Ärger zur Ferienzeit

Ärger über Zugausfälle in Bayern: Aufseher stellen Forderung - doch es gibt einen Haken

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Der „alex“ fährt in den Sommermonaten seltener als üblich - Grund ist Lokführer-Mangel.

Das nächste Unternehmen streicht Züge in Bayern - Ursache ist ein ärgerliches Dauerproblem. Leidtragende sind die die Fahrgäste.

Update vom 21. Juli, 17.05 Uhr: Um Zugausfälle zu reduzieren, will die Aufsichtsbehörde den Betreibern „höhere Personalquoten vorschreiben und beispielsweise Bereitschaftslokführer fordern“. Das werde schon in den kommenden Wettbewerbsverfahren geschehen, sagte die Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), Bärbel Fuchs, der Augsburger Allgemeinen.

„Bereits heute erhält ein Eisenbahnunternehmen kein Geld von uns, wenn seine Züge ausfallen“, sagte Fuchs. Aber die Behörde überlege, „durch welche weiteren Vertragsstrafen wir die Unternehmen bewegen können, mehr in ein verlässliches Zugfahren zu investieren anstatt auf Schienenersatzverkehr mit Bus zu setzen“. 

Allerdings fehlten Lokführer bundesweit. Das treffe Privatbetreiber ebenso wie die DB Regio bei der Südostbayernbahn. Wenn zur Urlaubszeit noch Krankheiten oder Schwangerschaften hinzukämen, wie jetzt bei der Bayerischen Regiobahn, sei das schwer zu kompensieren. Auch der bayerische Landtag hat bereits Besserung gefordert.

Erstmeldung: Nächstes Unternehmen streicht Züge in Bayern - Problem greift um sich 

Viechtach - Wegen fehlender Lokführer schränkt die Länderbahn den Zugverkehr auf mehreren Strecken vor allem in der Oberpfalz ein. Betroffen seien ab Dienstag die Verbindungen München-Regensburg-Schwandorf-Prag/-Hof mit alex-Nord-Zügen, Marktredwitz-Weiden-Regensburg sowie Schwandorf-Cham-Furth im Wald der Oberpfalzbahn, wie das private Eisenbahnunternehmen mit Sitz in Viechtach (Landkreis Regen) am Montagabend mitteilte. Gründe für den Lokführermangel seien ein erhöhter Krankenstand, die beginnende Urlaubszeit und Nachwuchsprobleme.

Alex- und Oberpfalzbahn-Züge fallen in den Sommerferien aus - Fahrgäste verpassen Anschlüsse

Statt der Züge werden bis Anfang September vor allem morgens und abends Busse auf den betroffenen Verbindungen fahren. Fahrgäste müssen längere Fahrtzeiten in Kauf nehmen und verpassen teilweise Anschlüsse, wie aus dem Ersatzfahrplan hervorgeht. Einige Verbindungen der Oberpfalzbahn fallen komplett aus. Mit dem Ende der Sommerferien in Bayern solle sich die Lage wieder entspannen und die Verbindungen wieder von Zügen befahren werden, sagte ein Sprecher.

Lokführer-Mangel in Bayern: Auch die Bayerische Regiobahn musste schon streichen

Personalmangel ist auch der Grund für wochenlange Einschränkungen des Zugverkehrs auf drei Strecken in Oberbayern und Schwaben. Die Bayerische Regiobahn (BRB) dampfte ihren Betrieb auf den Linien Augsburg-Ingolstadt, Ingolstadt-Eichstätt und von Augsburg-Oberhausen nach Schongau vorübergehend stark ein.

Bezahlt, koordiniert und überwacht wird der bayerische Bahn-Regionalverkehr im Auftrag der Staatsregierung von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG). Die Verbesserung der Personalsituation habe „höchste Priorität“, erklärte ein Sprecher kürzlich.

Die Länderbahn gehört zum Netinera-Konzern, der unter verschiedenen Namen nahezu bundesweit Privatbahnen betreibt. Netinera wiederum gehört zu einem Konsortium unter der Führung der italienischen Staatsbahn Trenitalia.

Probleme gibt es auch bei der BOB im Münchner Oberland - dort allerdings aus anderen Gründen. Am Ammersee hatte im Februar hingegen ein Lokführer die Kollision von zwei Zügen verhindert.

dpa/fn

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