Am Tag danach: Ein Bild der Verwüstung

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- Waldkraiburg/Kraiburg (hg) - Schlamm, Dreck, Sand. Im Uferbereich diesseits und jenseits des Inn, auf Kraiburger und Waldkraiburger Seite bot sich gestern an einigen Stellen ein Bild der Verwüstung.

Nachdem die Pegelstände kontinuierlich gesunken waren, sich die Fluten wieder zurückgezogen hatten, gingen für Hochwassergeschädigte, freiwillige Helfer und Einsatzkräfte die Aufräumarbeiten unvermindert weiter. Besonders stark betroffen war unter anderem das Betonwerk der Stangl AG in Niederndorf. Dort rechnet man mit einem Schaden von mehr als einer Million Euro als Folge des Hochwassers.

Bis Mittwoch um Mitternacht waren die Feuerwehren in Waldkraiburg im Einsatz. Dann legten sie erstmals seit Dienstagmittag eine Pause ein, ehe sie gestern am frühen Morgen weiter an der Beseitigung der Hochwasserschäden arbeiteten.

Etwa 50 Feuerwehrleute der Waldkraiburger Wehren waren gestern noch ständig in Schichten im Einsatz, um in Hausing, in Au, in Niederndorf und in Pürten die am schwersten Betroffenen bei den Reinigungsarbeiten so weit möglich zu unterstützen. "Bei Bedarf werden weitere Feuerwehren im Landkreis nachalarmiert", sagte Kommandant Bernhard Vietze in der Einsatzzentrale im Waldkraiburger Feuerwehrhaus.

Die Feuerwehrleute räumten die gebrauchten Sandsäcke weg, die zur Entsorgung in die Schusterkiesgrube gebracht wurden, und kümmerten sich zusammen mit der Firma Czech weiter um die Beseitigung von Öl-Wassergemisch. Schon am Mittwoch waren sie laut -Vietze auf dem Gelände der Firma Stangl unter anderem deshalb im Einsatz, weil dort ein Heizöltank gekippt war. Glücklicherweise floss das auslaufende Öl ins Auffangbecken, so dass es hier - wie auch in mehreren Privathäusern - laut Feuerwehr nicht zu ernsthaften Problemen kam.

Aus einem anderen Grund beschrieb Nikolaus Klemann, Vorstand der Aktiengesellschaft, die Situation im Werk noch gestern Nachmittag als "katastrophal": "Die Produktion steht." Aufgrund des Hochwassers, das das gesamte Gelände des Unternehmens überflutet hatte, waren nach seinen Worten sämtliche Maschinen, Elektromotoren, Geräte ausgefallen. Auch hochwertige Materialien waren verdreckt oder erheblich beschädigt. Schlamm und Sand hatte man gestern zwar zum großen Teil bereits beseitigt, doch Klemann geht davon aus, dass die "Produktion noch mindestens eine Woche, in Teilbereichen noch länger" still stehen werde. Den Schaden durch unmittelbare Hochwasserfolgen wie durch den Produktionsausfall bezifferte er auf über eine Million Euro.

Schon am Mittwochabend hatte die Feuerwehr die Situation in Pürten in den Griff bekommen. Die Pumpenhäuser waren repariert und wieder in Betrieb. In Pürten, Niederndorf und in Teilen Kraiburgs konnten damit wieder ohne Einschränkung Bad und WC benutzen.

"Man weiß im Grunde nicht, wo man anfangen soll." Bürgermeister Michael Loher und Gemeinderat Franz Eder, die mit anderen Helfern die Bewohner der drei Anwesen im Kraiburger Auweg beim Aufräumen unterstützten, schüttelten den Kopf angesichts des Bildes der Verwüstung, das das Hochwasser dort hinterlassen hatte. Dabei war die Marktgemeinde diesmal im Vergleich zu 1985 und vor allem zu den Zerstörungen im Alpenland noch glimpflich davon gekommen. Der Damm hatte gottlob gehalten, der Erdwall, der die Häuser am Auweg abschirmen sollte, nicht.

Um den Schlammmassen Herr zu werden, die in die Anwesen eindrangen, war der Einsatz von schwerem technischen Gerät nötig, wie auch auf der anderen Innseite etwa im Bereich des Uferweges in Niederndorf.

Hier wie dort leisteten die Einsatzkräfte Enormes. Bernhard Vietze lobte seinerseits die Zusammenarbeit mit den anderen Feuerwehren und Hilfsorganisationen und den Verantwortlichen im Rathaus. Und nicht zuletzt die betroffenen Bürger, die außerordentlich besonnen und diszipliniert mit der Situation umgegangen seien.

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