„Drei haben sich an den Händen gehalten“

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Schreckliche Gewissheit: Angehörige der verunglückten Fluggäste erfahren am Flughafen von Surabaya vom Fund der ersten Leichen und Flugzeugteile. Bis zuletzt hatten sie auf ein Wunder gehofft. foto: dpa

Angehörige der Passagiere des Air Asia-Fluges erfahren live im Fernsehen, wie die ersten 40 Toten aus dem Meer geborgen werden. Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglückes stehen noch am Anfang.

Opfer des Flugzeugabsturzes vor Borneo gefunden

Angehörige der Passagiere des Air Asia-Fluges erfahren live im Fernsehen, wie die ersten 40 Toten aus dem Meer geborgen werden. Die Ermittlungen zur genauen Ursache des Unglückes stehen noch am Anfang.

Surabaya – Gegen alle Vernunft hatten sie gehofft, bis zuletzt. Die Angehörigen der 162 Menschen an Bord der Air Asia-Maschine glaubten noch an ein Wunder. „Papa, komm heim, wir brauchen dich noch“, twitterte die Tochter von Pilot Iriyanto, noch Stunden, bevor das Schreckliche zur Gewissheit wird. Der Fund der Wrackteile holt sie und alle anderen aus einem schrecklichen Albtraum in eine noch schlimmere Realität: Ihre Lieben sind tot, umgekommen bei einem Flugzeugabsturz, dessen Ursache völlig im Dunkeln liegt.

Flug QZ8501 ist am Sonntagmorgen von Surabaya auf der indonesischen Insel Java Richtung Singapur gestartet. Rund 40 Minuten später brach der Kontakt zu dem Airbus A320-200 der malaysischen Billigfluggesellschaft Air Asia ab.

Zwei Tage später läuft die Suche nach dem Flugzeug immer noch auf Hochtouren. Leutnant Tri Wibowo ist mit einer Hercules C-130 unterwegs, die Besatzung starrt wie in den Vortagen angestrengt aufs Wasser. Da kommt plötzlich ein orangefarbenes Objekt ins Blickfeld. Kurz darauf ein Mensch.

Wibowo stockt der Atem. Er denkt, da winkt jemand zum Flugzeug rauf. Bei näherem Überflug wird aber klar: Es handelt sich um eine Leiche. Kurz darauf habe er weitere Leichen entdeckt, erzählte er. „Drei haben sich noch an den Händen gehalten.“

Die Angehörigen verfolgen die Entdeckung der Wrackteile und Leichen am Flughafen von Surabaya live im Fernsehen. Sie sind in einem Aufenthaltsraum abgeschirmt, aber ihre Schreie und Klagerufe hallen durch das Gebäude. Die Menschen, die am Morgen dort noch still mit einem Imam gebetet haben, können ihre Emotionen nicht mehr zurückhalten. Eine Frau wird bewusstlos und auf einer Krankentrage hinausgebracht. Im Fernsehen sind währenddessen Spezialisten zu sehen, die sich an Winden aus Hubschraubern herablassen, um Leichen zu bergen.

Auch Ingenieure von Airbus sind vor Ort, um bei den Ermittlungen zur Unglücksursache zu helfen. Als erstes müssen die Blackboxen geborgen werden, die die Gespräche im Cockpit und technische Daten der Maschine aufzeichnen. Sie zu finden dürfte kein Problem sein, sagte Meeresforscher Erik van Sebille. „Das Wasser ist dort nur 40 bis 50 Meter tief, da können Taucher eingesetzt werden.“

Bislang ist die Absturzursache ein Rätsel. Der Pilot hatte zwar kurz vor dem Abbruch des Radarkontakts eine Gewitterfront gemeldet. Gewitter sind aber eigentlich keine Gefahr für Flugzeuge. In unmittelbarer Nähe waren nach Angaben der Flugsicherung zu dem Zeitpunkt sechs andere Maschinen. Keine habe eine Kursänderung beantragt, heißt es.

Schlechtwetterfronten seien alltäglich, sagt Luftfahrt-Experte Cord Schellenberg. Pilot Iriyanto, der wie viele Indonesier nur einen Namen trägt, war erfahren. „Er flog früher Kampfjets“, sagte der Leiter der Rettungskräfte. Wieso setzte er keinen Notruf ab? Was auch immer passiert ist – es muss schnell und katastrophal gewesen sein.

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