CSU will Pflegeberatung stärken

  • schließen
  • Weitere
    schließen
Viel zu tun: In der Pflege herrscht Handlungsbedarf. epd

Das Thema Pflege hat politisch an Gewicht gewonnen. Auch bei Ministerpräsident Markus Söder steht es weit oben auf der Liste. Die Landtags-CSU legt nun mit neuen Plänen nach.

Antragspaket

von sebastian Horsch

München – Den wuchtigen ersten Aufschlag hatte der neue Ministerpräsident im April noch selbst hingelegt. Eine halbe Milliarde Euro werde er in die Pflege buttern, kündigte Markus Söder damals an. 500 neue Kurzzeitpflegeplätze soll es geben, dazu 1000 stationäre Plätze. Zudem versprach Söder ein Pflegegeld von 1000 Euro jährlich für jeden daheim versorgten Pflegebedürftigen. Im September, einen Monat vor der Landtagswahl, soll es zum ersten Mal fließen – an 360 000 Bayern. Das Signal war klar: Die Pflege ist jetzt Chefsache.

Der zweite CSU-Pflege-Aufschlag fand nun elf Wochen später hingegen in deutlich kleinerem Rahmen statt – und ganz ohne Ministerpräsident. Im Landtag teilte die CSU-Fraktion gestern einer kleinen Presserunde mit, wie sie über Söders Ankündigungen hinaus die Pflege im Freistaat verbessern will. Die Vorsitzenden des Arbeitskreises Gesundheit, Bernhard Seidenath und Klaus Holetschek, präsentierten gleich 20 neue Anträge – mit weit weniger finanzieller Wucht als im April, dafür mit breitem Blickwinkel.

Denn während Bayern bei bundesweiten Pflege-Großbaustellen – wie etwa der kniffligen Aufgabe, ein flächendeckendes Tarifwerk in der Altenpflege zu schaffen – höchstens antreibend wirken kann, bieten sich dem Freistaat auf anderen Feldern noch viele kleine Gestaltungsräume. Und somit Verbesserungsmöglichkeiten. Als ein „ganz zentrales Thema“ bezeichnet Holetschek dabei die Pflegestützpunkte, bei denen Betroffene und deren Angehörige konkrete Informationen und Hilfe bekommen – zumindest theoretisch. Denn 2009 waren einmal 60 solcher Anlaufstellen in Bayern geplant, bis heute gibt es aber nur neun davon. Warum die Kommunen die Pflegestützpunkte – die sie übrigens selbst mitfinanzieren sollen – nur zögerlich einrichten, konnten Seidenath und Holetschek nicht erklären. Doch es soll sich ändern: „Wir müssen das ausbauen und unterstützen“, sagte Holetschek. Insgesamt zielen die CSU-Initiativen neben der Unterstützung der Angehörigen vor allem auch auf die Gewinnung von Personal. Ein knapper Überblick in Auszügen:

So soll die Staatsregierung beispielsweise prüfen, ob es Bedarf für zusätzliche Pflege-Schulen gibt und wie auch Angebote privater Träger vom Schulgeld befreit werden könnten. Mit einer Kampagne sollen zudem Rückkehrer und Quereinsteiger gewonnen werden. Eine Initiative nach hessischem Vorbild, wo das Land bei der Anwerbung ausländischer Fachkräfte hilft, ist laut Seidenath hingegen kein Thema.

Statdessen setzt die CSU auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Dazu will sie unter anderem auf einen besseren Personalschlüssel in bayerischen Einrichtungen hinarbeiten. Darüber hinaus will die CSU-Fraktion zur Unterstützung mehr Bundesfreiwilligendienstleistende in bayerischen Einrichtungen einsetzen lassen – 2017 waren es gerade einmal 190. Die Staatsregierung soll sich beim Bund dafür einsetzen, dass es mehr werden.

Zurück zur Übersicht: Bayern

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare