BVB-Prozess: Emotionale Aussagen der Fußball-Profis

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Raphael Guerreiro

Dortmund – Mit Tränen in den Augen hat Fußballprofi Raphael Guerreiro als Zeuge im Prozess um den Bombenanschlag auf die Mannschaft von Borussia Dortmund ausgesagt.

„Es ist für mich sehr schwierig, darüber zu sprechen“, sagte der Abwehrspieler am Mittwoch und wischte sich mit der Hand über die Augen. Das Angebot, die Befragung für eine kurze Zeit zu unterbrechen, um sich zu sammeln, lehnte Guerreiro aber ab. Im Moment der Bombenexplosionen am 11. April 2017 habe er große Angst verspürt, sagte er weiter. Niemand habe gewusst, was noch passieren würde. Die ganze Mannschaft sei sehr schockiert gewesen.

Das Dortmunder Landgericht hört am Mittwoch Zeugen, die im Mannschaftsbus saßen, als am 11. April 2017 unmittelbar nach der Abfahrt am Teamhotel zum Champions-League-Heimspiel gegen AS Monaco drei Sprengsätze explodierten. Dabei wurden der damals noch für Dortmund spielende Marc Bartra und ein Polizist verletzt. Der Angeklagte Sergej W. hat zugegeben, die Bomben gezündet zu haben.

Auch Abwehrspieler Sokratis Papastathopoulos hat sich an den Schreckensmoment des Bombenanschlags vom vergangenen Jahr erinnert. „Ich hatte Angst. Ich habe gedacht, jemand schießt auf uns“, sagte der 29-Jährige. Er denke heute noch sehr oft an das Attentat auf seine Mannschaft Borussia Dortmund. „Ich werde das mit Sicherheit niemals vergessen, aber ich habe für mich beschlossen, dass das Leben weitergeht. Der Verein habe ihm und der übrigen Mannschaft nach dem Vorfall psychologische Hilfe angeboten. Diese habe er aber nicht in Anspruch genommen.

Torwart Roman Bürki sagte vor Gericht aus: „Wir haben einen lauten Knall gehört, am Anfang habe ich gedacht, ein Reifen wäre geplatzt.“ Nach dem Attentat vom 11. April 2017 sei er enorm schreckhaft gewesen und habe unter Schlafstörungen gelitten. Teilweise sei er bis heute beeinträchtigt, sagte der 27-Jährige. Wenn jemand hinter seinem Rücken etwas auf den Boden fallen lasse, zucke er zusammen und werde wütend.

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