Corona-Pandemie

„MaiLab“-Youtuberin über Xaiver Naidoo: „Kann einem sonst was erzählen“

  • Stefan Krieger
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„MaiLab“-Youtuberin Mai Thi Nguyen-Kim hat einen Tipp gegen Verschwörungstheorien in der Corona-Krise: mehr Bildung. Auch Xavier Naidoo bekommt sein Fett weg.

  • Die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim zu Bildung und Verschwörungstheorien 
  • Mai beklagt die Aufmerksamkeit, die Corona-Verschwörungstheoretiker bekommen
  • Sie appelliert an die Verantwortung jedes einzelnen - auch Xavier Naidoo ist Thema

Frankfurt - Ihr Video über die Auswirkungen der Corona-Krise sorgte im April für Furore und hat inzwischen über sechs Millionen Aufrufe zu verzeichnen. Seitdem ist die Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Nguyen-Kim in Deutschland auch einem breiten Publikum bekannt. Jetzt sieht sie bei der Verbreitung der Verschwörungstheorien in der Corona-Krise* sowohl die Medien als auch jeden einzelnen in der Pflicht. 

Die preisgekrönte Macherin von Wissenschafts-Videos macht sich außerdem für mehr naturwissenschaftliche Bildung und eine transparentere Wissenschafts-Kommunikation stark. „Wir als Gesellschaft bewerten Naturwissenschaften als Genie- oder Freakwissen und weniger als Allgemeinwissen - und das fällt uns jetzt in der Pandemie auch mit auf die Füße“, sagte die 32-Jährige im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Mainz.

Mai Thi Nguyen-Kim: Attila Hildmann oder Xavier Naidoo können sonst was erzählen

„In dem Informationszeitalter, in dem wir gerade leben, mit dem Informationsüberfluss werden Medien- und Quellenkompetenz immer wichtiger“, sagte Mai. Und: „Wenn man nicht weiß, was ein Virus ist, kann einem Attila Hildmann oder Xavier Naidoo natürlich sonst was erzählen.“

„Das ist ja eine Minderheit, die leider viel Aufmerksamkeit bekommt“, mahnte Mai, die auch Autorin und TV-Moderatorin ist, mit Blick auf die Demonstrationen gegen Corona-Regeln*. Und weiter: „Bei sehr irre wirkenden Gruppen sind auch immer Menschen dabei, die vernünftige Bedenken haben.“ Allerdings seien viele derjenigen, die vor die Kameras treten oder die sich als große Verschwörungstheoretiker initiieren, natürlich „total durchgeknallt“.

Mai Thi Nguyen-Kim: Jeder ist verantwortlich

„Jeder von uns trägt auch ein bisschen seine Verantwortung mit, nicht Spreader zu sein.“ Aber manches sei so absurd, dass auch für sie die Versuchung groß sei, es an ihre Freunde weiterzuleiten. „Es ist schwierig, diese Absurdität allein auszuhalten.“ Aber: „Es würde viele gar nicht erreichen, wenn es nicht so viele teilen würden.“ Mai zieht einen Vergleich: „Letztendlich ist das auch nur wie ein Virus.“ 

Generell macht sich die Wissenschaftsjournalistin für eine transparentere Wissenschafts-Kommunikation stark. „Vor Social Media haben Eliten generell mehr Autorität genossen“. Inzwischen hätten die Menschen mehr berechtigte Zweifel und Fragen, die im schlimmsten Teil zu Verschwörungstheorien entwickelt würden. „Wir merken, dass wir vielschichtiger, komplexer und mehr im Detail erklären müssen.“

Mai Thi Nguyen-Kim: Basics sind wichtig

In Deutschland sieht sie bei der Allgemeinbildung Defizite besonders im Bereich der Naturwissenschaften. „Es gibt keinen Kurs in der Schule, in dem wissenschaftliches Arbeiten, die Basics, Statistiken lernen, Falsifizieren - was ist eine methodisch starke Studie, was eine schwache - gelehrt wird.“ Sie selbst habe auch erst in ihrem Studium in Mainz und am renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA wissenschaftliches Arbeiten so richtig gelernt. „Es kann nicht sein, dass man erst in Chemie promovieren muss, damit man die wissenschaftlichen Basics versteht.“  

Dies spüre sie auch für ihren YouTube-Channel. So werde sie voraussichtlich bald noch einen zweiten promovierten Naturwissenschaftler einstellen. Die Vorbereitung sei so zeitintensiv, dass sie schon jetzt nur noch jeden zweiten und nicht mehr jeden Donnerstag sende. (mit dpa)

Von Stefan Krieger

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Rubriklistenbild: © Linda Meiers/WDR/dpa

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