Chinas Wahrsager erwarten Konflikte

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Chinas Wahrsager warnen vor turbulenten Zeiten: Kommende Woche fängt laut Chinas klassischem Kalender das Jahr des Pferdes an. Stark aber stur sollen sie sein. Angela Merkel stammt aus einem Pferdejahr.

Das Jahr das Pferdes

Chinas Wahrsager warnen vor turbulenten Zeiten: Kommende Woche fängt laut Chinas klassischem Kalender das Jahr des Pferdes an. Stark aber stur sollen sie sein. Angela Merkel stammt aus einem Pferdejahr.

Von Stefan Scheuer

Peking – Das Pferd ist ein stolzes Tier: schnell und kräftig, aber auch impulsiv und dickköpfig. Diese Eigenschaften werden uns in den kommenden zwölf Monaten begleiten, wenn am 31. Januar das Jahr des Pferdes nach Chinas klassischem Kalender beginnt. Davon sind zumindest chinesische Wahrsager überzeugt.

Sie erwarten eine explosive Mischung mit mehr Spannungen und Konflikten, aber gleichzeitig sehen sie auch die Chance für einen neuen Aufbruch und Fortschritt. Sie berufen sich auf Jahrtausende alte Erfahrungen, denn der traditionelle chinesische Kalender ist einer der ältesten Kalender der Welt und geht mehr als 4000 Jahre zurück.

Große Umwälzungen stehen laut den Prognosen bevor. Die Pferdejahre standen in der Geschichte für tiefgreifende Wendepunkte, wie die Große Depression 1930 oder der Beginn der Kulturrevolution in China 1966. Alle zwölf Jahre tritt der Mond laut chinesischem Kalender in das siebte Tierkreiszeichen, das Pferd, ein. Das Neujahrsfest fällt immer auf die Zeit zwischen Januar und Februar. Auch Frühlingsfest genannt, ist es das höchste chinesische Familienfest.

Der bekannte Hongkonger Wahrsager Raymond Lo macht sich Sorgen um das anstehende Jahr des Pferdes. „Es wird mehr internationale Konflikte und Auseinandersetzungen geben, und sie könnten sogar zu heftigen Kämpfen und Kriegen führen“, meint er. Die Hartnäckigkeit des Pferdejahres mache das Lösen von Konflikten schwer. Das Pferdejahr ist aber nicht generell schlecht. Ganz im Gegenteil: Pferde gelten als selbstbewusst, unabhängig und loyal. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wurde im Jahr des Pferdes 1954 geboren. Und in ihren Forderungen nach Sparsamkeit in Europa und ihrem Kurs in der Euro-Krise sieht Raymond Lo typische Pferdeeigenschaften.

Überlieferungen zufolge sind Pferde mutig und kühn. Sie sollen vor Energie und Selbstvertrauen sprühen. Knallharte Geschäftsleute und geborene Führer mit großem Ehrgeiz werden nach chinesischer Lesart oft in Pferdejahren geboren. Sie können hart arbeiten, sind intelligent und freundlich. Dafür sollen Pferde Probleme mit dem anderen Geschlecht haben. Sie gelten als opportunistisch, ändern ihre Meinung aus Launen heraus und denken zu sehr an sich selbst und zu wenig an andere.

Auch Altkanzler Helmut Kohl wurde im Jahr des Pferdes geboren – ebenso Lenin und Chinas ehemaliger Staats- und Parteichef Hu Jintao. Prominente „Pferde“ sind auch der Schauspieler Clint Eastwood, die Sängerinnen Barbra Streisand und Aretha Franklin, Frederic Chopin, der Maler Rembrandt und der ehemalige US-Präsident Theodore Roosevelt. Am besten sollen Pferde (1954, 1966, 1978, 1990) mit Tigern (1950, 1962, 1974, 1986), Hunden (1958, 1970, 1982, 1994) und Schafen (1955, 1967, 1979, 1991) zusammenpassen.

Viele Chinesen stimmen sich mit einem Wortspiel auf das neue Jahr ein: Die chinesische Formulierung für „bald gibt es“ oder einfach „schnell“ bedeutet wörtlich übersetzt „Auf dem Rücken des Pferdes“. In Sozialen Netzwerken kursieren bereits tausende Bilder, auf denen Nutzer etwa Geldscheine kleinen Stoffpferden auf den Rücken gelegt haben, „Auf dem Rücken des Pferdes gibt es Geld“ klingt fast so wie „Bald gibt es Geld“. Eine Nutzerin kommentierte ihr Pferdefoto: „Keine Ahnung, ob das hilft. Aber schaden kann es ja nicht.“

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