Weniger Einbrüche in Bayern

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Rund 6000 Wohnungseinbrüche wurden 2017 bei der Polizei gemeldet – fast 20 Prozent weniger als im Vorjahr. FOto: dpa

Die Zahl der Einbrüche in Bayern ist gesunken – zum dritten Mal in Folge. Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft warnt jedoch davor, sich auf dem Trend auszuruhen.

Kriminalität

von Marco Hadem und Wera Engelhardt

München – In Bayern ist im vergangenen Jahr die Zahl der Wohnungseinbrüche deutlich zurückgegangen. Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Sicherheitskreisen erfuhr, wurden 2017 nur noch 6045 Vorfälle bei der Polizei gemeldet – das bedeutet im Vergleich zu 2016 (7480) einen Rückgang um rund 19,2 Prozent. Das Innenministerium wollte die Zahl auf Anfrage nicht kommentieren. Heute soll in München die polizeiliche Kriminalstatistik vorgestellt werden.

Auch die Aufklärungsquote ist im Freistaat den Informationen zufolge im selben Zeitraum leicht gestiegen – um 2,3 Prozentpunkte auf 21,2 Prozent (2017).

Im langfristigen Vergleich ist die Zahl der Einbrüche in bayerischen Wohnungen und Häusern zum dritten Mal in Folge gesunken und hat den niedrigsten Wert seit fünf Jahren erreicht. Nach jahrelangem Anstieg hatte Bayern im Jahr 2015 erstmals weniger Einbrüche verzeichnet. 7480 wurden damals gezählt, 2014 hatten die Behörden noch 8210 Fälle verzeichnet. 2012 hatte es in Bayern nur 5709 Wohnungseinbrüche gegeben, 2013 bereits 6385.

Der bayerische Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Nachtigall, erklärt diesen Trend unter anderem damit, dass sich die Kollegen in den Polizeipräsidien schwerpunktmäßig mit dem Thema Einbrüche beschäftigt hätten. So seien etwa spezielle Ermittlungsgruppen eingerichtet worden. Zudem sei die Bevölkerung gezielt informiert worden, wie Schutz vor Einbrüchen aussehen kann.

„Wir können solche Schwerpunktaktionen wegen des Personalaufwands aber nur begrenzt durchführen“, mahnte Nachtigall. Irgendwann müssten die Polizisten an ihre „normalen Dienststellen“ zurückkehren. Er warnte vor einem „Bumerang-Effekt“ – dass die Einbruchszahlen mit vermindertem Aufwand womöglich wieder steigen könnten.

Auch deutschlandweit macht sich die Entwicklung bemerkbar. Das Bundeskriminalamt rechnet für das Jahr 2017 mit einem spürbaren Rückgang. Es wäre das zweite Jahr, in dem es weniger Wohnungseinbrüche gab – die Fälle waren 2016 bundesweit um 9,5 Prozent auf 151 265 zurückgegangen. Deutschlandweite Zahlen für 2017 liegen noch nicht vor.

Im bundesweiten Vergleich ist in Bayern die Gefahr, zuhause bestohlen zu werden, am niedrigsten. 47 Einbrüche gab es 2017 pro 100 000 Einwohner. Zum Vergleich: 2016 hatte es etwa in Bremen 459 Einbrüche pro 100 000 Einwohner gegeben, in Nordrhein-Westfalen 294 und in Niedersachsen 207.

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