Weltkulturerbe im Pfaffenwinkel

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Blick auf Hochaltar und Fresken in der Wieskirche. fkn

Unsere Schönsten Kirchen . Die weltberühmte Wieskirche an der Romantischen Straße im Pfaffenwinkel ist das einzige Bauwerk in Oberbayern, das zum Weltkulturerbe der Unesco zählt.

Den meisten Kunsthistorikern gilt das Meisterwerk von Dominikus Zimmermann als die perfekteste Rokokokirche überhaupt.

Ausgangspunkt der Wallfahrt war die Figur eines Heilands an der Geißelsäule, die nach Aussage einer Bäuerin Tränen vergossen haben soll. Der daraufhin einsetzende Pilgerstrom erforderte den Bau einer Wallfahrtskirche, den der Abt des Klosters Steingaden betrieb. Innerhalb von zehn Jahren entstand ab 1746 durch das Zusammenwirken der besten Künstler das einmalige Gesamtkunstwerk. Beeindruckend ist die einsame Lage der Wies auf einer Waldwiese vor der Kulisse der Trauchberge. Das auf- und abschwellende Dach wirkt selbst wie eine Berglandschaft: Auf die niedrige Vorhalle folgt das hohe, vorschwingende Dach des Hauptraumes, wiederum niedriger der gerade, langgestreckte Chor. Daran schließen sich der Ostturm und vor ihm mit tiefer Firstlinie die Sommerresidenz der Äbte an.

Durch den halbkreisförmigen Vorraum gelangt der Besucher in den längsovalen Hauptraum. Acht gewaltige Freipfeilerpaare umgrenzen den Gemeinderaum und bilden zur Wand hin einen schmalen Umgang. Wände und Freipfeiler sind in blendendem Weiß gehalten, erst über den Arkaden setzt mit zarten Stuckaturen Farbigkeit ein. Das Deckenfresko des Bruders von Dominikus, Johann Baptist Zimmermann, erfüllt den geistlichen Festsaal indes mit strahlenden Farben. Sein Thema ist die Wiederkunft Christi zum Weltgericht. Man sieht ihn wie beim Blick in einen offenen Himmel auf einem Regenbogen thronend. Engel tragen das Kreuz als Symbol für den Opfertod des Herrn. Der von einem blauen Baldachin überfangene Richterthron und das geschlossene Tor der Zeit verweisen ebenfalls auf das Jüngste Gericht.

Der Altarraum als Herzstück der Wies ist in seiner Farbigkeit und seinen Ornamenten gegenüber dem Hauptraum wesentlich gesteigert. Von großer Pracht sind die rotmarmorierten Säulen des Hochaltars und die blaumarmorierten Säulen an den längsseitigen Emporen des Chores. Über dem Tabernakel steht in einer Nische das Gnadenbild des gegeißelten Heilands. Darüber sieht man einen Pelikan, der ein Christussymbol darstellt, da man seit der Antike meinte, der Vogel füttere seine Jungen mit seinem eigenen Blut. Das Altarbild mit der Darstellung der Heiligen Sippe ist von den Skulpturen der vier Evangelisten gerahmt.

Weitere Glanzpunkte sind die überreich dekorierte, rot-blau-goldene Kanzel, die ihr gegenüber liegende Abtsloge, die beiden Seitenaltäre und die vier überlebensgroßen Skulpturen der Kirchenväter von dem Tiroler Anton Sturm. Wilfried Rogasch

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