Robert-Koch-Institut

Corona-Studie bestätigt hohe Infizierten-Dunkelziffer: Ähnliches Ergebnis in Bad Feilnbach?

  • Michael Weiser
    vonMichael Weiser
    schließen

Der Verdacht, dass Corona mit einer hohen Dunkelziffer einhergeht, bestätigt sich erneut. Das zeigt eine Antikörper-Studie des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Baden-Württemberg. Ähnliche Ergebnisse könnten sich bei der Studie in Bad Feilnbach zeigen.

Bad Feilnbach/Kupferzell – Das RKI führt in Kupferzell (Baden-Württemmberg) die gleiche Studie durch, wie vor einiger Zeit in Bad Feilnbach. In Kupferzell wurden nun die Ergebnisse vorgestellt. Und es zeigt sich: Auf jeden registrierten Covid-19-Kranken kommen 3 Coronavirusfälle, die nicht in die Statistik eingingen. Das teilte Projektleiterin Claudia Santos-Hövener am Freitag (14. August) in Kupferzell mit.

Bad Feilnbach war der zweite von vier Studienorten nach Kupferzell

Die Ergebnisse für Bad Feilnbach sollen am 25. August vorgestellt werden. Dort wurden mehr als 2000 Einwohner darauf untersucht, ob sie Antikörper gegen das neuartige Coronavirus im Blut haben.

Eine Mitarbeiterin des Robert-Koch-Instituts beschriftet eine Blutprobe: Eine bundesweite Studie soll Aufschluss über die Dunkelziffer bei Coronavirus-Erkankungen geben.

Die Studie in Kupferzell ist Teil einer groß angelegten Studie in vier deutschen Ortschaften mit besonders heftigen Corona-Ausbürchen. Nach Kupferzell testete das Robert-Koch-Institut in Bad Feilnbach, wo insgesamt 161 Erkrankungen registriert wurden.

Lesen Sie auch:

Coronavirus-Studie in Bad Feilnbach: RKI stellt die Ergebnisse am 25. August vor

8 Prozent der Bad Feilnbacher könnten Corona-Antikörper haben

Sollten die Ergebnisse der RKI-Studie „Corona Monitoring lokal“ in Bad Feilnbach ähnlich lauten wie in Kupferzell, so käme man für Bad Feilnbach auf eine Zahl von rund 650 tatsächlich Infizierten, was bei einer Einwohnerzahl von rund 8300 einem Anteil von knapp unter 8 Prozent Infizierten entspräche.

Das wäre in etwa der Anteil von Kupferzell, für das Claudia Santos-Hövener eine Quote von 7,7 Prozent nannte. Belastbare Eckdaten wird aber erst die Präsentation der RKI-Studie in Bad Feilnbach liefern. Und die soll am 25. August stattfinden. Die Erhebung der Daten für Bad Feilnbach jedenfalls sei abgeschlossen, teilt das RKI mit.

Lesen Sie auch:

Panne bei Corona-Testergebnissen in Bayern: Diskussionen halten an

Wie hoch die Dunkelziffer ist, das lassen auch die seit einigen Tagen durchgeführten Massentests an den zwei Teststationen an der A8 (Hochfelln) und an der A93 (Kiefersfelden) erahnen – auch wenn es dort und andernorts zu Verzögerung bei der Datenübermittlung kam. Immer wieder kommt es an den Teststationen zu positiven Coronavirus-Tests, auch wenn die Urlauber nicht aus Risikogebieten kommen.

Oft keine Antikörper trotz positivem Coronavirus-Test

Selbst ein solcher im Bundesvergleich relativ hoher Wert an durchgemachten Coronavirus-Infektionen wie in Kupferzell reiche aber nicht aus, um eine befürchtete „zweite Welle“ zu verhindern, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade. Bei mehr als einem Viertel (28,2 Prozent) der Testpersonen in Kupferzell mit einem vorherigen positiven Corona-Befund seien keine Antikörper gefunden worden, erklärte die Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Das bedeute jedoch nicht, dass keine Immunität gegen das Virus bestehe. Etwa jeder sechste positiv auf Corona getestete (16,8 Prozent) hatte keine typischen Krankheitssymptome.

+++ Weitere wichtige Nachrichten rund um das Coronavirus finden Sie in unserem News-Ticker. +++

In Kupferzell war es in den Wochen nach einem Kirchenkonzert am 1. März zu mehr als 100 bekannten Infektionsfällen gekommen, 3 Betroffene waren gestorben. In seiner Studie «Corona Monitoring lokal» untersucht das RKI neben Kupferzell auch das Infektionsgeschehen an drei weiteren Hotspots. Insgesamt sollen die Daten von 8000 Menschen erhoben werden.

(Mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

Kommentare