Welche Ansprüche habe ich?

Neue Corona-Regeln im Beruf: Das ändert sich bei Kinderkrankengeld, Schnelltests und Homeoffice

Die Corona-Regelungen ändern sich mit dem Infektionsschutzgesetz erneut. Das hat auch Auswirkungen für Arbeitnehmer: insbesondere Eltern sollen profitieren.

Berlin - Unterschiedliche und ständig wechselnde Corona-Regelungen: Im Chaos aus Inzidenzzahlen, Vorschlägen und gesetzlichen Änderungen kann einem schon mal der Kopf brummen. Die neue Ergänzung des Infektionsschutzgesetzes legt ab dem 23. April bundesweit verbindliche Regeln für schärfere Corona-Gegenmaßnahmen fest. Das soll die Sache einfacher machen.

„Um das endlich zu schaffen, müssen wir die Kräfte von Bund, Ländern und Kommunen besser bündeln als zuletzt. Deswegen ziehen wir die notwendigen Konsequenzen,“ betonte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vergangenen Freitag in Berlin. Die wohl am heftigsten debattierte Konsequenz ist dabei die nächtliche Ausgangssperre. Aber auch andere Corona-Regelungen verändern sich mit dem bundesweiten Beschluss, so zum Beispiel auch arbeitsrechtliche Regelungen zu Schnelltests, Homeoffice und Kinderkrankentagen.

Homeoffice-Pflicht wird verstärkt: Wer darf weiter in die Arbeit gehen?

Die Verpflichtung, Homeoffice anzubieten ist nicht komplett neu und ist bereits Teil der Corona-Arbeitsschutzverordnung. Mit der Aufnahme in das erweiterte Infektionsschutzgesetz soll der Druck auf Arbeitnehmer und Chefs allerdings steigen: Beschäftigte, deren privates Umfeld ein Arbeiten zuhause ermöglicht, sind jetzt verpflichtet, diese Möglichkeit wahrzunehmen. Selbstverständlich unter der Voraussetzung, dass dies auch betrieblich möglich ist.

Es handle es sich allerdings nicht um eine 100-prozentige Pflicht, erklärte eine Ministeriumssprecherin der Welt. Es reiche eine formlose Begründung, wenn Arbeitnehmer weiter ins Büro gehen möchten. Halten sich Arbeitnehmer nicht an die Regel und liefern keine Begründung, drohen dem Arbeitgeber nach wie vor hohe Bußgelder. Im Interview mit dem Münchner Merkur erklärt Arbeitsrechts-Spezialist Wolfgang Wittek die Details zur verschärften Homeoffice-Pflicht

Testpflicht am Arbeitsplatz: Wie oft müssen sich Arbeitnehmer testen lassen?

Dennoch gibt es unzählige Berufsgruppen, die nicht im Homeoffice arbeiten können: Hier kommen die Regelungen zur Testpflicht ins Spiel. Nachdem lange über die Änderung debattiert wurde, setzte sich Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) durch. Bereits seit dem 20. April müssen Arbeitgeber jetzt jedem Mitarbeiter mindestens einen kostenlosen Corona-Test pro Woche zur Verfügung stellen - auf eigene Kosten. Ob Schnelltest, PCR-Test oder Selbsttest spielt dabei keine Rolle.

Das Gesetz wird nun auf zwei Tests pro Woche ausgeweitet. Auch hier drohen Arbeitgebern bei Verstößen hohe Bußgelder.

Neue Corona-Regeln zum Kinderkrankengeld: Was steht berufstätigen Eltern zu?

Bei einer Inzidenz über 165 soll der Präsenzunterricht in Schulen und die Regelbetreuung in Kitas untersagt werden. Lediglich für Abschlussklassen und Förderklassen sind Ausnahmen vorgesehen. Damit wird es erneut zu zahlreichen Schulschließungen kommen. Eltern müssen ihre Kinder zuhause betreuen.

Um berufstätige Eltern zu unterstützen wurde die Regelung der Kinderkrankentage ausgeweitet, das teilt die Bundesregierung auf ihrer Internetseite mit. Die Regelung gibt Eltern eigentlich die Möglichkeit sich freizustellen, wenn ihr Kind krank zu Hause bleiben muss. Das Kinderkrankengeld kompensiert dann 90 Prozent des entfallenen Nettoarbeitslohns. Dieser Anspruch gilt jetzt auch dann, wenn das Kind nicht krank, Kitas und Schulen aber geschlossen sind oder die Betreuung eingeschränkt ist.

Infektionsschutzgesetz sieht mehr Kinderkrankentage für Eltern vor: Wer hat welchen Anspruch?

Außerdem wird die Anzahl der kompensierten Tage mit der Erweiterung des Infektionsschutzgesetzes erhöht: Sie steigt 2021 von 20 Tagen pro Elternteil und Kind auf 30 Tage. Dabei darf auch die komplette Zahl der Kinderkrankentage auf Schließungen angewandt werden.

Anspruchsberechtigt sind gesetzlich versicherte berufstätige Eltern, die selbst Anspruch auf Kinderkrankengeld haben und deren Kind unter zwölf Jahre alt ist, vorausgesetzt es gibt keine andere Person im Haushalt, die das Kind betreuen kann. Für Privatversicherte und beihilfeberechtigte Eltern sieht das Gesetz einen Entschädigungsanspruch nach §56 Abs. 1a Infektionsschutzgesetz (IfSG) vor. (vs)

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