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Ist es auch das richtige Tier?

Chiemgau-Wolf soll „entnommen“ werden: Nicht jeder hat die Lizenz zum Töten

Der Wolf sorgt weiter für heftige Diskussionen.
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Der Wolf sorgt weiter für heftige Diskussionen.
  • Heidi Geyer
    VonHeidi Geyer
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Der Chiemgau-Wolf GW2425m darf abgeschossen werden. Aber wie soll das genau ablaufen und wer darf schießen?

Traunstein/München – Die Regierung von Oberbayern hat sich Zeit genommen. Knapp zwei Monate lag der Antrag auf Entnahme des Chiemgauer „Problemwolfs“ bei der Regierung von Oberbayern. Genau genommen handelt es sich um zwei Anträge, die sich auf unterschiedliche Tiere beziehen, für die aber ein Verfahren angewandt worden war. Nachdem am Freitag die Entscheidung für die Entnahme gegeben worden war, folgte am Montagabend um 20.52 Uhr der Rechtsakt: Auf den vier Seiten der veröffentlichten Allgemeinverfügung sind in trockenem Beamtendeutsch die Modalitäten für den Abschuss von GW2425m festgehalten.

Schutz im Nationalpark

Der Wolf darf in den Landkreisen Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land von der Landesgrenze im Süden und Osten bis zur Bundesautobahn A8 im Norden und zur Bundesautobahn A93 im Westen getötet werden. Dies ist insofern bemerkenswert, da der Wolf in Bergen eine Ziege in einem Offenstall attackiert hatte, der nur rund einen Kilometer von der A8 entfernt liegt. Nicht geschossen werden darf der Wolf im Nationalpark Berchtesgaden.

Mehrere Wolfsrisse und Sichtungen gab es in den vergangenen zwei Jahren in der Region. Rot markiert sind Nachweise von GW2425m.

Die „Lizenz zum Töten“ bekommt auch nicht jeder, sondern nur Jagdausübungsberechtigte in den genannten Gebieten sowie alle in diesen Revieren regelmäßig tätigen Begehungsscheininhaber, Forstbediensteten und Berufsjäger, die einen gültigen Jagdschein, „die erforderliche Erfahrung“ und entsprechende Ausrüstung haben. Voraussetzung ist allerdings, dass sich Interessierte vorab bis 24. Januar bei den Landratsämtern registrieren. Dann darf der Wolf bis 31. März gejagt werden.

Ist es das richtige Tier?

Um sicherzustellen, das es sich um das richtige Tier und nicht einen anderen, unauffälligen Wolf handelt, hat die Regierung von Oberbayern bestimmt, dass eine Entnahme sofort an das zuständige Landratsamt gemeldet werden muss. Das Amt hat in dem Fall die Aufgabe, zügig alle für die Entnahme berechtigten Jäger etwa per SMS zu informieren. Dann soll ein DNA-Nachweis Auskunft geben, ob es sich um das richtige Tier handelt. Bis dies geklärt ist, darf nicht weiter gejagt werden.

Viele Naturschützer hatte im Vorfeld kritisiert, dass die Entnahme des „richtigen“ Wolfes nicht garantiert werden könne. Die Regierung von Oberbayern sieht darin kein Risiko. „Uns liegen keine Erkenntnisse vor, dass sich aktuell im Geltungsbereich der Allgemeinverfügung weitere Wölfe aufhalten würden. Es ist daher sehr unwahrscheinlich, dass im Geltungsbereich ein falsches Tier erlegt würde“, so Sprecher Wolfgang Rupp auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Wobei jüngst mehrere Wolfssichtungen in Ramsau im Berchtesgadener Land für Aufregung gesorgt hatten. Andererseits hat GW2425m in der Vergangenheit schon weite Strecken zurückgelegt und war vor den Rissen in der Region bereits im Ötztal nachgewiesen worden.

Klagen von Naturschutzorganisationen

Wie berichtet hatten bereits mehrere Naturschutzorganisationen eine Klage gegen die Entnahme angekündigt. Der Bund Naturschutz wollte zunächst die ausführliche Begründung der Regierung von Oberbayern abwarten, nun stehe aber fest, dass man den Rechtsweg gehen wolle. Beate Rutkowski, stellvertretende Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) Landesverbandes und Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Traunstein, sieht keine Gefährdung für den Menschen und hält die Entnahme für unbegründet.

Die Regierung von Oberbayern soll laut BN ihre Entscheidung mit Aussagen der Expertenkommission, die am 23. Dezember getagt hatte, begründet haben. Nur sei diese ignoriert worden: „Das Protokoll enthält aus Sicht des BN aber keine Empfehlung für eine Entnahme. Die Kommission stellt vielmehr fest, dass die Bewertung der Einzelereignisse keine unmittelbare Gefahr für Leben und Gesundheit des Menschen ablesen lasse.“

Dem Wolf Grenzen aufzeigen

Das betreffende Papier liegt unserer Zeitung vor, trifft aber keine eindeutige Aussage, ob eine Entnahme empfohlen wurde, oder nicht. Stattdessen ist von Unklarheiten im bayerischen „Aktionsplan Wolf“ die Rede: „Die hier vorliegende Fallkonstellation fehlt.“ Noch liegen beim Verwaltungsgericht München weder ein Eilantrag noch eine Klage gegen die Allgemeinverfügung vor, hieß es auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen.

Eine andere Sicht der Dinge als der BN hat der Bayerische Jagdverband, der ebenfalls ein anerkannter Naturschutzverband ist und nimmt die Entscheidung der Regierung von Oberbayern „zur Kenntnis“. Dem Wolf Grenzen aufzuzeigen, sei auch für den Jagdverband nachvollziehbar. Einen bitteren Beigeschmack hinterlasse allerdings, dass Wölfe sich uneingeschränkt vermehren und verbreiten dürfen. Hirsche hingegen müssen seit 60 Jahren in sogenannten Rotwildgebieten konzentriert werden und außerhalb dieser „sofort und ohne Gnade erlegt werden“.