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Hersteller reagieren auf Varianten

Welche Impfstoffe vor Corona-Mutationen schützen

Astrazeneca
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Im regionalen Impfzentrum wird eine Spritze mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca aufgezogen.
  • Jennifer Bretz
    vonJennifer Bretz
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Während die Impfungen gegen das Coronavirus weltweit langsam Fahrt aufnehmen, bilden sich immer mehr Virusvarianten. Könnten die Impfstoffe bald ihre Wirkung verlieren? Welche Impfstoffe vor welchen Mutationen schützen.

Landkreis - Das Impfen gegen das Coronavirus rollt gerade erst richtig an, schon drohen neue Varianten auch in Deutschland das Infektionsgeschehen zu übernehmen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Ministerpräsident Markus Söder sprachen jüngst im Hinblick auf die Mutationen von „einer neuen Pandemie“. Besonders die auch in der Region schon weit verbreitete Britische Variante (Plus-Artikel) sei ansteckender und tödlicher. Wie kann der Schutz vor dem Coronavirus trotzdem klappen? Helfen die Impfstoffe auch gegen die Mutationen?

Wirken die Impfstoffe auch gegen Corona-Mutationen?

Grundsätzlich bieten die bereits zugelassenen Impfstoffe auch einen Schutz gegen die Mutanten bzw. Varianten des herkömmlichen Coronavirus. Allerdings gibt es in der Wirksamkeit große Unterschiede. Vor allem gegen die in Deutschland besonders verbreitete britische Corona-Mutante B.1.1.7 schützen die Impfstoffe offenbar gut. „Hinweise auf eine substantiell verringerte Wirksamkeit der Impfstoffe gibt es bislang nicht„, schreibt das Robert Koch-Institut (Stand Mitte März).

Offenbar weniger gut schützen die Impfstoffe demnach vor der südafrikanischen Variante B.1.351 und vor der brasilianischen Variante P.1. Beide zeichnen sich durch eine Mutation im Spikeprotein aus, die scheinbar die Bindung von Antikörpern beeinträchtigt. Dementsprechend wirken Impfstoffe nicht mehr so gut. Einem Beitrag des Deutschlandfunks zufolge verringert sich zum Beispiel die Wirksamkeit der Vakzine von Johnson&Johnson und Novavax bei der Mutante in Südafrika auf 50 bis 60 Prozent

Astrazeneca zeigt sogar eine noch geringere Wirksamkeit und kann selbst milde Krankheitsverläufe kaum verhindern. Laut Studien der Universitäten Oxford und Johannesburg bietet der Impfstoff hierbei nur einen Schutz von zehn Prozent vor leichten und mittelschweren Krankheitsverläufen. Hersteller Astrazeneca hat bereits angekündigt, seinen Impfstoff entsprechend anzupassen. Nicht bekannt ist dagegen, welchen Schutz gegen diese Mutanten der russische Sputnik bietet, dessen Wirksamkeit gegen das ursprüngliche Virus bei mehr als 90 Prozent liegen soll.

Wie lässt sich die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe gegen die Corona-Mutationen erhöhen?

Auch wenn einige Impfstoffe nicht ganz so wirksam gegen Mutationen sind, bedeutet das nicht, dass die derzeit verfügbaren Impfstoffe bald überflüssig sind. Es gibt zwei Ansätze, mit denen sich die Wirksamkeit dieser Impfstoffe erhöhen lassen könnten:

  • Booster-Impfung: Nach den üblichen zwei Impfdosen wird eine dritte Dosis verabreicht, um den Antikörperspiegel zu steigern. Bei anderen Impfungen konnten hier schon Erfolge festgestellt werden.
  • Kombinations-Impfung: Verschiedene Impfstoffe werden miteinander kombiniert. Aktuell werden bereits klinische Studien durchgeführt, die zum Beispiel die Wirksamkeit einer Kombination aus Astrazeneca und Biontech überprüfen. Es ist möglich, dass damit auch die Wirksamkeit erhöht wird, da jeder Einzelimpfstoff zu einer etwas anderen Immunantwort führt. Die Ergebnisse der Studien müssen noch abgewartet werden.

Entwicklung neuer Impfstoffe

Obwohl die Vakzine auch eine Wirksamkeit bei den meisten vorhandenen Varianten zeigen, kann es durchaus sein, dass irgendwann tatsächlich neue Impfstoffe nötig werden. An diesem Thema wird in den Laboren aktuell schon gearbeitet. Im Prinzip muss nur die Information für das mutierte Spikeprotein in das bereits vorhandene Impfstoffkonstrukt integriert werden – damit wird die Entwicklung des Impfstoffes enorm verkürzt und kann innerhalb von sechs Wochen abgeschlossen sein. Dann muss noch die klinische Phase-3-Studie durchgeführt werden. Auf diese Weise könnte ein neuer Impfstoff innerhalb von knapp einem halben Jahr auf den Markt gebracht werden.

Das US-Unternehmen Moderna setzt auf gleich mehrere Strategien, um den Virusvarianten zu begegnen: So hat man bereits einen modifizierten Booster des bestehenden mRNA-Impfstoffs entwickelt, der auf der südafrikanischen Variante basiert. Grundsätzlich lassen sich mRNA-Impfstoffe schneller als andere Vakzine an mutierte Viren anpassen, weil in erster Linie nur die „Buchstabenfolge“ der RNA geändert werden muss. 

jb

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