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Experten der Johns Hopkins Universität: „Maßnahmen unbegründet“

Neue Hammer-Studie: Lockdowns ohne Wirkung – vor allem mit Blick auf Todesfälle

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) schaut sorgenvoll. Im Hintergrund hält ein Demonstrant ein Plakat mit der Aufschrift Lockdown in die Höhe.
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Auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) ist, beziehungsweise war, lange ein Verfechter von knallharten Lockdowns.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Diese Studie ist für viele Verfechter von harten Lockdowns, Shutdowns und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens ein Schlag ins Gesicht. Diese Maßnahmen hatten zwar zur Kontaktreduktion und zur Senkung der Ansteckungsrate beigetragen, konnten laut Wissenschaftler der renommierten Johns Hopkins Universität aber die Anzahl der Corona-Todesfälle kaum beeinflussen. In einer großen Meta-Analyse heißt es unter anderem: „Die Wirkung von Lockdowns ist gering bis nicht vorhanden“.

Maryland – Lange galt ein „Lockdown“ als das Nonplusultra im Kampf gegen die Corona-Pandemie. Auf der Basis von Rechenmodellen hielt das Robert Koch-Institut (RKI) in fast jeder Corona-Welle einen strengen Lockdown für sinnvoll. Auch aufgrund dieser Empfehlung machte man sich in Deutschland dieses Instrument zu nutzen. Schulschließungen, Kontaktverbote und Ausgangssperren waren die Folge. Häufig stellten sich Bürger die Frage, ob diese Maßnahmen allesamt effektiv im Kampf gegen das Coronavirus sind.

Eine Studie der britischen Oxford Universität beschäftigte sich bereits Ende 2020 genau mit diesem Thema: Demzufolge gehörten Kontaktbeschränkungen von maximal zehn Personen und die Schließung von Schulen und anderer Bildungseinrichtungen offenbar zu den effektivsten Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus in der ersten Welle. Vor allem auf die Reproduktionszahl R hätten diese Beschränkungen einen übergeordneten Erfolg gezeigt.

Studie von Wissenschaftlern der Johns Hopkins Universität

Drei Experten der John Hopkins Universität haben nun allerdings in einer neuen Studie* einen anderen Messwert ins Auge gefasst: die Todesrate. Das Urteil ist eindeutig. Demnach konnte die Todesrate um nur 0,2 Prozent gesenkt werden, wenn Staaten versuchten, mit strengen Regeln die Bürger zu schützen – verglichen mit freiwilligen Verhaltensänderungen auf Basis von Empfehlungen.

„Die Wirkung von Lockdowns ist gering bis nicht vorhanden. Abriegelungsmaßnahmen sind unbegründet und sollten als pandemiepolitisches Instrument abgeschafft werden“, so das Ergebnis der Wissenschaftler. Demnach hätten freiwillige Verhaltensänderungen fast den selben Effekt wie vom Staat vorgeschriebene Maßnahmen.

Begrenzungen teils „kontraproduktiv“

Und die Autoren gehen noch weiter. Oft hätten Lockdowns den Menschen den Zugang „zu sicheren Orten (im Freien) wie Stränden, Parks und Zoos verwehrt, oder mit enthaltenen Maskenpflichten im Freien oder strengen Versammlungsregelungen im Freien die Menschen dazu gedrängt, sich an weniger sicheren (Innen-)Orten zu treffen“. Dies seien unter anderem Beweise dafür, dass „die Begrenzung von Versammlungen“ sogar „kontraproduktiv war und die Covid-19-Sterblichkeit erhöhte“.

Die Experten erklären weiter, dass „selbst wenn Lockdowns erfolgreich sind, um die Ausbreitung von Covid-19 zunächst einzudämmen“, die Verhaltensreaktionen der Betroffenen dem Effekt vollständig entgegenwirken können. Wenn man die Prävalenz gegen null senke, würden Menschen andere Verhaltensregeln wie Hygiene und so weiter vernachlässigen und die Krankheit kehre umgehend zurück.

Dennoch dürfte klar sein, dass die Reduktion der Kontakte zusätzliche Infektionen unterband und so vermehrt auch vermeintliche schwere Krankheitsverläufe und eine Überlastung des Gesundheitssystem verhindert werden konnten.

Kein Effekt bei Schulschließungen

Im Bezug auf Schulschließungen heißt es in der Studie: Beispiele würden zeigen, dass Gebiete, in denen die Winterferien relativ spät (in Kalenderwoche 9 oder 10 statt Woche 6, 7 oder 8) waren, in der ersten Welle besonders hart von Corona getroffen wurden. Denn hier konnte sich das Virus in den Alpen „auf jene Gebiete mit Skitouristen ausbreiten“.

Lockdowns hätten dazu beigetragen, „die Wirtschaftstätigkeit zu verringern, die Arbeitslosigkeit zu erhöhen, die Schulbildung zu verringern, politische Unruhen zu verursachen, zu häuslicher Gewalt beizutragen und die liberale Demokratie zu untergraben“, schlussfolgern die Experten.

Auch der Virologe Klaus Stöhr (63, Ex-WHO) twitterte die Studie, fügte allerdings hinzu, dass allgemeingültige Schlussfolgerungen bei Meta-Analysen schwierig seien.

Der Münchner Infektiologe Christoph Spinner meinte zu Beginn der Delta-Welle ebenfalls: „Lockdowns sind bezogen auf die Pandemie-Kontrolle nicht nur politisch das radikalste Mittel, sondern auch wissenschaftlich ein eher Schwaches - außer sie werden absolut konsequent umgesetzt und konsequent kontrolliert.“

*Die Autoren Jonas Herby, Lars Jonung und Steve H. Hanke hatten weltweit nach Studien gesucht, die sich mit Lockdowns bis Sommer 2020 und den Auswirkungen auf die Sterblichkeit beschäftigten. Am Ende flossen nach Prüfung von mehr als 1000 Studien 24 Arbeiten in die Meta-Studie ein.

mz

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