Nur eine Stunde täglich online: Dann sind Teenager glücklich

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Experten meinen: Eine Beschränkung der Smartphone-Nutzung ist sinnvoll. Foto: dpa

Washington – Instagram-Likes checken, die täglichen Snapchat-Kontakte am Laufen halten, mit Freunden texten und dann noch online Hausaufgaben machen.

Viele Teenager nutzen mittlerweile mehrere Stunden am Tag ihr Smartphone oder ihren Laptop. Eine neue US-Studie liefert weitere Hinweise für etwas, das selbst viele der jungen Dauernutzer schon ahnen: Immer mehr Zeit online zu verbringen heißt nicht zwingend, sich immer besser zu fühlen.

Im Gegenteil: Am glücklichsten sind Teenager, die knapp eine Stunde täglich online sind – das zumindest ergab die Studie. Für die, die länger als eine Stunde pro Tag am Bildschirm kleben, sinken die Zufriedenheitswerte – ebenso bei denen, die gar keine Digitalmedien nutzen.

Einen kausalen Zusammenhang stellt die Studie allerdings nicht her – es bleibt unklar, ob die Zufriedenheit wirklich an die Mediennutzung gekoppelt ist oder an andere Faktoren. Jugendliche, die einen größeren Teil ihrer Freizeit mit Sport, Lesen oder Verabredungen verbringen als mit Online-Aktivitäten, fühlen sich aber deutlich glücklicher als solche, bei denen das Verhältnis umgekehrt ist.

Das Team um die Psychologin Jean Twenge durchforstete dazu Daten einer jährlichen, repräsentativen US-Langzeituntersuchung, für die seit 1991 mehr als eine Million Acht-, Zehnt- und Zwölftklässler befragt wurden. Dabei stiegen Selbstachtung, Lebenszufriedenheit und das Gefühl, glücklich zu sein, seit den 90er-Jahren an. Ab 2012 jedoch – dem Jahr, in dem die Hälfte aller US-Teenager ein Smartphone besaß – kehrte sich der Trend abrupt um.

Die deutsche Kommunikationsforscherin Dorothée Hefner glaubt, dass die Angst davor, etwas zu verpassen, für viele Jugendliche ein wichtiges Motiv für exzessive Smartphone-Nutzung ist. „Beschränkung macht mit Sicherheit Sinn.“ Fraglich sei, ob beim Smartphone eine strikt zeitliche Begrenzung funktioniere. „Was aber geht: kein Smartphone beim gemeinsamen Essen und bei Gemeinschaftsaktivitäten, kein Smartphone abends und nachts im Bett. Und tagsüber smartphonefreie Fenster.“ All dies in Absprache und Aushandlung mit dem Nachwuchs. Das ist deutlich weniger strikt als manche Regeln, die US-Technik-Titanen ihren Sprösslingen auferlegen: Sie schicken sie auf Technologie-freie Schulen und erlauben Smartphones erst ab 14 Jahren – wie etwa Bill Gates dies tut.

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