FINANZSKANDAL EICHSTÄTT

Wo die Weihe nicht hilft

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Claudia MöllersSie erreichen die Autorin unterClaudia.Moellers@ovb.net

Die Kirche und das liebe Geld, das ist ein schwieriges Kapitel.

Papst Franziskus kann ein Lied davon singen, musste er doch einen Wirtschaftsrat einberufen, um die Finanzen zu ordnen, schwarze Kassen aufzudecken und für die Zukunft zu verhindern. Auch in Deutschland gab es immer wieder unschöne Geschichten um den schnöden Mammon – seien es im Jahr 2013 das luxuriöse Bischofshaus von Limburg, hinterzogene Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung im Bistum Freiburg oder jüngst das Finanzdebakel im überschuldeten Erzbistum Hamburg, wo kirchliche Schulen geschlossen werden müssen.

Dass nun im Bistum Eichstätt ein handfester Finanzskandal ans Licht gekommen ist, bei dem offenbar der stellvertretende Finanzdirektor mit einem Komplizen die Kirche um 60 Millionen Dollar (rund 48 Millionen Euro) gebracht haben soll, ist Wasser auf die Mühlen derjenigen, die meinen, dass die Kirche hierzulande zu reich ist. Nun ist das Bistum Eichstätt kein Täter, sondern Opfer eines ehemaligen Angestellten mit krimineller Energie, der an einem ahnungslosen geistlichen Chef vorbei seine illegalen Geschäfte machen konnte. Der Bischof von Eichstätt muss teures Lehrgeld zahlen, weil er einem ungeeigneten Geistlichen die Hoheit über die Finanzen übertragen hat, der die Taten seines Stellvertreters nicht durchschaute. Erst externe Experten kamen ihm auf die Schliche. Wann endlich lernt man auch im letzten Bistum, dass man Experten an die Schaltstellen setzen muss? Wenn’s um Geld geht, sind vertrauenswürdige Spezialisten gefragt. Die Weihe zählt hier gar nichts.

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