne, Badespaß. Schon jetzt lockt so manchen der Badesee. In Deutschland kann man fast überall bedenkenlos planschen. Am besten ist die Wasserqualität in Europa laut einem neuen EU-Bericht in Luxemburg, Malta und Zypern.

Aktueller EU-Bericht zur Qualität der gewässer

Kopenhagen – „Pack’ die Badehose ein“ – der Sommer kann kommen. Denn die Badestellen in Deutschland haben wieder gute Bewertungen bekommen. Ob See, Fluss oder Meer – fast überall zwischen Westerland und Bodensee können sich Schwimmbegeisterte bedenkenlos in die Fluten stürzen.

Der gestern in Kopenhagen vorgestellte Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA gibt Hinweise, wo es sich in diesem Sommer besonders gut baden lässt – auch wenn die Daten aus der vergangenen Saison stammen. 98 Prozent der 2287 untersuchten deutschen Badestellen erfüllten demnach die EU-Mindeststandards für Badewasser-Qualität. Die meisten von ihnen wurden sogar als „ausgezeichnet“ eingestuft.

Insgesamt verbesserte sich die Wasserqualität in Deutschland erneut leicht. Die Wasserqualität der Badegewässer im Freistaat ist laut Bayerischem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit in über 90 Prozent ausgezeichnet, darunter etwa der Ammersee und der Tegernsee. Auch anderswo können die Europäer unbekümmerter schwimmen als noch vor einigen Jahren. Von den fast 22 000 untersuchten Badestellen in den EU-Ländern plus Albanien und der Schweiz schnitten nur 306 schlecht ab.

Wen es im Urlaub beispielsweise ans Mittelmeer zieht, der sollte sich Malta oder Zypern anschauen: Hier sowie in Griechenland und Kroatien lässt sich besonders unbesorgt planschen. „Im Mittelmeer-Raum ist die Wasserqualität besser als in Nordeuropa“, sagt EEA-Experte Peter Kristensen. Das liege auch daran, dass es im Sommer weniger regne. Außerdem sei das Wasser tiefer, und das starke Sonnenlicht töte Bakterien ab. Geprüft wurde das Badewasser vor allem auf zwei Darmbakterien: E-coli und Darm-Enterokokken.

Wer besonders auf Nummer sicher gehen will, der sollte nach Luxemburg fahren. Hier bekamen alle zwölf untersuchten Badestellen Bestnoten. In Frankreich, Italien und Spanien sah es nicht ganz so gut aus – allerdings gebe es dort auch einfach besonders viele Strände, gibt Kristensen zu bedenken. Vorsichtig sollten Urlauber in Estland sein, wo 7,4 Prozent der Badestellen als mangelhaft bewertet wurden. Auch in Irland (4,9 Prozent) und in Großbritannien (3,3 Prozent) badet sich nicht ganz so sorglos.

Nur an wenigen Stellen in Deutschland sollten Badenixen vorsichtig sein: Acht Gewässer fielen bei den Testern durch – zum Teil welche, die eine Saison zuvor noch als gut eingestuft worden waren. Den Stempel „mangelhaft“ bekamen zwei Badestellen in Bayern – am Satzdorfer See in Runding (Landkreis Cham) und am See Freigericht-Ost bei Kahl am Main. In Brandenburg erwischte es die Spreelagune in Lübben, in Hessen das Südufer des Werratalsees. In Baden-Württemberg sollte man am Goldscheuer-Badesee in Kehl vorsichtig sein, in Sachsen an der Blauen Adria in Bautzen und in Sachsen-Anhalt am Strandbad Reinsdorf.

Bereits zum zweiten Mal in Folge schlecht bewertet wurde die Ostsee-Badestelle in Tremt, am Strelasund zwischen Stralsund und der Insel Rügen. Hier gibt es in diesem Jahr ein Badeverbot. Eine erste Messung der Wasserqualität Mitte Mai zeigte laut örtlichem Gesundheitsamt allerdings keine bedenkliche mikrobiologische Belastung.

Welche Ursachen die schlechte Wasserqualität an einzelnen Stellen hat, listet der EU-Bericht nicht auf. „Der häufigste Grund sind schwere Regenfälle und Gewitter, die die Kanalisation überfließen lassen“, sagt Kristensen. Nur sehr selten werde verschmutztes Wasser direkt in Seen oder ins Meer geleitet. „An kleinen Seen können auch viele Vögel der Grund sein“, meint der Experte. Ihr Kot könne das Wasser genauso verunreinigen wie der von Hunden, die am Wasser laufen gelassen werden.

Hat die EEA eine Badestelle mit „mangelhaft“ bewertet, liegt die Wahrscheinlichkeit laut Kristensen bei etwa eins zu zehn, dass man sich beim Baden eine Infektion einhandelt. Die Behörden sollten für diese Gewässer in der neuen Saison ein Badeverbot verhängen oder zumindest vom Baden abraten, sagt er. Außerdem sollten sie herausfinden, woher die jeweilige Verunreinigung stammt und etwas dagegen tun. Das sei in Deutschland auch an mehreren Badestellen schon passiert. Wird ein Badegewässer fünfmal hintereinander als mangelhaft klassifiziert, sollte ein dauerhaftes Verbot ausgesprochen werden.

Doch was, wenn ausgerechnet der See vor der Haustür schlechte Bewertungen bekommen hat – und es keine Alternative in Reichweite gibt? „Dann sollte man besser nicht nach starkem Regen baden“, rät Kristensen.

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