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Auch ein Ende kostenloser Tests in Sicht

Wenn‘s die Stiko nicht macht: Minister wollen Corona-Impfung für 12- bis 17-Jährige durchsetzen

In Estland werden bereits Kinder ab 12 Jahre gegen Corona geimpft. In Deutschland soll das auch bald möglich sein.
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In Estland werden bereits Kinder ab 12 Jahre gegen Corona geimpft. In Deutschland tobt darum eine Debatte.

Seit Wochen drängen Politiker die Ständige Impfkommission (Stiko), eine Corona-Impfempfehlung für ältere Kinder und Jugendliche auszusprechen. Nun schaffen die Bundesregierung und die Gesundheitsministerien der Länder offenbar selbst Fakten.

Von Kathrin Brack, Martina Herzog und Walter Willems

Berlin/München – Nachdem die Sächsische Impfkommisson am Freitag mit einer generellen Impfempfehlung für die Altersgruppe der 12- bis 17-Jährigen vorgeprescht war, sollen laut „Bild am Sonntag“ bundesweit Kinder und Jugendliche schnellstmöglich Impfangebote erhalten. Der Beschluss werde demnach am Montag (2. August) von der Gesundheitsministerkonferenz gefasst.

Angst vor unzähligen Infektionen im neuen Schuljahr

Bayerns Minister Klaus Holetschek (CSU) sitzt in diesem Jahr der Konferenz vor. Er wolle der Entscheidung nicht vorgreifen, sagte er unserer Zeitung am Sonntag. Um zu ergänzen: „Dass alle Jugendliche ein Impfangebot mit entsprechender ärztlicher Aufklärung bekommen sollen, haben wir in Bayern bereits beschlossen.“ Der Freistaat biete schon jetzt Möglichkeiten für Junge: „Es gibt zahlreiche Sonderimpfaktionen, die sich gerade auch an Schüler und Studenten richten.“

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Ein Grund, warum die Länder Tempo machen, ist die Angst vor einer hohen Zahl an Infektionen zum Beginn des neuen Schuljahrs. Impfungen könnten „maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen“, heißt es in dem Beschlussvorschlag.

Stiko mit Impf-Empfehlung für 12 bis 17-Jährige noch zurückhaltend

Rund 900.000 Teenager sind laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bundesweit bereits geimpft. „Es ist genug Impfstoff für alle Altersgruppen da: Wer will, kann sich impfen lassen“, bekräftigte Spahn. Die Impfungen sollen dem Vernehmen nach in Impfzentren, bei Haus- und Kinder- sowie Betriebsärzten erfolgen. Zudem wollen die Länder Impfungen an Unis, Berufsschulen und Schulen anbieten.

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Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte bereits im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur jungen Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Auch Auffrischungsimpfungen sollen beschlossen werden

Als Gründe nannte die Stiko fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs. Eine Aktualisierung der Impfempfehlung könne es erst dann geben, wenn aussagekräftige Daten für diese Altersgruppe zum Risiko durch die Impfung und zum Risiko durch die Delta-Variante vorlägen, betonte der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens.

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Doch nicht nur bei der Impfempfehlung für ältere Kinder und Jugendliche greift die Politik der Stiko vor. Dem Beschlussvorschlag zufolge erhalten Risikogruppen ein Angebot für Auffrischungsimpfungen, die bereits in wenigen Wochen beginnen sollen. Demnach könnten ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem schon im September eine dritte Impfung erhalten. Auch können sich vollständig Geimpfte, die zuvor einen Vektorimpfstoff erhalten haben, zusätzlich mit einem mRNA-Vakzin impfen lassen.

Coronatests für Ungeimpfte werden wohl bald kostenpflichtig

Der Druck auf Ungeimpfte wird sich derweil erhöhen. Die Angebote für kostenlose Schnelltests sollen bald entfallen. Aus Spahns Haus heißt es, der Minister habe „schon vor Wochen gesagt, dass er es für denkbar hält, die Tests zu einem späteren Zeitpunkt für Ungeimpfte nicht mehr kostenlos anzubieten. Der genaue Zeitpunkt ist noch festzulegen.“

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Zehn bis zwölf Euro kursieren als Kosten für die Schnelltests, PCR ist teurer. Eine Einigung gibt es dazu noch nicht – doch auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) erklärte jetzt, dass Schnelltests kostenpflichtig werden sollten, „wenn alle sich hätten impfen lassen können – also in wenigen Wochen“. Ausnahmen wären für alle möglich, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können.

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