Rätsel um Infektionsgeschehen

Corona-Superspreaderin in Garmisch-Partenkirchen? Neue Details werfen anderes Licht auf den Fall

  • Katharina Haase
    vonKatharina Haase
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Eine mit dem Coronavirus infizierte 26-Jährige in Garmisch-Partenkirchen gilt als „Superspreaderin“. Doch ob sie wirklich „Patientin Null" ist, ist nicht gesichert.

  • In Garmisch-Partenkirchen hat eine Corona*-Infizierte (26) mehrere Personen angesteckt.
  • Die Marktgemeinde musste deshalb bereits wieder zu härteren Maßnahmen zurückkehren.
  • Nun wurden neue Details zu dem Vorgang bekannt.
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Update vom 19. September, 11.33 Uhr: Im Fall der als „Superspreaderin von Garmisch-Partenkirchen“ bekannt gewordenen 26-Jährigen lassen neue publik gewordene Details den Vorgang weniger drastisch erscheinen als teils angenommen. Wie bereits in unserer Ursprungsmeldung (siehe unten) berichtet, ist nicht gesichert, dass sie als „Patientin Null" für einen Anstieg der Corona-Infektionen in dem Ort alleinverantwortlich ist.

So konnte das für die Frau zuständige Landratsamt auf Nachfrage laut der Tagesschau nicht angeben, ob ihr die Quarantäne nach ihrem Sars-CoV-2-Test (dessen Ergebnis damals noch ausstand) verordnet oder nur angeraten wurde. Dem Bericht zufolge soll die 26-Jährige auch keinesfalls auf „Kneipentour“, sondern am Tag vor ihrem positiven Testergebnis lediglich in einem Speiselokal gewesen sein.

Etwa 1000 Menschen hatten wegen ihr am vergangenen Wochenende einen Corona-Abstrich nehmen lassen - am Dienstag war dann bekannt, dass drei Tests davon positiv waren. Bei diesen Neuinfizierten (Menschen, die mit ihr arbeiteten) soll es einen Zusammenhang mit der 26-Jährigen geben. „Allerdings: Das Landratsamt kann in keiner Weise sagen, ob die Frau ihre Kolleginnen und Kollegen angesteckt hat - oder schlicht selbst dort angesteckt wurde. Weitere Neuinfektionen hätten jedenfalls keinen Kontakt mit der Frau gehabt“, berichtet die Tagesschau.

Ein Hinweis zur Maskenpflicht hängt Landratsamt Garmisch-Partenkirchen: Ob die Gemeinde es wirklich mit einer „Superspreaderin“ zu tun hatte, wird fraglicher.

Corona-Ausbruch durch Superspreaderin in GAP: Weitere Testergebnisse liegen vor - Einwohner weiter verunsichert

Update vom 17. September, 12.45 Uhr: Der Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen scheint sich in Grenzen zu halten. Eine Auswertung weiterer Abstriche, die am Montag an der Corona-Teststation am Alpspitz-Wellenbad genommen wurden, legt diese Vermutung nahe. Es ist kein positiver Corona-Fall in Garmisch-Partenkirchen hinzugekommen. Eine gewisse Unsicherheit bleibt dennoch.

Corona-Ausbruch durch Superspreaderin in GAP: Pressekonferenz zu Ergebnissen

Update vom 16. September, 20.11 Uhr: Die Erstmeldung von Speer, die Infizierten seien ein Deutscher sowie zwei US-Amerikaner, wurde direkt nach der Pressekonferenz vor Ort revidiert: Betroffen sind definitiv drei deutsche Staatsbürger – zwei Garmisch-Partenkirchner und ein Bad Kohlgruber.

14.28 Uhr: Das Corona-Infektionsgeschehen in Garmisch-Partenkirchen scheint vorerst unter Kontrolle zu sein, wie die Worte des Landrats erkennen lassen. Fast alle Neuninfektionen seien in dem unter Quarantäne stehenden Edelweiss-Resort zu verzeichnen. Dennoch sei es nicht sicher, dass die 26-Jährige tatsächlich die „Patientin Null“ und somit alleinverantwortlich für den Anstieg des Infektionsgeschehens ist.

Mit positiver Hoffnung aber auch mit aller Vorsicht soll das weitere Infektionsgeschehen nun in den nächsten Tagen deutlich beobachtet werden. zudem sind weiterhin alle Einwohner der Marktgemeinde - vor allem junge, am Nachtleben teilhabende Personen - zu freiwilligen Corona-Tests aufgerufen.

Trubel herrscht derzeit auch an der FOS/BOS Erding: Eine Schülerin wurde positiv auf Corona getestet. Obwohl sie Symptome gezeigt hatte, ging sie vor Erhalt ihres Ergebnisses zur Schule.

Nach Corona-Anstieg in GAP: Landrat dankt allen Helfern - und verkündet dann wichtigen Appell

Update 14.23 Uhr: Zum Abschluss bekräftigt Landrat Anton Speer seine Hoffnung, dass von den verbleibenden 300 Test vom Montag (14. September) keine positiven Ergebnisse mehr zu erwarten sind. Diese sollen im Laufe des Dienstagnachmittags vorliegen. Der Tourismus und das Ansehen des Landkreises Garmisch-Partenkirchen sollten keinen weiteren Schaden nehmen.

