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Bizarres Bürokratiedrama

Zehn Jahre nach Tod ihres Mannes: EON dreht Seniorin (94) Strom ab

Burkhard Kassner mit seiner 94-jährigen Mutter Anneliese
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Burkhard Kassner mit seiner 94-jährigen Mutter Anneliese
  • Volker Ufertinger
    VonVolker Ufertinger
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Anneliese Kassner ist 94 Jahre alt. Seit zehn Jahren ist die Seniorin aus Wolfratshausen Witwe. Völlig unvermutet ist die pflegebedürftige Frau nun in einen Vertragsstreit mit ihrem Stromanbieter geraten.

Wolfratshausen – Am Montagmorgen fiel in Anneliese Kassners Wohnung in Wolfratshausen der Strom aus. Für die 94-jährige Seniorin ist das nicht nur ein großes Ärgernis, sondern ein riesiges Problem. Denn sie kann nicht mehr gut sehen und hören und ist auf Pflege angewiesen.

Ihr Sohn Burkhard setzte alles daran, um von Eon zu erfahren, warum der Strom abgestellt wurde. Allerdings hing er in Warteschleifen. Also organisierte er für seine Mutter batteriebetriebene Lampen – und erkundigte sich nach kurzfristigen Betreuungsplätzen in Altenheimen. Vergeblich.

Es stellte sich heraus, dass der Stromausfall mit dem Tod von Anneliese Kassners Ehemann Georg zusammenhängt. Obwohl der schon zehn Jahre zurückliegt. Die Rentnerin hätte den Vertrag umschreiben lassen müssen, argumentiert Eon. Weil sie das nicht getan hatte, wurde der Strom gesperrt.

„Kein Mensch hat bei meiner Mutter angerufen und sich erkundigt“, ärgert sich Kassner. Erst nach und nach konnte er sich alles zusammenreimen. Er hatte Eon kürzlich darauf hingewiesen, dass der Name Kassner in den Rechnungen falsch geschrieben ist – und bei dieser Gelegenheit erwähnt, dass sein Vater verstorben ist. Er erhielt noch eine Abschlussrechnung, dachte sich nichts dabei und überwies den Betrag. Kurz darauf war der Strom weg.

Immerhin: Eon hat schnell reagiert, nachdem Kassner sich dort meldete. Am Dienstag kam ein Techniker und versorgte die Seniorin wieder mit Strom. Ein Eon-Mitarbeiter bedauerte die Unannehmlichkeiten. Das Unternehmen habe versucht, die 94-Jährige zu kontaktieren – vergeblich.