Weitere Tote bei Waldbrand in Kalifornien 

Enkel flehen ihren hilflosen Opa an: "Komm und hol uns" - und verbrennen 

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Das Feuer verschluckt alles um sich.

Bereits sieben Menschen fielen dem Feuer in Kalifornien zum Opfer, darunter auch ein fünfjähriger Junge mit seiner Schwester. Der Opa musste den Tod seiner Enkel am Telefon hilflos verfolgen - und sprach unter Tränen über die letzten Sekunden. 

Shasta - "Opa, bitte komm und hol mich" - diesen verzweifelten Hilferuf hat ein fünfjähriger Junge während der Waldbrände in Kalifornien per Telefon ausgesandt, bevor er zusammen mit seiner Schwester und Urgroßmutter ums Leben kam. Der Bericht des Urgroßvaters Ed Bledsoe vom Verlust seiner drei Familienmitglieder erschütterte am Montag die USA. Insgesamt sieben Menschen sind bislang durch die Waldbrände in verschiedenen Teilen des US-Westküstenstaates getötet worden.

Ed Bledsoe befand sich nach eigener Schilderung am Donnerstag im nordkalifornischen Bezirk Shasta auf dem Weg zum Arzt, als ihn der Hilferuf seiner 70-jährigen Frau Melody erreichte. Sie könne das Feuer von ihrem Haus aus sehen, habe sie gesagt. Er sei sofort zurückgefahren, habe wegen der Sperrungen und Flammen aber nicht zum Haus gelangen können, berichtete Bledsoe im Fernsehsender CNN.

Enkel sprach bis er starb

Bei einem weiteren Telefonat habe ihm sein Urenkel James gesagt: "Das Feuer kommt durch die Hintertür. Opa, komm." Auch die vierjährige Emily und seine Frau seien am Telefon gewesen. "Komm und hol uns" habe ihn sein Urenkel immer wieder angefleht. "Er hat gesprochen bis er starb", erzählte Bledsoe unter Tränen. Und er sagte auch: "Ich wäre gerne dort hineingegangen und mit ihnen zusammen gestorben."

Shasta County war besonders heftig von den Waldbränden betroffen. Dort wütete das sogenannte Carr-Feuer, der schlimmste der insgesamt 17 großflächigen Brände im bevölkerungsreichsten US-Bundesstaat.

Neben den drei Angehörigen von Ed Bledsoe kam in der Zone noch ein weiterer Mensch in seinem Haus um Leben. Seine Überreste seien am Sonntag gefunden worden, sagte der Polizeichef des Bezirks, Tom Bosenko. Auch zwei Feuerwehrleute kamen in der Zone ums Leben. Zudem wurden dort laut Bosenko weitere sieben Menschen vermisst.

Tausende müssen ihre Häuser verlassen

Ein weiterer Feuerwehrmann starb im sogenannten Ferguson-Feuer im Zentrum von Kalifornien, das die Schließung von Teilen des berühmten Yosemite-Nationalparks erzwang. Der Mann wurde von einem Baum erschlagen, wie die Leitung des Sequoia and Kings National Parks mitteilte.

Die Waldbrände verwüsteten in Kalifornien bislang 80.000 Hektar Fläche. Rund 12.000 Feuerwehrleute waren nach Angaben der Behörden im Einsatz. Das Carr-Feuer weitete sich am Wochenende deutlich aus. Gouverneur Jerry Brown verhängte für diese Gegend den Notstand. 38.000 Menschen mussten dort nach Behördenangaben ihre Häuser verlassen.

Um sechs Uhr morgens habe es an der Tür gehämmert, "es war der Sheriff, der uns sagte, wir hätten 15 Minuten", sagte die Rentnerin Alyce Macken aus der Stadt Redding der Nachrichtenagentur AFP. Aus der Ferne habe sie dann ihr Haus in Flammen aufgehen sehen. "Es war fast wie ein Tornado mit Feuer drin, und es kam über den Hügel und fegte unser Haus weg."

"Wir beginnen etwas an Boden zu gewinnen"

Seit Beginn der Evakuierungen sei es zu Plünderungen gekommen, sagte der Polizeichef von Redding, Roger Moore. Die Polizei würde daher jeden festnehmen, der keinen berechtigten Grund habe, dort zu sein. Zwei mutmaßliche Plünderer gingen der Polizei ins Netz.

Eine dicke Rauchglocke hing zu Wochenbeginn über großen Teilen Nordkaliforniens. Nur etwa 17 Prozent des Carr-Feuers konnten bis Sonntagabend (Ortszeit) nach Angaben von Cal Fire, der kalifornischen Forst- und Feuerschutzbehörde, eingedämmt werden.

Trotzdem gab sich die Behörde optimistisch: "Wir beginnen etwas an Boden zu gewinnen", sagte der leitende Beamte Bret Gouvea. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag Bundesmittel für Feuerbekämpfung in Kalifornien freigegeben.

Die Zahl der Waldbrand-Toten in Griechenland steigt weiter. Die Suche nach der Ursache geht weiter.

Ein anderes entsetzliches Verbrechen hat sich in der Nacht auf Dienstag im baden-württembergischen Böblingen ereignet. Ein 17-Jähriger soll dort seine Mutter und seine Oma getötet haben.

AFP

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