Das Ende eines fröhlichen Wochenendes

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Ein Bus stürzt von einer Autobahnbrücke in die Tiefe und wird komplett zerstört. 38 Menschen sterben. Es ist eines der bislang schwersten Busunglücke in Italien.

38 Tote bei Busunglück

Ein Bus stürzt von einer Autobahnbrücke in die Tiefe und wird komplett zerstört. 38 Menschen sterben. Es ist eines der bislang schwersten Busunglücke in Italien.

Von Miriam Schmidt

Rom – Völlig zerfetzt liegt der Reisebus an einer Böschung, rund 30 Meter unterhalb der Autobahnbrücke. Überall Trümmer und blutige Tücher, viele Sitze sind bei dem Aufprall aus dem Bus gerissen worden. Bei dem schweren Busunglück nahe Neapel in Süditalien bieten sich den Helfern schreckliche Bilder. Die Passagiere hatten kaum eine Chance. Nur wenige der fast 50 Menschen an Bord können die Retter noch lebend aus dem Wrack ziehen. 38 Menschen sind tot, zehn zum Teil schwer verletzt.

„Die Rettungsarbeiten waren sehr schwierig, weil der Bus nur noch ein Trümmerhaufen war und die Passagiere zwischen dem Blech eingeklemmt wurden“, sagt Feuerwehrkommandant Alessio Barbarulo. Bei dem Aufprall wurde der Bus in zwei Teile gerissen, einige Passagiere herausgeschleudert.

Für die Reisegruppe aus der Nähe von Neapel in Süditalien sollte es ein Wochenendausflug werden. Drei Tage waren die Reisenden, die sich untereinander gut kannten, unterwegs. Sie verbrachten das Wochenende in Telese Terme nördlich von Neapel und hatten auch das Geburtshaus des Nationalheiligen Pater Pio besucht. Als das Unglück am Sonntagabend geschah, waren sie auf der Rückreise, kurz vor dem Ziel.

Es sollen auch viele Kinder und Jugendliche in dem Bus gewesen sein. Unter den Überlebenden sind auch sechs Kinder. Für Italien ist es eines der schwersten Busunglücke in der Landesgeschichte. Ministerpräsident Enrico Letta sagte: „Das ist ein trauriger Tag. Es gibt keine Worte dafür.“

Die Leichen wurden zunächst mit Tüchern bedeckt neben das Wrack gelegt. Die Särge mit den Opfern wurden später in die Turnhalle des nahen Ortes Monteforte Irpino gebracht. Hier trafen immer mehr Angehörige ein, um ihre Verwandten zu identifizieren. Sie weinten, lagen sich in den Armen, waren fassungslos. Viele von ihnen hatten aus dem Fernsehen von der Katastrophe erfahren. Bereits für heute wurde eine Trauerfeier angesetzt.

Auch der Busfahrer ist bei dem Unfall ums Leben gekommen, seine Leiche soll auf Rückstände von Alkohol oder Drogen untersucht werden. Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet. Eine Überlebende erzählte, ein Reifen des Busses sei geplatzt – die Ermittler vermuteten Bremsprobleme als Unfallursache. Bremsspuren gab es an der Unglücksstelle nicht. Der Fahrer hat offenbar versucht, den Bus unter Kontrolle zu behalten. Vergeblich. Er raste mit großem Tempo in ein Stau-Ende, rammte dabei auf der Autobahn 16 bei Neapel zunächst mehrere Autos – neun Menschen darin wurden leicht verletzt. Dann schrammte der voll besetzte Bus an einer Betonmauer entlang, durchbrach die Leitplanke – und stürzte in die Tiefe.

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