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Welche Folgen haben 3G-plus oder 2G?

Wirte bangen wegen Corona-Zahlen um das Weihnachtsgeschäft

Frau in der Gaststätte beim Servieren.
+
Wird auch zu Weihnachten für die Gäste serviert?
  • Laura May
    VonLaura May
    schließen

Die rasant steigenden Corona-Zahlen lassen die Gastronomen um das (überlebens)wichtige Weihnachtsgeschäft bangen. Mit Zuschüssen dürfte diesmal nicht zu rechnen sein.

München – Nach zaghafter Euphorie im Sommer fürchten viele Gastronomen aus dem Umfeld jetzt, dass ihr Geschäft in den kommenden Wochen erneut der Pandemie zum Opfer fällt – dieses Mal ohne staatliche Zuschüsse. Denn: Kein Lockdown, keine Corona-Hilfe. „Jetzt wo das Geschäft endlich wieder am Laufen ist, kommt schon wieder ein Schock“, sagt Traudl Schmidramsl, Wirtin des Ismaninger Neuwirts. Die neue Messlatte des Infektionsgeschehens ist die Corona-Ampel. Und die steht seit Dienstag (9. November) auf Rot, weil mehr als 600 Covid-19-Patienten auf bayerischen Intensivstationen liegen.

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Wer zahlt 3G-plus?

Für Gastronomen heißt das: 3G-plus-Regel. Heißt: Gäste müssen geimpft, genesen oder per PCR-Test getestet sein. Es ändert sich also eigentlich nichts im Vergleich zur gelben Ampel – doch ist vielen offenbar nicht ganz klar, welche Regeln etwa für Angestellte des Gastgewerbes gelten.

Der Bayerische Hotel- und Gastronomieverband (Dehoga) warnte am Montag davor, dass zwei PCR-Tests pro Woche rund 800 Euro pro Monat kosten – für Mitarbeiter sei das ein „utopischer Preis“. Laut Infektionsschutzgesetz haben aber sowieso Arbeitgeber eine sogenannte Testangebotspflicht. Auf Anfrage des Münchner Merkur teilen Landratsamt und Bayerisches Gesundheitsministerium mit: Der Arbeitgeber müsse zwei beliebige Testangebote pro Woche machen. Laut Dehoga sind Arbeitgeber aber nicht explizit verpflichtet, für zwei PCR-Tests, die deutlich teurer sind, zu bezahlen.

Frage nach Impfung nicht erlaubt

Hinzu kommt, dass sich Gastronomen bei ihren Angestellten aus arbeitsrechtlichen Gründen gar nicht erkundigen dürfen, ob sie geimpft sind. „Wir dürfen nicht fragen, dann können wir auch keine Tests zu Verfügung stellen“, bestätigt Kristine Mergel, Assistentin der Geschäftsleitung der Waldwirtschaft in Pullach. Wie sollen die Verantwortlichen also wissen, welcher Angestellte geimpft ist und wem sie dann einen PCR-Test zahlen müssen?

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„Wenn die Regelungen so bestehen bleiben, wäre dies kein Lockdown, sondern der personelle Shutdown einer ganzen Branche“, alarmiert Angela Inselkammer, Präsidentin der Dehoga und Geschäftsführerin des Brauereigasthofs Aying. Ohnehin gehen viele Gastronomen weiterhin davon aus, dass ein Schnelltest für ihre Angestellten reicht.

Auch die Frage nach der Maskenpflicht wird verschieden ausgelegt: Während das Bayerische Gesundheitsministerium darauf verweist, dass mit der 3G-plus-Regel die Maskenpflicht für Gäste und Mitarbeiter entfällt, müssen Kellner verschiedener Lokale seit Samstag wieder FFP2-Masken tragen. Bei gelber und roter Ampelstufe ist die „Anhebung auf FFP2-Maske“ als Änderung angegeben. Wen das genau betrifft, ist vielen auch nicht klar.

Die Angst der Gäste

„Mit den verschiedenen Ampelstufen verändert sich vor allem die Angst der Gäste“, sagt Traudl Schmidramsl. Zu den organisatorischen und rechtlichen Problemen kommt die erneut wachsende Unsicherheit der Besucher. Denn auch wenn die Inzidenz infektiologisch nur mehr begrenzt aussagekräftig ist, reagieren die Menschen immer noch darauf.

„Bisher hatten wir in der Waldwirtschaft nur eine Absage aufgrund der steigenden Inzidenz, nicht wegen 3G-plus“, sagt Mergel. Die Stimmung sei gemischt nach dem ersten Sonntag mit 3G-plus-Regel. „Gestern hatten wir einen einzigen Gast mit PCR-Test – die anderen saßen auf der beheizten Außenterrasse“, wo die 3G-plus-Regel nicht gilt.

Ist 2G die beste Lösung?

Ob nun die 3G-Regel gilt oder nicht würde ohnehin keinen großen Unterschied machen. „Für die Gäste sind die PCR-Tests zu teuer, um einmal essen zu gehen“, sagt Traudl Schmidramsl. Sie geht davon aus, dass strengere Auflagen der einzige Weg zurück zur Normalität sind. „2G ist wahrscheinlich die beste Lösung.“ Anders sieht das Kristine Mergel. Denn bei 3G-plus oder 2G-Regel für die Gastronomie würden auch viele bereits Geimpfte nicht kommen, die mit ungeimpften Bekannten oder Verwandten unterwegs sein wollen. „Solidarität geht ja in beide Richtungen.“

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Beide Gastronominnen hoffen, dass es nicht noch schlimmer kommt und die wiederkehrende Angst vor dem Virus nicht ihr komplettes Weihnachtsgeschäft zerstört, etwa weil die bereits geplanten Feiern wieder abgesagt werden. Traudl Schmidramsl bleibt erst mal optimistisch: „Wenn wir dürfen, ziehen wir es durch.“

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