Eon: Vorwürfe zurückgewiesen

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- Waldkraiburg/Kraiburg/Jettenbach (uho) - Zwei Tage nach dem Hochwasser, das Niederndorf, Pürten, Au und Hausing schwer in Mitleidenschaft gezogen hat, mehren sich Gerüchte: Die alte Kraiburger Innbrücke soll sich um sechs Zentimeter verschoben haben, E.on Wasserkraft ihre Wehre nicht rechtzeitig geöffnet haben.

Eon weist die von Pürtens Feuerwehrkommandanten Franz Müller erhobenen Vorwürfe, die Wehre seien zu spät geöffnet worden, entschieden zurück. "Natürlich hätte dies das Hochwasser nicht verhindert, aber die nachfolgenden Sandablagerungen wären weniger gewesen", ist sich Müller sicher. Der Pressesprecher von Eon Wasserkraft, Erhard von Kuepach, widerspricht dieser Aussage: "Der Inn ist generell der sedimentreichste Fluss, den wir betreuen." Deshalb führe dieser bei Hochwasser auch dementsprechend mehr Sand mit - unabhängig von der Öffnung der Wehre.

Auf den Vorwurf, aufgrund von Wirtschaftlichkeitsgründen die Wehre nicht früher geöffnet zu haben, sagt von Kuepach: "Wir bekommen einen Bescheid, und nach diesem müssen wir handeln." Das Wasserwirtschaftsamt entscheide die Fahrweise der Wehre bei Hochwasser. In jener Nacht sei das Wasser nach Plan kontinuierlich abgeführt worden. Erst wenn es aufgrund des Hochwassers kein Unterschied mehr zwischen dem Stand des unteren Wassers und dem Wasser vor dem Wehr gebe, werden diese geöffnet. Zuvor werde versucht, die Menge zu kontrollieren, um Ausuferungen zu verhindern.

An der alten Kraiburger Innbrücke sind zum jetzigen Zeitpunkt keine Schäden feststellbar. Dies erklärte das Straßenbauamt Rosenheim auf Nachfrage. Nach einer ersten Prüfung sei die Verkehrssicherheit "auf jeden Fall" gewährleistet, sagte ein Mitarbeiter. Trotzdem werde es im September eine so genannte Hauptprüfung geben. Erst dann könne festgestellt werden, welche Schäden an der Brücke entstanden sind. "Zurzeit ist das wegen des Hochwassers nicht möglich." Eine Verschiebung um sechs Zentimeter, von der Anwohner von Niederndorf sprachen, könne er nicht bestätigen.

Bürgermeister:

Kein Wasser im

neuen Baugebiet

Bezüglich des neuen Baugebietes St. Erasmus betonte Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika, dass kein einziges Haus von dem Hochwasser betroffen gewesen sei. "Alle Keller waren trocken."

Als letzte Straße wurde am vergangenen Donnerstagabend gegen 22 Uhr die MÜ48, Ortsdurchfahrt Jettenbach, für den Verkehr freigegeben. Sie war etwas länger gesperrt gewesen, weil sich auf der Fahrbahn ein Öl-Schlamm-Gemisch abgelagert hatte.

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