Zum Glück ein rundes Dach

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- Waldkraiburg (zip) - Viele Tote und Verletzte hat der Einsturz der Bad Reichenhaller Eissporthalle gefordert. Die Katastrophe wirft viele Fragen auf, vor allem, wie sie hätte vermieden werden können.

Die Verantwortlichen der Waldkraiburger Sporthallen geben derweil Entwarnung: "Unsere Hallen sind sicher!"

Die Unglücksmeldung erreichte Stefan Munding am Montag gegen 19 Uhr. Via Fernsehen erfuhr der technische Leiter der Waldkraiburger Stadtwerke von dem Unglück in Bad Reichenhall. Sofort alarmierte er den Eismeister des Waldkraiburger Eisstadions: "Ist bei uns alles okay? Wie viel Schnee liegt im Moment auf dem Dach?"

Manfred Brenninger vom Bau- und Betriebsservice der Stadt Waldkraiburg erklärt: "Ein Gebäude muss verschiedene Lasten tragen können: Schneelast, Eigenlast, Verkehrslast, Windlast und Soglast." Die jeweiligen Belastungsgrenzen würden von einem Statiker berechnet, der - wenn es sich um öffentliche Gebäude handelt - zusätzlich von den Berechnungen eines Prüfstatikers kontrolliert werde. Zudem gebe es gerade in Deutschland unzählige Vorschriften, die beim Bau eines Hauses beachtet werden müssten.

Das Problem: Hinterher, wenn das Bauwerk einmal steht, unterliegt zumindest die Gebäudehülle keiner Prüfpflicht mehr.

Hätte ein Unglück wie das jüngst in Bad Reichenhall geschehene also überall, auch in Waldkraiburg, passieren können?

Das Waldkraiburger Eisstadion werde laufend geprüft, versichert Munding: "Der TÜV kontrolliert die Anlage und den Einbau, die Feuerwehr die Brandschutzmaßnahmen." Jedes Frühjahr finde darüber hinaus eine Gebäudebegehung statt - "aus Eigennutz". Denn: "Wir sparen mehr, wenn wir regelmäßig kontrollieren und Mängel feststellen, bevor sie zu richtigen Schäden werden."

Die nächste größere Reparatur, die dem in den 70er- Jahren entstandenen Eisstadion ins Haus steht, ist die Sanierung der Eisfläche. 480 Rohre werden dabei ausgetauscht.

Für das Dach des Stadions geben sowohl Munding als auch Waldkraiburgs Zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer Entwarnung: Das Dach sei durch seine runde Bauweise ohnehin nicht gefährdet, der Schnee könne problemlos abrutschen.

Aber auch für die Waldkraiburger Flachdächer - um genau solch eine Konstruktion handelte es sich bei dem eingestürzten Dach in Bad Reichenhall - bestehe keine Gefahr. Jungbauer: "Unsere Hallen halten in jedem Fall Stand. Wir haben ja bei weitem nicht die Schneehöhen wie in Reichenhall. Außerdem besitzen die meisten unserer Flachdächer Neigungen, die ein Abfließen des Schnees begünstigen." Nur zur Sicherheit habe er eine Inspektion der betreffenden Hallen angeordnet, die Auffälligkeiten, die sich aufgrund der Schneelast ergeben könnten, feststellen sollen.

Horst Pitter, Präsident des EHC Waldkraiburg, ist über den Einsturz der Reichenhaller Eishalle fassungslos: "Wir haben jahrelang in Liga- und Freundschaftsspielen in diesem Stadion gespielt. Es war immer in tollem Zustand, eine super Halle!" Ein unbehagliches Gefühl, wenn er künftig die Waldkraiburger Halle betritt, hat er deshalb aber nicht: "Wir haben ja zum Glück ein rundes Dach!"

(Weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie auf Seite 9.)

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