Wohnmobil zerschellt in Fluss

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Ausnahmezustand in der Miesbacher Innenstadt: Beim Sturz in die Schlierach ist am Montagnachmittag ein Wohnmobil vollständig zerstört worden. Die drei Insassen wurden schwer verletzt - konnten aber rasch gerettet werden.

Drei INsassen schwer verletzt

Ausnahmezustand in der Miesbacher Innenstadt: Beim Sturz in die Schlierach ist am Montagnachmittag ein Wohnmobil vollständig zerstört worden. Die drei Insassen wurden schwer verletzt - konnten aber rasch gerettet werden.

Von Klaus-Maria Mehr

Miesbach – „War da noch jemand drin?“, fragt eine Miesbacher Passantin entsetzt. Ja, und auch wenn es unglaublich klingt: Alle drei Verunglückten konnten lebend aus dem Wrack befreit werden. Der Zustand des Unfallfahrzeugs lässt etwas anderes vermuten. Das Wohnmobil ist kaum mehr als solches zu erkennen. Das Dach ist um Meter eingedrückt. Was vom Innenraum übrig ist, wird von den Fluten der Schlierach umspült. Das herausgebrochene Brückengeländer baumelt noch an einer Verankerung hängend über dem Fluss.

Um 15.50 Uhr spielte sich laut Polizei und Feuerwehr das Drama wie folgt ab: Der 80-jährige Fahrer war im Zentrum der Kreisstadt mit seinem Fiat-Wohmobil auf der Albert-Schweizer-Straße bergab Richtung Schlierach-Brücke unterwegs. Mit im Auto saßen seine 76-jährige Frau und deren 67-jähriger Bruder. Alle drei kamen aus München. Laut Polizei war der Fahrer deutlich zu schnell und hatte entweder gar nicht oder zu spät gebremst. „Brems’! Du bist zu schnell“, soll ihm seine Frau vom Beifahrersitz aus noch zugerufen haben. Aber, so sagte er der Polizei: „Ich hab’ es nicht mehr derbremst.“

Am Ende der Straße verlor der 80-Jährige vollkommen die Kontrolle über sein Fahrzeug, querte geradeaus die Tölzer Straße, durchbrach das Brückengeländer und das Wohnmobil stürzte mit der Vorderseite voran in die sechs Meter tiefer gelegene Schlierach, überschlug sich und blieb mit dem Heck flussaufwärts gerichtet auf dem Dach liegen. Das Dach war komplett eingedellt, die Insassen teilweise unter Wasser.

Innerhalb von Minuten war die Freiwillige Feuerwehr Miesbach zur Stelle und konnte die Insassen zusammen mit einigen Ersthelfern nach weiteren zehn Minuten aus dem Wrack befreien. „Zum Glück sind die Dinger so windig gebaut“, berichtet ein Helfer. So sei man leichter an die Insassen gekommen.

Die weitere Rettung gestaltete sich schwierig. Böschung und Bäume waren den Einsatzkräften im Weg. Die drei Münchner wurden schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt. Sie erlitten eine Vielzahl von Knochenbrüchen, waren aber ansprechbar. Per Schleifkorbtrage und Feuerwehrleiter mussten sie einzeln hinaufgezogen werden. Das dauerte noch mal rund 40 Minuten. Die beiden Männer wurden mit zwei Hubschraubern in die Krankenhäuser nach Rosenheim und Murnau abtransportiert. Die Frau kam per Rettungswagen in das örtliche Krankenhaus Agatharied. „Sie hatten ein Riesenglück, anders kann man das nicht nennen“, sagt Rettungsdienst-Einsatzleiter Tobias Rullmann-Stekl.

Aus dem Fahrzeug waren Öl und Benzin ausgetreten. „Wir haben eine Ölsperre flussabwärts errichtet“, sagt der Feuerwehreinsatzleiter, Kreisbrandmeister und stellvertretender Miesbacher Kommandant Florian Dirscherl. Der Ölteppich werde abgesaugt. Die Feuerwehr musste das Wrack in Einzelteilen mit ihrem Kran heraufziehen. Außerdem wurde ein Abschleppunternehmen mit Autokran hinzugezogen. Die Bergung dauerte bis in die späten Abendstunden an.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare