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In Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft

Geflüchtete Ukrainerin (18) von zwei Männern vergewaltigt

Auf dem Hotelschiff „Oscar Wilde“ am Rheinufer wurde die Ukrainerin missbraucht.
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Auf dem Hotelschiff „Oscar Wilde“ am Rheinufer wurde die Ukrainerin missbraucht.
  • Kathrin Braun
    VonKathrin Braun
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Eine junge Ukrainerin wird nach ihrer Flucht in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft von zwei Männern afrikanischer Abstammung vergewaltigt. Der Fall löst Entsetzen aus - und auch eine Debatte über Aufnahme-Konzepte.

München – Sie suchte in Deutschland nach Sicherheit und erfuhr stattdessen Unvorstellbares: Eine 18-jährige Ukrainerin wurde in einer Flüchtlingsunterkunft in Düsseldorf zweimal hintereinander vergewaltigt. Die mutmaßlichen Täter sind 26 und 37 Jahre alt, bestätigt die Polizei Düsseldorf gegenüber unserer Zeitung. Ihre Staatsangehörigkeiten seien noch ungeklärt. „Wir können aber bestätigen, dass die Verdächtigen nigerianischer und tunesischer Herkunft sind“, so Sprecher Raimund Dockter.

Das Verbrechen ereignete sich am 6. März auf einem Hotelschiff, in dem derzeit etwa zwei Dutzend Geflüchtete beherbergt werden. Die „FAZ“ berichtet, dass die Ukrainerin erst von dem jüngeren Mann tunesischer Abstammung vergewaltigt wurde. Als sie sich danach dem älteren Mann anvertraute, lockte sie dieser in sein Zimmer und missbrauchte sie ebenfalls.

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Nach „Bild“-Informationen sei die Frau wieder nach Polen gereist, weil sie sich in Deutschland nicht sicher fühlt. Demnach sollen beide Tatverdächtigen auch die ukrainische Staatsbürgerschaft besitzen. Die Polizei Düsseldorf konnte diese Infos gegenüber unserer Zeitung nicht bestätigen.

Klar ist aber, dass die Männer ebenfalls als Geflüchtete auf dem Schiff untergebracht waren. Inzwischen sitzen sie in Untersuchungshaft.

Der Fall sorgt für Aufregung. Teile der AfD fordern, dass alle über die Ukraine einreisenden Drittstaatler zurückgewiesen werden sollen. Innenministerin Nancy Faeser (SPD) stellte hingegen klar, dass es keine stationären Grenzkontrollen an der deutschen Grenze geben werde. Dafür gebe es keine rechtliche Grundlage. Die EU biete auch Menschen ohne ukrainische Staatsbürgerschaft Schutz, wenn sie wegen des Studiums, der Arbeit oder bereits als Flüchtlinge in der Ukraine lebten.

Ukraine-Krieg: Es kommen vorwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen

Diese Gruppe mache laut Bundespolizei bislang sechs Prozent der Ankommenden aus. Faeser betont, aus der Ukraine kämen vorwiegend Frauen, Kinder und ältere Menschen. Zudem würden Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine inzwischen schneller nach ihrer Einreise registriert. Wer in Erstaufnahmeeinrichtungen aufgenommen wird, werde dort erfasst. Bislang wurden 175 000 ukrainische Flüchtlinge in Deutschland registriert. Weil es an der Grenze zu Polen aber keine lückenlosen Kontrollen gibt, liegt die tatsächliche Zahl wohl deutlich höher. Registrieren müssen sich Ukrainer erst nach 90 Tagen oder wenn sie früher staatliche Leistungen beantragen.

Laut Raimund Dockter von der Polizei Düsseldorf habe es schon vermehrt Fälle gegeben, bei denen sich „Personen nordafrikanischer Abstammung“ als ukrainische Staatsbürger ausgeben. Dem bayerischen Innenministerium liegen hingegen keine solche Erkenntnisse vor, sagt ein Sprecher auf Anfrage.

CSU-Dobrindt fordert sofortiges Handeln

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt, der selbst erst kürzlich mit Geflüchteten an der polnisch-ukrainischen Grenze sprach, sagt: „Der Schutz der ukrainischer Frauen und Kinder gerade auch vor sexueller Ausbeutung und sexueller Gewalt ist jetzt die dringendste Aufgabe.“ Man brauche ein „geordnetes Verfahren zur Registrierung, Unterbringung und Versorgung“. Der Düsseldorfer Fall zeige, dass sofort gehandelt werden muss. Die Behörden müssten Unterkünfte beaufsichtigen und mit einer „getrennten Unterbringung“ für den Schutz von Frauen und Kindern sorgen.

Auch Migrationsforscherin Petra Bendel meint, dass der Schutz der Flüchtlinge aktuell besonders wichtig sei, „da wir überwiegend mit Frauen und Kindern zu tun haben“. Sie würden bei der Flucht oftmals in „Abhängigkeitsverhältnisse“ geraten, bei denen sie Gewalt erfahren. In Unterkünften brauche man deshalb spezielle Schutzkonzepte und qualifiziertes Personal