Speer bedankt sich bei allen, die zur bisherigen Verhinderung der weiteren Ausbreitung des Coronavirus in der Marktgemeinde beigetragen haben. An die jungen Leute, die sich bereits trotz langer Wartezeiten hatten testen lassen, richtet er seinen besonderen Dank und zollt ihnen „Respekt".

Coroninfektionen in GAP: Neue Fälle fast alle in US-Resort

Update 14.17 Uhr: Wie Speer weiterhin mitteilt gab es bisher keinen direkten Kontakt zu der 26-Jährigen. Sie hat sich demnach bislang nicht zu ihrem Verhalten geäußert. Das Infektionsgeschehen beschränke sich derzeit hauptsächlich auf die us-amerikanische Einrichtung des Edelweiss-Resorts. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass es auch weitere Personen gibt, die für den Anstieg der Infektionszahlen verantwortlich sind.

Corona-Skandal in GAP: Teilweise gefälschte Namen und Adressen machen Nachverfolgung schwierig

Besonders schwierig sei es die direkten Ansteckungswege nachzuvollziehen, da bei der Registrierung in den Lokalen auch teilweise gefälschte Namen und Telefonnummern angegeben wurden. Man gehe davon aus, dass rund 70 Prozent der Angaben falsch seien. „Wir wussten gar nicht, dass Donald Trump und Bill Gates zuletzt so oft im Landkreis unterwegs waren“, sagt Hansjörg Wiesböck, Leiter der Koordinierungsgruppe Corona im Landkreis. Sie waren zuvor sehr zuversichtlich gewesen, dass so viele Zettel ausgefüllt worden waren. 

Update, 14.14 Uhr: Landrat Anton Speer ist positiv gestimmt. „Wir haben alles im Griff“, sagt er. Der Landkreis sei kein Risikogebiet und Touristen weiterhin erwünscht und willkommen. Dennoch werden Bars und Restaurants weiterhin bereits um 22 Uhr geschlossen werden. Man müsse „äußerste Vorsicht“ walten lassen. „Die Hygieneregeln müssen eingehalten werden“ so Speer.

Superspreaderin in GAP: Landrat Anton Speer informiert zu vorläufigen Testergebnissen

Update, 14.10 Uhr: Bei den positiv getesteten Personen soll es sich um eine Bedienung aus der Bar „Peaches" sowie zwei Besucher eines Irish-Pubs handeln. Der Landrat ruft in einem dringenden Appell vor allem junge Leute dazu auf, sich testen zu lassen. Bislang seien keine weiteren Maßnahmen aufgrund der Infektionszahlen vorgesehen.

Die Mitarbeiter des Edelweiss-Resort, von denen bislang 25 Personen positiv getestet worden, unterstehen der US-Armee, die auch die Tests dort durchgeführt hatte. Bezüglich der 26-jährigen Amerikanerin, die den Corona-Skandal ausgelöst hatte wurde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet und ermittelt wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Update, 14.06 Uhr: Das Update zur Corona-Lage gibt der Landrat des Landkreises Garmisch-Partenkirchen Anton Speer (FWL). Er verkündet, dass die aktuelle 7-Tage-Inzidenz bei circa 55 liegt. Unter den zusätzlichen 740 getesteten Personen vom vergangenen Wochenende waren lediglich drei positiv getestete Personen, die aber im direkten Zusammenhang mit der Superspreaderin des Edelweiss-Resorts stehen sollen.

Garmisch-Partenkirchen - In Garmisch-Partenkirchen ist es zu einem Corona-Skandal gekommen. Eine 26-jährige US-Amerikanerin, Angestellte des, für Touristen nicht zugänglichen Edelweiss-Resort (nicht zu verwechseln mit den beiden anderen Hotels mit „Edelweiß“ im Namen in der Region*) an der Zugspitzstraße, hatte sich, trotz Wissen um ihre vermutete Coronainfektion im Nachtleben in Garmisch-Partenkirchen* ausgetobt - und kurz darauf ihr positives Testergebnis erfahren.*

Superspreaderin in GAP: Angestellte vom Edelweiss-Resort feierte trotz Corona-Infektion

Die junge Frau wurde somit zur „Superspreaderin“. Bislang wurden insgesamt bereits über 710 mögliche Kontaktpersonen der Frau getestet. Drei Tests lieferten bisher ein positives Ergebnis, wie die Bild berichet.. Die Frau war Ende August aus dem Griechenland-Urlaub zurückgekehrt. Wo sie sich infiziert hat, ist allerdings unklar.

Nach Corona-Skandal in GAP: Pressekonferenz zu Ergebnissen wegen Superspreaderin

Die Marktgemeinde Garmisch-Partenkirchen musste zuletzt wegen des rapiden Anstiegs der Neuinfektionen bereits sogar zu strengeren Corona-Maßnahmen zurückkehren. Nach Bekanntwerden des Verhaltens der Amerikanerin waren vor allem junge Leute dazu aufgerufen worden, sich freiwillig testen zu lassen. Die Ergebnisse der Tests sollen nun vorliegen. Dann könnte klar werden, ob die Kneipentour einer infizierten 26-Jährigen tatsächlich mitverantwortlich war für das rapide Ansteigen der Infektionszahlen.

Die mögliche „Superspreaderin“ ist zuhause in Quarantäne. Ihr droht nicht nur ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen Quarantäneauflagen, sondern auch ein Strafverfahren wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Auf einer Pressekonferenz sollen nun die vorläufigen Ergebnisse zur Corona-Situation in Garmisch-Partenkirchen bekannt gegeben werden. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Lino Mirgeler/dpa

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