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Zugspitz-Gipfel beschädigt?

Die Täter sehen es als Super-Gaudi an, andere finden es gar nicht lustig. Unbekannte haben offenbar nah am Zugspitz-Kreuz einen massiven Brocken rausgemeißelt, im Rucksack mitgenommen und ihre Tat gefilmt. Die Bayerische Zugspitzbahn ist entsetzt.

anonymes video

Die Täter sehen es als Super-Gaudi an, andere finden es gar nicht lustig. Unbekannte haben offenbar nah am Zugspitz-Kreuz einen massiven Brocken rausgemeißelt, im Rucksack mitgenommen und ihre Tat gefilmt. Die Bayerische Zugspitzbahn ist entsetzt.

von dirk walter

Garmisch-Partenkirchen – Sie selbst nennen sich „Ösis“. Sie sind zu viert. Eine Frau, drei Männer, professionel ausgerüstet, einer sogar mit Helmkamera. Tatzeit: Vergangener Montag, 21. Oktober, am späten Vormittag. Sie hämmern und bohren, meißeln und flexen.

Am Ende des etwa eine Minute langen Videos, das auf der Internet-Plattform Youtube zu sehen ist, wird ein etwa 25 Zentimeter großer Brocken unweit des Zugspitz-Kreuzes abgebrochen und in einen roten Rucksack geschoben. Dann sieht man, wie die Täter flüchten – per Ehrwalder Zugspitzbahn nach Tirol. Und das gute Stück, daheim im sicheren Österreich, auf den Tisch stellen. „Am 21. 10. 2013 um 11.42 Uhr haben wir den Deutschen die Zugspitze geklaut. Sie befindet sich jetzt in Österreich“, lautet der hämische Kommentar. Dann stoßen drei Burschen mit Bierflaschen an. Und es wird die neue Höhe der Zugspitze eingeblendet: 2961 Meter, einer weniger als bisher.

Ob sich der Diebstahl tatsächlich so ereignet hat, ist nicht ganz sicher. Es könnte auch ein riesiger, mit Videotechnik raffiniert eingefädelter Bluff sein. Dennoch waren die Behörden in Garmisch-Partenkirchen gestern sofort alarmiert, als sie von dem Video hörten. Die Bayerische Zugspitzbahn schickte noch am Nachmittag den Betriebsleiter zum Kreuz. Ergebnis: „Es könnte sein, dass es tatsächlich stimmt“, so ein Sprecher. Allerdings habe es in den vergangenen Nächten geschneit, der Steindiebstahl ist nicht auf Anhieb zu sehen. Und die Höhenangabe müsse ganz sicher nicht korrigiert werden – „das war nicht der höchste Punkt, der liegt einige Meter daneben“. Von wegen 2961 Meter! Dennoch ist die Zugspitzbahn alarmiert: „Wir finden, die Sache ist mehr als makaber“, schließlich werde ein „einzigartiges Naturdenkmal für komische Scherze missbraucht“.

Bei der Polizeiinspektion Garmisch-Partenkirchen mussten die Beamten erst mal im Strafgesetzbuch nachblättern, ob ein Steindiebstahl in den Bergen überhaupt strafbar ist. Ergebnis: unter Umständen schon. Dann nämlich, wenn ein markanter Punkt beschädigt wird. „Es könnte gemeinschädliche Sachbeschädigung im Raum stehen“, sagt Sprecher Thomas Rappensberger. Darauf stehen bis zu drei Jahre Gefängnis. Allerdings müsste man die anonymen Österreicher erst mal finden. Am heutigen Freitag will ein Alpinpolizist am vermuteten Tatort recherchieren.

Offiziell Anzeige erstatten könnten die Bayerischen Staatsforsten, in deren Territorium der Zugspitzgipfel liegt. „Das ist einfach blöd“, entfährt es dem Leiter des zuständigen Forstamts Oberammergau, Meinhard Süß. Er werde den Hausjustitiar der Staatsforsten einschalten. „Es gibt einfach keinen Respekt vor nix mehr.“