Schwerer Unfall auf A8 bei Weyarn am Sonntag

Frau (43) verliert Bein: Sie will Erste Hilfe leisten und wird zwischen Autos eingeklemmt

  • Markus Zwigl
    vonMarkus Zwigl
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Am 10. Januar kam es gegen 15.45 Uhr auf der A8, Höhe Anschlussstelle Weyarn in Fahrtrichtung Salzburg, zu einem schweren Verkehrsunfall zwischen drei Fahrzeugen.

Service: Aktuelle Verkehrsmeldungen

Update, 5.20 Uhr - Autobahn wieder frei befahrbar - Ersthelferin verliert Bein

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Die Totalsperre der Autobahn konnte gegen 21 Uhr aufgehoben werden. Da die derzeitigen Corona-Beschränkungen eh den Individualverkehr reduziert haben, kam es zu keinen gravierenden Behinderungen. Der auflaufende Verkehr konnte problemlos die Umfahrung über Weyarn/Miesbach/Irschenberg nutzen.

Zum Unfallhergang:

Wie bereits erwähnt, war es auf dem mittleren von drei Fahrstreifen zu einem Auffahrunfall zwischen einem Volvo und einem Mercedes Kleintransporters gekommen. Ein 60-Jähriger aus Heilbronn war mit dem Mercedes auf den Volvo eines 42-jährigen Münchners aufgefahren.

Die 43-jährige Ersthelferin, die ihr Fahrzeug auf dem Seitenstreifen abstellte und zur Unfallstelle eilte, befand sich just in dem Moment, als eine 73-jährige Münchnerin mit ihrem BMW auf den Mercedes-Kleintransporter auffuhr, zwischen Mercedes und Volvo. Der Mercedes wurde nochmal auf den Volvo aufgeschoben und die Ersthelferin zwischen beiden Fahrzeugen eingeklemmt.

Sie wurde schwerst verletzt in eine Spezialklinik geflogen.

Trotz allem Leid gebührt den Feuerwehren aus Bayern, die mit 26 Fahrzeugen als Hilfstransport in Richtung Kroatien unterwegs waren, großer Dank. Sie kamen quasi als erste spezialisierte Helfer an die Unfallstelle und trennten die beiden verkeilten Fahrzeuge, um die schwer verletzte Ersthelferin zu befreien. Trotzdem verlor diese Frau ein Bein und erlitt multiple weitere Verletzungen.

Nach letzten Erkenntnissen ist ihr Zustand aber stabil.

Im Mercedes-Kleintransporter wurden sowohl Fahrer als auch der Beifahrer leicht verletzt. Sie wurden beide zur Beobachtung ins Krankenhaus eingeliefert.

Ebenfalls schwer verletzt wurde die 73-jährige Münchnerin. Auch sie wurde mit einem Hubschrauber in eine Spezialklinik geflogen. Ihr Ehemann, der Beifahrer war, sowie der Fahrer des Volvo kamen ebenfalls in Krankenhäuser.

Folgeunfall:

Zu allem Überfluss ereignete sich im ersten Stau hinter der Unfallstelle ein Folgeunfall, bei dem eine 18-Jährige aus Diepholz/Norddeutschland mit ihrem Mercedes auf den Mercedes eines 25-jährigen Augsburgers auffuhr. Auch hier wurden beide Fahrzeugführer vom Rettungsdienst zumindest begutachtet, es wurden jedoch keine offensichtlichen Verletzungen festgestellt, bzw. eine Behandlung wurde auch von den betroffenen Personen abgelehnt.

Es entstand Sachschaden in Höhe von etwa 12.500 Euro.

Eine Prüfung der „Triftigen Gründe zum Verlassen der Wohnung“ im Sinne der 11. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung aller beteiligter Personen konnte noch nicht durchgeführt werden, ist aber nicht in Vergessenheit geraten.

Pressemeldung Autobahnpolizeiinspektion Holzkirchen

Update, 19.40 Uhr - Autobahn soll um kurz nach 20 Uhr wieder freigegeben werden

Die Vollsperrung der A8, Höhe Anschlussstelle Weyarn in Fahrtrichtung Salzburg, soll noch etwa eine halbe Stunde andauern, wie ein Sprecher der Autobahnpolizei Holzkirchen auf Nachfrage von mangfall24.de erklärte. Weitere Informationen über den Gesundheitszustand der schwerverletzten Frau und den anderen verletzten Personen liegen demnach noch nicht vor. Die Ermittlungen dauern an, so der Sprecher.

Erstmeldung:

Weyarn - Nach bisherigem Ermittlungsstand kam es zunächst zu einem Auffahrunfall zwischen einem Volvo und einem Mercedes. Eine 43-jährige Münchenerin wollte Erste Hilfe leisten, hielt hierzu am Seitenstreifen an und begab sich daraufhin zu den beiden auf dem mittleren Fahrstreifen stehenden Fahrzeugen. Aus bislang ungeklärter Ursache, vermutlich jedoch dem Umstand geschuldet, dass die Unfallstelle noch nicht abgesichert werden konnte, fuhr daraufhin eine ebenfalls aus München stammende 73-jährige Fahrerin hinten auf die beiden stehenden Fahrzeuge auf und quetschte die 43-jährige Ersthelferin zwischen den beiden stehenden Wagen ein.

Die Frau erlitt schwerste Verletzungen und wurde umgehend mittels Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Die Unfallverursacherin sowie die Insassen der beiden anderen Fahrzeuge wurden ebenfalls verletzt und zur weiteren Behandlung in umliegende Krankenhäuser verbracht. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf circa 40.000 Euro.

Die Unfallaufnahme dauert noch an, weshalb die Autobahn derzeit voll gesperrt ist. Zur Absicherung der Unfallstelle sowie zur Ausleitung des Verkehrs an der Anschlussstelle Weyarn sind die Autobahnmeisterei Holzkirchen sowie die Freiwilligen Feuerwehren Otterfing, Weyarn und Holzkirchen im Einsatz.

Pressemeldung Autobahnpolizeiinspektion Holzkirchen

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