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100-Millionen-Euro-Investition bei Tittmoning?

Söder gibt „grundsätzliches Go“ für Salzach-Wasserkraft: „Ein Leuchtturm- und Pionierprojekt“

Wasserkraft an der Salzach? Traunsteins Landrat Siegfried Walch (mitte) und Ministerpräsident Markus Söder (rechts) in Tittmoning.
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Traunsteins Landrat Siegfried Walch (mitte) und Ministerpräsident Markus Söder (rechts) am Montag auf der Grenzbrücke bei Tittmoning.
  • Xaver Eichstädter
    VonXaver Eichstädter
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Vom Bürgermeister bis zum Ministerpräsident ist man sich einig: die Salzach soll für Wasserkraft genutzt werden. Von Strom für 30.000 Haushalte ist die Rede - trotzdem formierten sich am Montag in Tittmoning auch Gegendemonstranten.

Tittmoning/Fridolfing - Noch fließt das Wasser der Salzach, wo sie den Grenzfluss zwischen Bayern und Österreich bildet, ungenutzt - aber am Montag (10. Oktober) hat auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Tittmoning noch einmal sein „grundsätzliches Go“ gegeben: ein Wasserkraftwerk soll gebaut werden. Mit der österreichischen Verbund AG gäbe es bereits einen Investor. Geschäftsführer Karl Heinz Gruber stellte die Pläne vor: „Wir stehen bereit und sehen Markus Söder als einen unserer Unterstützer.“

Wasserkraft an der Salzach: Söder gibt „grundsätzliches Go“

Wir müssen nicht nur von Russland unabhängig werden, sondern auch vom Norden“, so Söder. Er sieht in einem Wasserkraftwerk an der Salzach ein „Leuchtturm- und Pionierprojekt“ - denn gleichzeitig zum Bau des Kraftwerks solle die Salzach im Tittmoninger Becken auch ökologisch aufgewertet werden. Weil sich der Fluss immer tiefer in sein Bett gräbt, soll er viel mehr Platz in der Breite bekommen und dadurch langsamer werden. Nördlich von Tittmoning läuft diese Renaturierung bereits. Niemand wolle „ein Kraftwerk aus dem Nichts“ errichten, so der Ministerpräsident.

Ins gesamte Projekt könnten 100 Millionen Euro fließen, ließ Karl Heinz Gruber von der Verbund AG durchblicken - 60 Millionen davon allein fürs Wasserkraftwerk. Das Kraftwerk würde in eine Rampe eingebaut, die unter Wasser liegen würde. „Die Strommodule lägen unterirdisch, es gäbe eine Bootsrampe sowie Auf- und Abstiege für die Fische“, so Gruber. Nach der mitgebrachten Visualisierung könnte das Wasserkraftwerk auf Höhe Untergeisenfelden bei Fridolfing gebaut werden.

Beim Vor-Ort-Termin auf der Grenzbrücke bei Tittmoning.

„Alle Gemeinden beiderseits der Salzach stehen hinter dem Projekt“, so Tittmonings Bürgermeister Andreas Bratzdrum (CSU). Aktuell gibt es aber noch keinen offiziellen Beschluss der bayerischen und österreichischen Landesregierungen zum Bau des Salzach-Wasserkraftwerks. Auch ein Zeithorizont lässt sich demnach noch nicht ausmachen. Laut Landtagsabgeordneter Michaela Kaniber (CSU) könnte das Kraftwerk aber umgerechnet rund 30.000 Haushalte mit Strom versorgen.

Völlig unwidersprochen blieben Söder & Co. aber nicht: „Hände weg von der Salzach“, hieß es auf Plakaten einiger Gegendemonstranten. Auch „Ja zur Natur, nein zu Kraftwerken“ war auf einem Banner zu lesen, das augenscheinlich vom Bund Naturschutz, der Stadt Burghausen oder auch dem WWF unterstützt wurde. Eines ihrer Argumente: die Salzach führe die meiste Zeit des Jahres zu wenig Wasser, um ein Kraftwerk rentabel speisen zu können. Söder sprach davon, dass „andere noch überzeugt werden müssen“, Kaniber dagegen sah im Widerstand ein „extrem militantes“ Vorgehen.

Auch Widerstand gegen ein Wasserkraftwerk an der Salzach formierte sich.

xe

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