Drei Purzelbäume und schnelles Geld

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Bilbys bringen in Australien die Ostereier. F.: dpa (3)

Ostereier und Schokohasen – sie gehören für viele Menschen zu Ostern dazu. Doch rund um das höchste Fest der Christenheit gibt es noch allerlei mehr aus der Kategorie bunt und skurril. Wir stellen zehn der ungewöhnlichsten Osterbräuche aus aller Welt vor.

AUSSErgewöhnliche OSTERBRÄUCHE

Ostereier und Schokohasen – sie gehören für viele Menschen zu Ostern dazu. Doch rund um das höchste Fest der Christenheit gibt es noch allerlei mehr aus der Kategorie bunt und skurril. Wir stellen zehn der ungewöhnlichsten Osterbräuche aus aller Welt vor.

Von B. Mayrhofer, J. Heinz und S. Sasse

Der Australier hat für den gemeinen Schokohasen wenig übrig. Stattdessen kommt auf dem Fünften Kontinent der Bilby aus zartem Schmelz daher. Das einheimische Tier gehört zur Gattung der Nasenbeutler. Den Hasen hingegen brachten europäische Siedler mit. Inzwischen hat er sich zu einer wahren Plage entwickelt, die den Bilby-Bestand bedroht.

Die Freude über die Auferstehung artet mitunter in regelrechten Sport aus. Im walisischen Tenby schlagen die Einwohner am Ostermontag kurz vor Sonnenaufgang drei Purzelbäume. In manchen Regionen Polens gibt es den „Tag des Wassergießens“. Vor allem junge Leute machen sich einen Spaß daraus, Vorbeikommende nass zu spritzen. Die kalte Dusche soll nicht nur erfrischen, sondern auch Glück bringen.

Die Schweizer nutzen Ostereier für ein Spiel namens „Zwänzgerle“. Dabei fordern Kinder Erwachsene heraus, eine Münze so zu werfen, dass sie im hartgekochten Ei steckenbleibt. Prallt die Münze ab, erhält das Kind das Geld; ansonsten verbleibt die Münze beim Werfer – und der darf das Ei essen.

Vor allem im Osten Deutschlands wird der Brauch des Osterritts praktiziert. In der sorbischen Oberlausitz werden dazu alljährlich mehr als 1000 Reiter erwartet. Die in Zylinder und Gehrock gekleideten Männer verkünden die Osterbotschaft und reiten mit Kreuzen und Christusstatuen. Auch die Pferde sind festlich geschmückt.

In Schweden bringen Osterkücken den Kindern Süßigkeiten. Im unterfränkischen Ostheim vor der Rhön geht zu diesem Behuf ein Osterstorch um – mutmaßlich auf Anregung eines evangelischen Pastors im 17. Jahrhundert.

Nichts für Weicheier sind die ersten Stunden des Ostersonntags im sauerländischen Hallenberg. Dort wird mit Trommeln und Pfeifen der Auferstehung Jesu von den Toten gedacht. Wie das Anzünden großer Feuer, so ist auch die „Hallenberger Rappelnacht“ zu Ostern wahrscheinlich heidnischen Ursprungs. Am Ende der kalten Jahreszeit sollten so die Wintergeister vertrieben und Dämonen abgewehrt werden.

In Jerusalem versammeln sich orthodoxe Christen zum „Feuerwunder“ in der Grabeskirche. Dem Volksglauben folgend entzündet sich die Flamme alljährlich auf übernatürliche Weise in der Kapelle, die als Ort des Begräbnisses und der Auferstehung Jesu verehrt wird – und verursacht in Anlehnung an die 33 Lebensjahre Jesu in den ersten 33 Minuten keine Verbrennungen.

Im indischen Bundesstaat Kerala erfreut sich eine Pilgerfahrt zum Berg des heiligen Thomas in Malayattoor wachsender Beliebtheit. In safrangelben Gewändern machen sich die Teilnehmer bei Temperaturen von über 30 Grad auf einen beschwerlichen Weg über 400 Höhenmeter. Die Tradition ist noch jung: Als Ärzte dem Fischer Joseph Kudiassery 1999 eine zweite Herz-OP empfahlen, entschied er sich in seiner Verzweiflung, von seinem Heimatort 120 Kilometer zum Thomasberg zu pilgern. Inzwischen folgen dem Beispiel Hunderttausende.

Das Ei als Symbol schmückt manchen Osterbaum. Ein rekordverdächtiges Exemplar steht in dem Garten von Volker Kraft im thüringischen Saalfeld. Rund 10 000 Eier hängt der Rentner zusammen mit Frau Christa und Tochter Gabriela in einen Apfelbaum im Garten.

Der Garten des Weißen Hauses gehört jedes Jahr am Ostermontag den Kindern, und dies seit 1878. Seit dem findet hier die „Easter Egg Roll“ statt. Kinder rollen bunte Eier durch den Garten des US-Präsidenten. Die Angestellten des White House treten in Hasen-Kostümen auf und verteilen Schokoladeneier. Sogar vom Präsidenten persönlich gibt es Schokolade, Holzei und Löffel zum Eierrollen auf dem Capitol Hill.

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