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Großeinsatz bei Dallas

Geiselnahme in Synagoge in US-Staat Texas: Neue Details zu verstorbenem Geiselnehmer

Die Polizei konnte die Geiselnahme in einer Synagoge von Colleyville (USA/Texas) beenden.
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Die Polizei konnte die Geiselnahme in einer Synagoge von Colleyville (USA/Texas) beenden.
  • Markus Zwigl
    VonMarkus Zwigl
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Dallas – Glückliches Ende der Geiselnahme in einer Synagoge in Texas: US-Medien zufolge stürmte eine Spezialeinheit der Polizei das Gebäude, befreite alle Geiseln und tötete den Geiselnehmer

Update, 15.18 Uhr - Medien: Geiselnehmer in Texas war Brite

Bei dem ums Leben gekommenen Geiselnehmer in einer Synagoge im US-Staat Texas handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur PA um einen Briten. Ein Sprecher des britischen Außenministeriums teilte der Agentur am Sonntag mit, man wisse vom Tod eines britischen Mannes in Texas und stehe in Kontakt mit den lokalen Behörden. Auch die BBC und der Sender Sky News sprachen davon, der Geiselnehmer sei Brite gewesen.

Die Geiselnahme hatte sich am Samstag in einer Synagoge in der Stadt Colleyville nahe Dallas ereignet. Der Mann nahm während eines Gottesdienstes vier Geiseln und verschanzte sich über Stunden mit ihnen in dem Gebäude. Der Gottesdienst wurde auf der Facebook-Seite der Gemeinde live übertragen. In dem Livestream soll zu hören gewesen sein, wie der Mann wütend und den britischen Berichten zufolge offensichtlich mit britischem Akzent sprach. Nach stundenlangen Verhandlungen drangen Spezialkräfte am Abend (Ortszeit) in das Gotteshaus ein und befreiten die Geiseln. Der Geiselnehmer kam nach Polizeiangaben ums Leben.

Update, Sonntag, 7.40 Uhr: Spezialeinheit befreit Geiseln

Eine Geiselnahme in einer Synagoge hat am Samstag eine Stadt im US-Bundesstaat Texas in Atem gehalten. Nach stundenlangen Verhandlungen mit dem Geiselnehmer drangen Spezialkräfte am Samstagabend (Ortszeit) in die Synagoge ein und befreiten die Geiseln, wie die Polizei in der Stadt Colleyville nahe Dallas mitteilte. Der Geiselnehmer sei ums Leben gekommen. Wie genau, das ließ die Polizei offen. Auch zu den Hintergründen der Tat hielten sich die Behörden bedeckt. US-Medien berichteten unter Berufung auf Ermittler, der Geiselnehmer habe eine Gefangene mit mutmaßlichen Verbindungen zur Terrorgruppe Al-Kaida freipressen wollen.

Der Mann hatte am Samstagvormittag (Ortszeit) während eines Gottesdienstes in der Synagoge der 26 000-Einwohner-Stadt vier Geiseln genommen und sich über Stunden mit ihnen in dem Gebäude verschanzt. Unter ihnen war der Rabbi. Der Gottesdienst wurde auf der Facebook-Seite der Gemeinde live übertragen. Die lokale Zeitung „Fort Worth Star Telegram“ berichtete, in dem Livestream sei die Stimme eines wütenden Mannes zu hören gewesen, der geschimpft und geflucht und unter anderem über Religion gesprochen habe. Er habe mehrmals gesagt, er wolle niemandem weh tun, und er glaube, dass er sterben werde. Irgendwann brach die Übertragung ab.

Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot von etwa 200 Beamten an - darunter Spezialeinheiten, die auf Geiselnahmen spezialisiert sind. Experten der Bundespolizei FBI hielten den Tag über mit dem Geiselnehmer Kontakt und verhandelten mit ihm.

Die Lage war lange unübersichtlich. Am frühen Abend kam die erste Entwarnung: eine männliche Geisel wurde freigelassen - unversehrt. Ein paar Stunden später verkündete dann der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, auf Twitter, alle Geiseln seien frei und in Sicherheit.

