Wenn ich Zweibeiner mit einem Korb aus dem Wald kommen sehe, bin ich immer ein wenig in Sorge.

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Wenn ich Zweibeiner mit einem Korb aus dem Wald kommen sehe, bin ich immer ein wenig in Sorge.

Denn meist haben sie dann Pilze gesammelt. Schon oft habe ich sie gefragt, ob sie wirklich sicher sind, dass alle davon essbar sind – und habe ihnen geraten, im Zweifel zu einer Pilzberatungsstelle zu watscheln. Viele leckere Schwammerl haben nämlich giftige Doppelgänger. Bei Wiesenchampignons ist das etwa der giftige weiße Knollenblätterpilz. Kürzlich habe ich allerdings einen Zweibeiner getroffen, der viele Pilze gesammelt hatte, die er gar nicht essen wollte. „Ich will sie genauer untersuchen“, verriet er mir. Er sei nämlich Wissenschaftler. Das machte mich neugierig und ich fragte ihn nach den Namen der vielen Pilze. „Ein Winterling, ein Muschelseitling und ein Mönchskopf“, zählte er auf. „Der mit dem langem Stiel und gelbem Kopf ist ein Hallimasch.“ Ich musste lachen. „Lustige Namen für so kleine, unscheinbare Pilze“, quakte ich. „Aber Pilze sind doch nicht klein!“, sagte der Mann. „Sie sind sogar oft riesengroß.“ Was man von den Pilzen sieht, ist nämlich nur ihr Fruchtstand. Der viel größere Teil, ein wurzelähnliches feines Geflecht, wächst in der Erde. „Man nennt es Myzel“, sagte der Mann. „In Amerika gibt es einen Hallimasch, dessen Myzel so riesig ist, dass es als größtes Lebewesen der Welt gilt.“ Das Pilzgeflecht ist mehr als 900 Fußballfelder groß und soll geschätzt etwa 2400 Jahre alt sein. Eure Paula

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