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Opfer hätte vielleicht gerettet werden können

Nach Todes-Drama auf Gardasee: Italienische Justiz erlässt Haftbefehl gegen Münchner Bootsraser

Ermittlungen nach tödlicher Kollision auf Gardasee
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Italienische Forensiker begutachten den Schaden an einem Boot. Im Fall zweier Toter auf dem Gardasee nach einer mutmaßlichen Bootskollision ermittelt die italienische Polizei gegen zwei Deutsche aus München.
  • Max Partelly
    VonMax Partelly
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  • Markus Zwigl
    Markus Zwigl
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Gardasee - Noch immer beschäftigt die Menschen am Gardasee nur ein Thema: Das tragische Unfall-Drama vom vorvergangenen Wochenende. Ein Motorboot war den Ermittlungen zufolge in ein kleines Holzboot gerast - zwei junge Menschen mussten sterben. Zwei Münchner Geschäftsleute werden verdächtigt, in den Fall verwickelt zu sein. Nun kamen neue erschütternde Details ans Licht.

Update, 2. Juli - Italienische Justiz erlässt Haftbefehl gegen Münchener Bootsraser

Für die beiden Münchener, die im Verdacht stehen, in den Vorfall verwickelt zu sein, droht offenbar das Gefängnis. Wie die BILD berichtet, erließ die italienische Justiz nämlich einen europäischen Haftbefehl gegen die beiden. Demnach wurden die beiden Verdächtigen zur Fahndung ausgeschrieben.

Ob es eine Auslieferung geben wird, ist aber derzeit unklar, da der italienische Haftbefehl zunächst ins deutsche Recht „transformiert“ werden müsse. Für diese Entscheidung ist die Generalstaatsanwaltschaft zuständig und prüft den Haftbefehl. Die Hürden seien hierbei hoch.

Ergibt die Prüfung, dass der Haftbefehl gerechtfertigt ist, geht er an das Oberlandesgericht München. Dieses erlässt dann gegebenenfalls den Haftbefehl.

Erstmeldung:

Nach der tödlichen Bootskollision auf dem Gardasee in Norditalien kommen immer mehr Details an die Öffentlichkeit. In der Nacht von 19. auf 20. Juni hatte laut übereinstimmenden Medienberichten ein Motorboot ein kleines Holzboot eines italienischen Paares gerammt. Die 25-jährige Greta Nedrotti und ihr 37-jähriger Begleiter Umberto Garzarelle aus der Gegend am Westufer des Gardasees verloren dabei ihr Leben. Ein Einwohner entdeckte am Sonntagmorgen den toten Mann in dem Boot. Taucher bargen Stunden später die Leichte seiner Partnerin aus den Tiefen des Gardasees.

In dem Motorboot sollen zwei Münchner Geschäftsleute gesessen haben, welche kurz zuvor laut Augenzeugen noch torkelnd aus einem Restaurant gefallen seien. Die Staatsanwaltschaft ermittelt Medienberichten zufolge wegen Totschlags sowie unterlassener Hilfeleistung, weil das Motorboot nach dem Unfall nicht zum Helfen angehalten habe.

Tatverdächtiger lehnte Alkoholtest ab

Einer der tatverdächtigen Deutschen hatte einen Alkoholtest abgelehnt. Dies sei für Unfälle auf dem Wasser nicht verpflichtend, teilte das Büro seines Anwalts der Deutschen Presse-Agentur mit. Demzufolge habe der andere der beiden 52-jährigen Münchner einen Alkoholtest nach der Kollision machen lassen und ein negatives Ergebnis erhalten. Der Test wurde aber offenbar erst 15 Stunden nach dem Unfall durchgeführt. Des Weiteren tauchte nun ein Überwachungsvideo auf, welches womöglich beweist, dass mindestens einer der beiden Tatverdächtigen betrunken gewesen war.

Das Video stammt von einer Überwachungskamera im Centra Nautico in Salò, wo das Motorboot der beiden tatverdächtigen Münchener lag. Die Sequenz, welche bild.de vorliegt (Bezahlschranke), zeigt, wie einer der beiden 52-Jährigen kurz nachdem das Segelboot von Umberto Garzarelle und Greta Nedrotti gerammt wurde, volltrunken von Bord seines Bootes ins Hafenbecken fällt. Weitere Bilder vom Nachmittag zeigen die beiden Münchner auf ihrem Motorboot Champagner trinken.

Die Tatverdächtigen ließen vergangene Woche über ihren Anwalt verlauten, dass sie einen Zusammenstoß mit dem Holzboot nicht bemerkt hätten. Sie gaben nur an, gedacht zu haben, gegen ein Stück Treibholz gefahren zu sein. Zeugen schilderten jedoch gegenüber der Zeitung „La Stampa“: „Wir hörten einen Knall und sahen einen dunklen Schatten, als das Motorboot vorbeifuhr, ohne auch nur langsamer zu werden“.

Greta (†25) hätte wohl gerettet werden können

Erste Erkenntnisse der Obduktion sollen laut „Giornale di Brescia“ beweisen, dass Greta nach dem Aufprall noch einige Minuten am Leben gewesen sein könnte, bevor sie schließlich im Gardasee versank. Zudem sei das Holzboot beleuchtet gewesen.

„Der Verlust von Greta ist für uns wie eine lebenslange Haftstra­fe“, werden die Eltern der getöteten Greta zitiert. „Wir bitten jeden, der etwas über Gre­ta und Umberto am Abend des 19. Juni gehört oder gesehen hat, was in dieser Nacht in der Bucht von Salò passiert ist, dies dem zuständigen Komman­danten der Carabinieri oder der zuständigen Staatsan­wältin mitzuteilen.“

Erneut tödliches Bootsunglück auf See in Norditalien

Knapp eine Woche nach dem tödlichen Bootsunfall auf dem Gardasee ist es auch auf dem norditalienischen Comer See zu einem Unglück mit einem Todesopfer gekommen. Die Feuerwehr bestätigte einen Unfall am Freitagabend in der Kommune Lenno am Westufer des bei Urlaubern beliebten Sees. Dort seien zwei Motorboote zusammengeprallt. Ein 22 Jahre alter Italiener sei dabei ums Leben gekommen, zwei weitere wurden verletzt, hieß es von der zuständigen Polizei in der Provinz Como am Samstag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Ermittler untersuchen den Fall nach Angaben der Polizei derzeit noch. Eine abschließende Unglücksursache gebe es noch nicht. Italienische Medien berichteten, in dem anderen Boot hätten sich rund zehn Touristen aus Belgien befunden. Es stehe der Verdacht im Raum, dass sie zu schnell gefahren seien. Der Tote und seine verletzten Freunde stammten aus der Region am Comer See.

mz

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