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 Hamburger Eisenbahner mit neuer Theorie

Zugunglück bei Garmisch mit fünf Toten: Hätte spezielle Schiene Unfall verhindert?

Einsatzkräfte bei der Bergung: Vorne neben dem Bagger eines der sichergestellten Drehgestelle.
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Einsatzkräfte bei der Bergung: Vorne neben dem Bagger eines der sichergestellten Drehgestelle.
  • Dirk Walter
    VonDirk Walter
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Fast zwei Monate nach dem Zugunglück bei Garmisch-Partenkirchen gibt es weiter keine Klarheit über die Ursache der Katastrophe. Nun stellt ein Hamburger Eisenbahner-Verein seine Version der Dinge vor.

Burgrain - Knapp zwei Monate nach dem Zugunglück mit fünf Toten in Burgrain (Kreis Garmisch-Partenkirchen) ist die Bahnstrecke weiterhin gesperrt. Die Untersuchung der Unfallursache läuft, dazu ist auch das demolierte Gleis abgebaut und sichergestellt worden. Angeblich soll die Strecke Ende Juli zur Reparatur freigegeben werden - so erklärte es die DB Netz gegenüber Behörden in der Region. Die Staatsanwaltschaft München II bestätigte das gestern, 25. Juli, aber ausdrücklich nicht.

Hätte Zugunglück bei Garmisch von Fangschienen verhindert werden können?

Zu möglichen Unfallursachen will sich heute auch die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in einer Pressekonferenz äußern. Dazu geladen ist auch der Sprecher von Prellbock Altona, Michael Jung. Der Verein in Hamburg tritt für eine Verkehrswende ein, das Bahnunglück hat ihn so alarmiert, dass sich die Eisenbahn-Freunde nun mit einem Papier in die Diskussion einschalten. Ihre These: Der Einbau einer Fang- oder Führungsschiene hätte „mit absoluter Sicherheit das Abstürzen der Waggons und damit die Todesfälle und schweren Verletzungen unter den Fahrgästen verhindert“.

Beispiele einer Fangschiene. Sie verhindert, dass ein entgleister Zug das Gleisbett verlässt. Foto: LosHawlos/wikipedia

Eine Fangschiene ist eine dritte Schiene im Gleis, sie wird meist im Abstand von 18 Zentimetern zur bogeninneren Schiene eingebaut und bewirkt im Fall einer Entgleisung, dass der Waggon auf dem Gleisbett verbleibt. Meist sind diese Schienen vor Brücken oder an Abhängen eingebaut. Prellbock e.V. indes sagt, dass die Zusatzschiene „gerade in Bayern auf Bahndämmen mit steilen Flanken weit verbreitet“ sei – indes im Garmischer Abschnitt eben nicht.

Fangschiene in Bayern weit verbreitet – im Garmischer Abschnitt nicht

Denn ursprünglich war der Bahndamm bei Burgrain abgeflacht. Das änderte sich beim Bau der Zufahrtswege für den Farchanter Tunnel etwa im Jahr 2000: Die Zusammenführung der B 23 und der B 2 führte dazu, dass der Damm an der östlichen Seite erheblich steiler wurde. Zudem sei der Katzenbach umgeleitet und näher an den Damm gelegt worden – all das, ohne dass die Bahn reagierte und beispielsweise nachträglich die Fangschiene einbaute.

Auch zur eigentlichen Ursache der Entgleisung hat der Verein eine Theorie: Der Bahndamm könnte sich bewegt haben, dadurch ein Gleislagefehler entstanden und die sogenannte Kurvenerhöhung der bogenäußeren Schiene verändert worden sein. Der Verein fordert die Bahn auf, die Daten der letzten Messfahrt bekannt zu geben.

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