Forscher: Turiner Grabtuch nicht als Fälschung entlarvt

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Das Turiner Grabtuch

Rom – Die Echtheit des legendären Turiner Grabtuchs ist weiterhin ungeklärt.

Der italienische Experimentalphysiker Paolo Di Lazzaro kritisierte in einem Beitrag des Informationsdienstes „Vatican Insider“ Mängel in der Versuchsanordnung einer jüngsten gerichtsmedizinischen Analyse. Die Untersuchung des Forensikers Matteo Borrini und des Chemikers Luigi Garlaschelli hatte Unstimmigkeiten in den Blutspuren auf dem Leintuch mit dem Abbild eines Gekreuzigten festgestellt.

Nach der Studie von Borrini und Garlaschelli, die vergangene Woche im „Journal of Forensic Sciences“ veröffentlicht wurde, setzen die Blutspuren auf der Vorder- und Rückseite der Arme des Gekreuzigten unterschiedliche Armhaltungen voraus. Ein Blutfleck auf der Rückseite des Abbilds, der von einem Lanzenstich in die Seite des Gekreuzigten herrühren soll, sei „völlig unrealistisch“.

Borrini und Garlaschelli begründeten ihre Zweifel anhand von Experimenten, die den Verlauf der Blutspuren auf dem Grabtuch simulieren sollten. Di Lazzaro, Vizedirektor des Turiner Zentrums für die Erforschung des Grabtuchs, machte dagegen unter anderem geltend, die beiden Forscher hätten für ihre Versuche Blut mit einem gerinnungshemmenden Zusatz verwendet.

Dies sei entsprechend dünnflüssiger als das Blut eines dehydrierten Mannes, sagte Di Lazzaro. Mitbestimmend für den Verlauf des Wundbluts bei einem Gekreuzigten seien auch die Stärke der Blutung, Schweiß, Schwellungen sowie Schmutz auf der Haut. Diese Faktoren seien bei dem Experiment unberücksichtigt geblieben.

Zu dem Blutfleck auf Hüfthöhe sagte Di Lazzaro, das Leintuch könne möglicherweise schon für den Transport des Leichnams vom Kreuz zum Grab verwendet worden sein. Hätte man den Toten an Armen und Beinen getragen, so hätte an der tiefsten Stelle am Becken das Blut der Lanzenwunde gesammelt.

Um zu verlässlicheren Ergebnissen zu kommen, müsse man „Parameter von Blut und Haut verwenden, die näher an denen sind, die man reproduzieren will“. kna

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