Entscheidung gefallen

Corona-Impfstoff von Moderna: Arzneimittelbehörde empfiehlt Zulassung für die EU

Corona-Impfstoff
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Modernas Impfstoff gegen das Coronavirus hat in Testreihen eine Wirksamkeit von rund 94 Prozent bewiesen.

In der EU und damit in Deutschland wurde am heutigen Mittwoch (6. Januar) die Zulassung eines zweiten Corona-Impfstoffes empfohlen. Die europäische Arzneitmittelbehörde EMA hat grünes Licht gegeben für das Präparat des US-Herstellers Moderna.

Update 6. Januar, 13.54 Uhr

EU-Arzneitmittelbehörde hat Prüfung des Moderna-Impfstoffes abgeschlossen

Brüssel (dpa) – Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat die bedingte Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Pharma-Unternehmens Moderna in der EU empfohlen. Der Impfstoff solle für Personen ab 18 Jahren zugelassen werden, teilte die EMA am Mittwoch (6. Januar) in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die Zulassung muss nun die EU-Kommission treffen. Das gilt als Formsache und könnte in kürzester Zeit geschehen. Damit wäre nach der Zulassung des Präparats der Unternehmen Pfizer und Biontech der Weg frei für den zweiten Impfstoff gegen Covid-19 in der EU.

Moderna-Impfstoff soll in Kürze in Deutschland eintreffen

In Deutschland soll es die Lieferung der ersten Moderna-Dosen voraussichtlich in der kommenden Woche geben. Das kündigte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in Berlin an. Der Moderna-Impfstoff ist bereits in den USA, Kanada und Israel zugelassen. Die EU hat 160 Millionen Dosen bei dem US-Hersteller bestellt. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen begrüßte die Empfehlung. «Gute Nachrichten für unsere Bemühungen, mehr Covid-19-Impfstoff zu den Europäern zu bringen», schrieb sie auf Twitter.

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«Dieser Impfstoff verschafft uns ein weiteres Instrument im Kampf gegen die derzeitige Notsituation» sagte EMA-Chefin Emer Cooke. Der Impfstoff schütze zu etwa 94 Prozent gegen Covid-19. Auch nach der Empfehlung werden nach den Worten der EMA-Chefin die Experten weiterhin alle Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit überwachen.

Impfstoff wird weiterhin beobachtet

Die EMA-Experten hatten bereits seit November die Daten des Herstellers nach dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren bewertet. Danach werden bereits Ergebnisse der Studien geprüft, noch bevor ein Zulassungsantrag eingereicht ist. Das Verfahren sei viel schneller, aber genauso sorgfältig, betonte die EMA. Bei einer bedingten Zulassung ist der Hersteller verpflichtet, auch danach noch Daten etwa zur Langzeitwirkung an die EMA zu übermitteln.

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Die Erstmeldung vom 6. Januar, 12.02 Uhr

Berlin (dpa/ki) - Nach der Verlängerung und Verschärfung der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie nimmt die Bundesregierung Engpässe beim Impfen in den Blick. An diesem Mittwoch (6. Januar) will Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihren zuständigen Ministern beraten, wie Deutschland rasch an mehr Impfstoff kommen kann. Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) sagte im ARD-«Morgenmagazin», man müsse «alles dafür tun», dass in Deutschland und Europa genug Impfstoff produziert werde und zur Verfügung stehe. Was der Gesundheit helfe, sei nicht immer gleich wirtschaftlich für die Unternehmen.

Moderna-Impfstoff bereits in den USA und Kanada zugelassen

Ursprünglich sollte die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) bereits am Montag (4. Januar) über die Zulassung eines weiteren Corona-Impfstoffes des Herstellers Moderna entscheiden. Die Entscheidung wurde dann jedoch um zwei Tage auf den 6. Januar verschoben. Es wird mit einer Zulassung des Impfstoffes für die Europäische Union gerechnet.

