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Tüßlinger Verein besucht Afrika

Zwischen Omikron und Impfunlust – erster Besuch von „Ambatana“ aus Tüßling in Kenia seit Corona

Das Team von der Partnerorganisation Yisog mit Verena Donislreiter (sitzend, rechts) und Jonathan Scherr (sitzend, 2.v.l.)
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Das Team von der Partnerorganisation Yisog mit Verena Donislreiter (sitzend, rechts) und Jonathan Scherr (sitzend, 2.v.l.)
  • Robert Wagner
    VonRobert Wagner
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Endlich konnten Vertreter des Vereins Ambatana nach Kenia reisen, um sich ein Bild vom Projekt „Haus der Gemeinschaft“ zu machen.

Tüßling/Loitokitok – Seit Monaten beobachteten Verena Donislreiter und Jonathan Scherr vom Tüsslinger Verein Ambatana die Entwicklung der Corona-Lage in Kenia.

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Sie wollten ihre Partnerorganisation YISOG im Süden Kenias besuchen, um sich ein persönliches Bild von der Entwicklung des Projektes „Haus der Gemeinschaft“ zu machen. Die sinkenden Fallzahlen in Kenia und die strengen Vorsichtsmaßnahmen ließen es am 17. November zu, dass die beiden via Paris nach Nairobi flogen, um von dort mit dem Bus nach Loitokitok zu fahren. Die neue Covid-Variante Omikron war zu dem Zeitpunkt in Kenia noch nicht angekommen.

Strenge Einreiseregeln gaben gutes Gefühl

Neun Tage dauerte der Trip, zwei davon alleine die Reise. Zurück in Deutschland, berichteten die beiden über ihre Eindrücke. Schon zu Beginn der Reise wurde ihnen klar, dass wegen der Pandemie sehr strenge Sicherheitsstandards angelegt wurden. Erforderlich waren ein negativer PCR-Test, um überhaupt in das Flugzeug steigen zu dürfen, eine Anmeldung beim kenianischen Gesundheitsministerium und 24 Stunden vor Reiseantritt eine Abfrage über die aktuelle gesundheitliche Verfassung. Dazu kamen Kontrollen beim Abflug in München, bei der Zwischenlandung in Paris und bei der Ankunft in Nairobi, wo die Temperatur gemessen wurde. „Für uns war das absolut beruhigend und vor allem auch in Anbetracht des Hochinzidenzgebietes, aus dem wir anreisten, richtig und wichtig.

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Schließlich wollten wir auf keinen Fall Corona einschleppen“, sagt Jonathan Scherr, der für Ambatana als Finanzcontroller tätig ist. „Corona werde in Kenia sehr ernst genommen“, so Verena Donislreiter, die Vorsitzende des Vereins. Angesichts der aktuellen Zahlen offenbar mit Erfolg.

Verena Donislreiter.

Zum Reiszeitpunkt lagen die täglichen Fallzahlen unter 100, wohl auch dem dort gerade herrschenden Sommer geschuldet. Donislreiter erklärt: „Im kenianischen Winter war die Inzidenz wesentlich höher, und so hat die Regierung eine Impfpflicht beschlossen, die am 21. Dezember in Kraft tritt. Dann dürfen nur noch Geimpfte in Restaurants, Bars Hotels und öffentliche Gebäude.“ Die landesweite Impfquote liege bei 8,8 Prozent, in der Stadt Nairobi bei 27 Prozent.

Neun der zwölf Kinder, die bereits im Haus der Gemeinschaft (im Hintergrund) eingezogen sind.

Nur wenige geimpft, kein Geld für Klinik

Bis vor Kurzem galt noch eine Ausgangssperre ab 20 Uhr. Weiterhin bestehe Maskenpflicht, beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln. So auch auf dem fünfstündigen Bustransfer vom Flughafen Nairobi zum Zielort Loitokitok, wo das Haus der Gemeinschaft steht.

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Alles in allem fehle es jedoch, unbeachtet der wohl ausreichend vorhandenen Impfstoffe, an der medizinischen Versorgung im Falle von Erkrankungen. „Die Krankenhäuser sind sehr schlecht ausgestattet. Dazu kommt in vielen Fällen die fehlende Krankenversicherung. Die Menschen können sich eine Behandlung oftmals gar nicht leisten“, erzählen die beiden von ihren Erfahrungen vor Ort. Intensivbehandlung sei eben mit sehr hohen Kosten verbunden. Die Vertreter des Vereins Ambatana hoffen, dass die Impfkampagne in Kenia Fahrt aufnimmt und das oftmals fehlende Vertrauen in die Regierung kein Hindernis ist.

Ambatana und das Projekt „Haus der Gemeinschaft“

Der Tüßlinger Verein Ambatana unterstützt Kinder in Kenia, um ihre Grundversorgung zu sichern und Bildung zu ermöglichen. Mittlerweile sind über Ambatana circa 140000 Euro in das Projekt „Haus der Gemeinschaft“ investiert worden, allein 80000 Euro wurden dabei von der Futura Stiftung Hamburg eingebracht. Gelder, deren Verwendung genau geprüft wird. Probleme mit abweichenden Nachweisen habe es dabei während der gesamten Bauzeit von etwas mehr als zwei Jahren noch nie gegeben. Dank der Partnerorganisation Yisog sei auch die ständige Kontrolle vor Ort gegeben. Für Kinder, denen früher Zwangsheiraten und Beschneidungen drohten oder sie durchleiden mussten, soll ein sicherer, fürsorglicher Ort geboten werden.

Für die Finanzierung des laufenden Betriebs hat der Verein nun auf ein neues Patenschaftssystem umgestellt. Künftig bietet Ambatana „Themenpatenschaften“ an. Dabei widmen sich die Paten nicht einer Einzelperson, sondern einem Thema, wie etwa der Bildung oder dem Haus der Gemeinschaft.

Die Aktivitäten vor Ort sind auf bestmögliche Selbstversorgung ausgerichtet, unter anderem durch Obst- und Gemüseanbau. Am Grundstück des Hauses der Gemeinschaft werden auf sechs Feldern Mais, Zuckerrohr, Tomaten und Kartoffeln angebaut. Bewässert über den mit Spenden finanzierten hauseigenen solarbetriebenen Brunnen. Das Wasser versorgt nicht nur das Haus und den Obst- und Gemüseanbau, sondern wird auch mit der Nachbarschaft geteilt.

Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Vereins unter www.ambatana.de.

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