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Kampagne aus Tschechien soll Impfungen vorantreiben

Neues Papier der Regierung und Horror-Fotos: „Kurzer, harter Lockdown“ plötzlich wieder möglich

Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Gespräch mit Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesminister für Gesundheit, im Bundestag.
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Die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im Gespräch mit Jens Spahn (CDU), geschäftsführender Bundesminister für Gesundheit, im Bundestag.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Plötzlich ist von einem sogenannten „Not-Schutzschalter“ die Rede. Interne Dokumente des Corona-Krisenstabs des Innen- und Gesundheitsministeriums sollen laut Bild-Bericht auch eine Möglichkeit für einen „kurzen, harten Lockdown“ beinhalten.

Deutschland - Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädiert für zusätzliche Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. „Wenn wir die vierte Welle brechen wollen, müssen wir entschlossener handeln“, sagte Spahn vor der Bundespressekonferenz. „Die Situation ist ernst.“ Wenn nichts getan werde, würden sich die Inzidenzen alle zwei Wochen verdoppeln. „Wir müssen jetzt das Notwendige tun, um die Dynamik zu brechen. Sonst wird es für das ganze Land ein bitterer Dezember.“

Für öffentliche Veranstaltungen sollte künftig 2G-Plus gelten: Geimpfte und Genesene müssten danach einen aktuellen negativen Test vorweisen, um eine Veranstaltung besuchen zu können.

Söder will keinen „Flickenteppich“

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat erneut vor allem eine Verschärfung der Corona-Regeln für Ungeimpfte in ganz Deutschland gefordert. „Ich halte es auch für falsch, dass wir nur mit Flickenteppichen arbeiten“, sagte der CSU-Chef am Dienstag im ZDF-„Morgenmagazin“. „Was es braucht, ist 2G flächendeckend in Deutschland.“ 2G heißt Zutritt nur für Geimpfte und Genesene.

Angesichts der dramatisch steigenden Corona-Zahlen gelten in Bayern bereits seit Dienstag schärfere Regeln, etwa 2G auch in Gaststätten und Hotels sowie eine Maskenpflicht auch in Bereichen, wo nur Geimpfte und Genesene Zugang haben. Bayern habe im Vergleich der Bundesländer die schärfsten Regeln, sagte Söder. „Ob es reicht, wird sich zeigen.“ Was es aber nicht geben werde, sei ein Lockdown für alle, da dieser gegenüber den Geimpften verfassungsrechtlich nicht vertretbar sei.

Am Donnerstag berät die geschäftsführende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Corona.

Bei den Corona-Regeln würde er ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern bevorzugen, betonte Söder. Notwendig sei eine Booster-Impfung schon ab dem fünften Monat, eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte und mehr Maskenpflicht im Unterricht und in öffentlichen Verkehrsmitteln. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung betitelte er die Lage noch drastischer: „Wenn zehn Apokalypse ist, stehen wir bei neun“.

Schock-Fotos um Impfgegner zum Umdenken zu bewegen

Währenddessen ist ein neues Papier des Corona-Krisenstabs des Innen- und Gesundheitsministerium aufgetaucht, wie bild.de berichtet. In diesem sei auch ein Plakat einer tschechischen Schock-Kampagne für die Corona-Impfung abgebildet. Mit der neuen Schockkampagne will Tschechien Corona-Impfgegner zum Umdenken bewegen. Die Anzeigenaktion startete am Dienstag, wie das Gesundheitsministerium in Prag auf Anfrage bestätigte. Auf einem Bild ist zum Beispiel zu sehen, wie ein toter Mann auf einer Intensivstation in einen blauen Leichensack gelegt wird. Dazu steht der Text: „Er hatte viele Ausreden.“ Ein anderes Foto zeigt einen Sarg, daneben der Satz: „Sie hat die Impfung immer wieder hinausgeschoben“. Könnte eine solche Kampagne auch bald in Deutschland durchgesetzt werden?

Der scheidende Ministerpräsident Andrej Babis sprach im Vorfeld von einer „brutalen Kampagne“, die von den abschreckenden Bildern und Warnhinweisen auf Zigarettenschachteln inspiriert sei. Es soll sich um reale Aufnahmen aus Krankenhäusern handeln.

Neben einer Bestandsaufnahme der aktuellen Corona-Situation enthält das angesprochene Dokument auch Horror-Prognosen zur weiteren Entwicklung der Pandemie in Deutschland, wie Bild weiter berichtet. Demnach würde der Anteil von Corona-Infizierten an den Intensivpatienten weiter drastisch ansteigen. In Bayern könnten am 7. Dezember mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Intensivpatienten Corona-Infizierte sein, heißt es im Dokument. Aktuell sind es nicht einmal ein Drittel (18 Prozent).

Vorbild für die kommenden Wochen um das Impftempo in Deutschland weiter anzukurbeln könnte Österreich sein. Seit Montag gilt dort für Ungeimpfte ein Teil-Lockdown. Bis zum 24. November dürfen sie ihr Zuhause nur aus zwingenden Gründen wie den Weg zur Arbeit, für den täglichen Einkauf oder zur Erholung verlassen. Betroffen sind rund zwei Millionen der etwa neun Millionen Bürger in Österreich. Die österreichische Regierung denkt zur Bekämpfung der vierten Corona-Welle aber auch an nächtliche Ausgangsbeschränkungen für alle Bürger. 

Drei Optionen

In dem Papier des Corona-Krisenstabs des Innen- und Gesundheitsministeriums werden auch für Deutschland verschiedene Optionen von führenden Virologen des Landes aufgezeigt:

  • Ein „Weiter so“ mit den bisherigen Maßnahmen und dem aktuellen Impftempo würde demnach zu einer „langfristigen Belastung der Krankenhäuser“ und sogar zu „lokalen Überlastungen“ führen.
  • Mit einer Booster-Offensive, bei der pro Woche 5,6 Millionen Menschen (sieben Prozent der Bevölkerung) geimpft werden müssten, könnte man einen weiteren Lockdown verhindern. Gilt aber als nicht durchsetzbar.
  • Ein „kurzer, harter Lockdown“, der laut Bild-Bericht „Not-Schutzschalter“ genannt wird, mit Kontaktbeschränkungen, Homeoffice-Pflicht, Geschäfts- und Restaurantschließungen.

In der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag sollen diese möglichen Szenarien besprochen werden. Es komme auf „ein gemeinsames und geschlossenes Handeln von Bund und Ländern“ an, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin. Es gebe „eine deutliche Verschlechterung der Pandemielage“. Die Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) an diesem Donnerstag dränge. Nötig sei eine gemeinsame Vorstellung von zusätzlichen Maßnahmen ab einem Schwellenwert für Hospitalisierungen.

mz/dpa

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