Der zuständige FBI-Beamte Matt DeSarno sagte, alle vier Geiseln seien wohlauf und unverletzt. Der Geiselnehmer sei identifiziert. Angesichts der laufenden Ermittlungen könne die Polizei aber keine näheren Angaben zu ihm machen. Umfangreiche Nachforschungen mit Blick auf sein Motiv und mögliche Kontakte seien im Gang. „Unsere Ermittlungen werden globale Reichweite haben“, betonte DeSarno. Nach bisherigen Erkenntnissen sei der Geiselnehmer auf ein Thema fokussiert gewesen, das nicht speziell die jüdische Gemeinschaft betreffe. Der Polizeichef von Colleyville, Michael Miller, sagte, es sei bislang unklar, warum sich der Mann die örtliche Synagoge als Ziel ausgewählt habe.

Mehrere US-Medien, darunter die „Washington Post“ und der Sender CNN, berichteten übereinstimmend unter Berufung auf Ermittlerkreise, der Mann habe die Freilassung einer pakistanischen Wissenschaftlerin aus einem nahe gelegenen Gefängnis in Texas erreichen wollen: Aafia Siddiqui. Sie war 2010 wegen eines Angriffs auf US-Soldaten in Afghanistan von einem US-Bundesrichter zu 86 Jahren Haft verurteilt worden. Im Juli 2008 war Siddiqui im afghanischen Ghasni festgenommen worden. Beim Verhör auf einer Polizeiwache hatte sie eine am Boden liegende Waffe an sich genommen und auf einen US-Soldaten und einen Übersetzer gezielt, ohne diese zu treffen. Siddiqui war in einer der Top-Universitäten der USA, dem MIT in Cambridge, ausgebildet worden. Später wurde ihr Name von US-Behörden auf eine Liste von Verdächtigen gesetzt, die mit Al-Kaida-Terroristen in Verbindung stehen könnten.

Die Polizei äußerte sich nicht zu dem Motiv des Täters. Offen ließen die Behörden auch, wie sich die Szene der Geiselbefreiung abspielte, wie der Geiselnehmer bewaffnet war und ob er von Einsatzkräften getötet wurde oder sich womöglich selbst das Leben nahm.

US-Präsident Joe Biden erklärte in einer schriftlichen Stellungnahme: «In den kommenden Tagen werden wir mehr über die Beweggründe des Geiselnehmers erfahren.“ Er betonte, jeder, der Hass verbreiten wolle, müsse aber wissen: „Wir werden uns gegen Antisemitismus und gegen die Zunahme des Extremismus in diesem Land stellen.“

Erstmeldung, Samstag 22.50 Uhr: Geiselnahme in Texas

Die Fernsehsender CNN und Fox News berichteten ebenso wie örtliche Medien über einen Großeinsatz der Polizei an einer Synagoge in Colleyville nahe Dallas. Die örtliche Polizei teilte zunächst lediglich mit, dass Spezialeinsatzkräfte an der Adresse einer Synagoge im Einsatz seien. Häuser in der unmittelbaren Umgebung seien evakuiert worden, Bürger sollten die Gegend meiden. Konkretere Angaben machte die Polizei zunächst nicht.

CNN berichtete unter Berufung auf die Polizei, bislang gebe es keine Verletzten und es bestehe keine Gefahr für die allgemeine Öffentlichkeit. Die Bundespolizei FBI sei an dem Einsatz beteiligt.

Wie weitere Medien übereinstimmend berichten, hält ein Bewaffneter mehrere Menschen in der Synagoge gefangen. Laut dem US-Nachrichtensender ABC behauptete der Geiselnehmer, er sei Muhammad Siddiqui, der Bruder der pakistanischen Terroristin Aafia Siddiqui, die eine 86-jährige Haftstrafe verbüßt, weil sie Soldaten angegriffen hat. Der Geiselnehmer habe sich am Samstagvormittag während eines Gottesdienstes in der Synagoge aufgehalten. Die Predigt wurde live auf der Facebook-Seite der Gemeinde übertragen.

dpa/mz

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