BEI SKITOURENGEHERN IST DER GABLER EIN BELIEBTES ZIEL

Im Winter wohl einfacher

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26. März 2017: Redakteur Martin Becker bei seiner Skitour zum Gabler. Foto: Markus Kunzke

Unser Redakteur Martin Becker (50) war nach 2005 heuer am 26. März zum zweiten Mal auf dem Gabler – allerdings mit Tourenski.

Er erinnert sich an seine Touren:

„Als eine der ,schönsten und großzügigsten Skitouren der Ostalpen‘ wird der Gabler in der Alpinliteratur gepriesen. Das stimmt! Aber man muss sich diesen Berg, dessen nordseitige Firnglatze im Winter auch von bayerischen Gipfeln aus erkennbar ist, mit über 1800 Höhenmetern Aufstieg hart erarbeiten. Denn anders als im Sommer, wenn sich die Zittauer Hütte zum Übernachten anbietet, wird der Gabler im Winter in der Regel als Tagesskitour vom Alpengasthof Finkau im Wildgerlostal gemacht. Die Skitourenroute ist nahezu identisch mit dem Sommeraufstieg – bloß, dass man sich im Winter den Schlenker zur Zittauer Hütte spart und direkt über die Moräne aufsteigt. Und anders als im Sommer wird der Gabler als Skitour meist seilfrei begangen, weil die Gletscherspalten oft zugeschneit sind und auch in den Steilstücken passable Schneeverhältnisse herrschen. Respekt vor dem Gletscher ist freilich auch im Winter angebracht: Ich erinnere mich gut, wie eine Bergsport-Webseite mal das Foto einer falsch gelegten Skitourenspur mit dem Foto der Spaltenbrüche im Sommer überblendet hat – erstaunlich, wie viel vermeintliche Sicherheit eine geschlossene Schneedecke suggeriert. Trotzdem glaube ich, dass der Gabler mit Tourenski im Winter einfacher zu besteigen ist als mit Steigeisen und Pickel im Sommer. Natürlich hatten auch wir heuer hartgefrorene Steilpassagen, mussten Harscheisen auf die Skier montieren, punktuell die Lawinenlage beachten. Aber mit Blankeis wie beim furchtbaren Unfall vom Sonntag hatten wir nie zu kämpfen. Dafür im März mit dichtem Nebel, der plötzlich aufzog und die Sichtweite für zwei Stunden stark reduzierte: Mithilfe von GPS und anhand der Spuren im Schnee haben wir uns vorsichtig talwärts gearbeitet, teils in 30-Meter-Etappen. Bis auf Höhe der Materialseilbahn der Himmel wieder aufriss.“

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