Wildwest auf der A93

Autorennen gipfelte in Messerattacke – Jugendstrafe. Weiden – Einen fast tödlichen Messerstich nach einem illegalen Autorennen auf einer Autobahn muss ein 21-Jähriger mit sechs Jahren Jugendhaft büßen.

Das Landgericht Weiden verurteilte am Donnerstag den jungen Mann an dessen Geburtstag wegen versuchten Mordes.

Der Angeklagte habe sein Messer in Erwartung einer Auseinandersetzung griffbereit gehabt und dann zugestochen, sagte der Vorsitzende Richter, Walter Leupold. Das 20 Jahre alte Opfer habe nicht mit einem so massiven Angriff rechnen können. Daher sei das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt. Das Gericht folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Der Tat voraus gingen im Juni 2013 die wechselseitigen Provokationen zwischen zweier Autofahrer auf der Autobahn 93. Immer wieder kam es dabei zu gefährlichen Brems- und Überholmanövern. Nachdem beide Fahrzeuge bei Weiden die Autobahn verließen, eskalierte die Situation zwischen den Beifahrern, als das spätere Opfer den Angeklagten zur Rede stellen wollte. Der damals 20-Jährige versetzte seinem Kontrahenten unvermittelt durch das geöffnete Seitenfenster einen Stich in die linke Körperhälfte, dann raste der Fahrer davon. Das Opfer konnte im Krankenhaus gerettet werden.

Richter Leupold betonte, dass alle vier Beteiligten ein „gockelhaftes Verhalten auf der Autobahn“ gezeigt hätten. „Sie haben die Autobahn mit dem Wilden Westen verwechselt.“  lby

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