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Der Impfstoff von Moderna ist bereits in den USA und Kanada zugelassen. Bei einer positiven Empfehlung der EMA muss noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte noch am selben Tag geschehen, wie es bereits bei der Zulassung des Impfstoffes Biontech / Pifzer am 21. Dezember 2020 der Fall war. Es wäre der zweite Impfstoff gegen Covid-19, der in den EU-Mitgliedsstaaten zugelassen würde. Die EU hat bei Moderna 160 Millionen Dosen des Impfstoffes bestellt.

Vorhandener Corona-Impfstoff erst zu einem Viertel verabreicht

Derweil berät die Bundesregierung, wie es im Kampf gegen das Coronavirus weitergehen soll. Neben Gesundheitsminister Jens Spahn sollen an der Beratung auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier und der Chef des Bundeskanzleramtes Helge Braun (alle CDU) sowie Finanzminister Scholz teilnehmen. Zuletzt hatte die SPD Spahn scharf kritisiert und ihm Fragen rund um das Thema Impfen vorgelegt. SPD-Kanzlerkandidat Scholz wies zurück, dass es dabei vor allem um den Wahlkampf gehe. «Es geht um eine sehr ernste Sache», sagte er, «nämlich um die Frage, ob wir die Bürgerinnen und Bürger dieses Landes gut beschützen können.»

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Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen sagte im «Morgenmagazin», er könne auch als Arzt nicht verstehen, dass der bereits gelieferte Impfstoff erst zu knapp einem Viertel auch verabreicht worden sei. Der Impfstoff müsse zu den Menschen gebracht werden, denn «wie Waschstraßen» geplante Impfzentren funktionierten für junge, mobile Menschen, aber nicht für ältere, die wegen ihres höheren Risikos zuerst geimpft werden sollen. Stattdessen müssten verstärkt Hausärzte und mobile Impfteams zum Einsatz kommen. «Wir müssen den Impfstoff zu den Menschen bringen», forderte Dahmen.

Breite Kritik an Impfstrategie der Bundesregierung

In den vergangenen Tagen war breite Kritik an der Strategie der Bundesregierung und auch der Länder für das Beschaffen, Verteilen und Spritzen der Impfdosen laut geworden. Der Fraktionsvize der FDP im Bundestag, Michael Theurer hatte einen Untersuchungsausschuss ins Spiel gebracht, die Linke will eine Sondersitzung des Bundestags beantragen.

Merkel hatte am Dienstag gesagt, es gebe die berechtigte Hoffnung, dass der Hersteller Biontech in seiner geplanten Produktionsstätte in Marburg Ende Februar oder im März starten könne. Dies würde für Biontech und seinen Partner Pfizer die Möglichkeiten «sehr stark» erhöhen.

Corona-Fallzahlen in Deutschland aktuell kaum belastbar

Am Dienstag hatten Bund und Länder sich darauf geeinigt, bestehende Einschränkungen für die Bürger bis Ende Januar zu verlängern und teils zu verschärfen. Künftig sollen private Treffen nur noch mit einer Person, die nicht zum eigenen Haushalt gehört, erlaubt sein. Die Länder sollen für Kreise, in denen sich binnen sieben Tagen mehr als 200 Menschen pro 100.000 Einwohner neu infiziert haben, den Bewegungsradius der Bürger auf 15 Kilometer um den Wohnort begrenzen – damit ist Merkel zufolge nicht die Wohnadresse, sondern zum Beispiel die Stadt gemeint.

Ziel ist, die anhaltend hohe Zahl der Neuinfektionen zu senken. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwochmorgen bekanntgab, haben die Gesundheitsämter 21.237 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet. Außerdem wurden 1019 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus innerhalb von 24 Stunden verzeichnet.

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Eine Interpretation der Daten bleibt schwierig, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle laut RKI verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden. Es wurde deutlich weniger getestet. Das RKI geht davon aus, dass die Daten frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind, wie es auf Anfrage hieß.

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