Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.


Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Burghauser Neustadt

Zu wenig Parkplätze? Was Gewerbe und Eigentümer zur Umgestaltung der Neustadt sagen

Der Zulauf von Burghausern war groß: Der Bürgerbeteiligungsprozess regte zur Diskussion und zu Ideen an.
+
Viele Ideen und viele Gespräche entstanden an den drei Tischen.
  • Daniela Haindl
    VonDaniela Haindl
    schließen

Drei Tage Bürgerbeteiligung, drei Tage voller Ideen: Am ersten Tag waren alle Burghauser geladen, am zweiten und dritten Tag kamen Immobilieneigentümer und Gewerbe zur Sprache. Deren Ideen und Einwände im Überblick.

Burghausen – Rund 220 Burghauser kamen am 15. November ins Bürgerhaus, um an der Bürgerbeteiligung zur Neugestaltung der Marktler- und Robert-Koch-Straße teilzunehmen. Der 16. und 17. November waren schon weniger gut besucht: Von 140 geladenen Eigentümern und 300 Gewerbetreibenden aus den betroffenen Straßen nahmen jeweils rund 60 Betroffene teil. Aber auch wenn das den Burghausern wenig erscheinen mag: Marie-Theres Okresek vom Planungsbüro Bauchplan zeigte sich begeistert von dem großen Interesse der Bürger für ihre Stadt. In vielen anderen Beteiligungsprozessen, sei laut Okresek der Zulauf geringer ausgefallen.

Fernwärme und Salzachzentrum geben Tempo vor

„Wir wollen die Neustadt so umbauen, dass es 30 bis 50 Jahre hält“, sagte Erster Bürgermeister Schneider. „Es ist ein Projekt, das man nicht in aller Schnelle durchzieht.“ Schneider sei innerlich zutiefst überzeugt, dass Burghausen Fernwärme brauche, Gespräche mit Halsbach und der Wacker Chemie seien bereits am Laufen. „Die Sache muss in den nächsten fünf Jahren umgesetzt werden“, ist Schneider überzeugt. Auch, wie es mit dem Salzachzentrum weitergeht spiele für die Umsetzungsgeschwindigkeit der Neustadt-Umgestaltung eine große Rolle. „Wir haben einen Teil des Salzachzentrum-Areals an die VRBank verkauft und die ist gerade in den Vorbereitungen. Ich denke und hoffe, dass wir noch heuer erfahren, wie es dort weitergeht“, so Schneider.

Großer Zulauf und viele interessante Diskussionen: Neugestaltungsprozess der Neustadt startet

Die Burghauser Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus war ein großer Erfolg.
Die Burghauser Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus war ein großer Erfolg.
Die Burghauser Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus war ein großer Erfolg.
Die Burghauser Bürgerbeteiligung im Bürgerhaus war ein großer Erfolg.
Großer Zulauf und viele interessante Diskussionen: Neugestaltungsprozess der Neustadt startet

Gesetzt den Fall, dass die Pläne für das Salzachzentrum wahr werden, wird es eine weitere große Tiefgarage unter dem Areal geben. Dazu eine passende Zufahrt an der Marktler Straße. Wie schon beim ersten Beteiligungstag angesprochen, spiele dieser Fakt eine große Rolle. Die meisten oberirdischen Parkplätze sollen dann nämlich in die Tiefgarage wandern, während die Marktler Straße teils verengt und mit durchgängigen Radwegen ausgestattet werden. Die Bäume sollen verdoppelt und auch der Berliner Platz deutlich grüner und mit einer Sitztribüne aufgehübscht werden. Laut den Plänen von Bauchplan ensteht so ein „Mobility Hub am Bahnhof und ein Klimaboulevard in der Marktler Straße.

„Points of Emotion“: Stadtgeograf zur Entwicklung des Handels

Für den 17. November war auch Professor Dr. Joachim Vossen für einen Vortrag geladen. Der Wirtschafts- und Stadtgeograf beschäftigt sich in Forschung und Praxis mit Stadtmarketing und Geschäftsmanagement. Er kenne aber auch die Probleme und Nöte der Praxis, betonte er. „Für die Jugend ist laut Umfrageergebnissen das Auto kein Statussymbol mehr“, hob Dr. Vossen gleich zu Beginn hervor. Das Erfolgsbeispiel vom verkehrsfreien Münchner Marienplatz erregte jedoch leises Murren im Saal. Vossen entgegenete, dass der Einzelhandel schon zu oft totgeredet worden sei: „In den 70er Jahren führten auch die ersten Fußgängerzonen zu einem Aufschrei. Aber man muss am Ball bleiben.“ Vor allem nach Corona würden sich die Leute nach Erlebnissen in Innenstädten sehnen, während das Internet künftig „ein wenig ausgelutschter sein könnte.“ Dr. Vossen betonte, dass sich Stadtnutzer nach magischen Orten mit tiefer Bedeutung sehnen würden: Aus „Points of Sale“ würden „Points of Emotion.“ Und dieser Entwicklung sollte der Handel entgegenkommen.

Reizthema Parkplätze

Das Verschwinden von Parkplätzen aus der Marktler Straße erregte allerdings bereits am ersten Beteiligungstag Ärger. Auch bei Eigentümern und Gewerbetreibenden stellte sich der Punkt als Reizthema heraus. Vor allem die Angst, dass kleine Nebenstraßen noch „zugeparkter“ werden könnten erregte Sorge. Die Gewerbetreibenden betonten die Wichtigkeit einer ausreichenden Menge an Kurzzeitparkplätzen für Kunden und Langzeitparkplätzen für Anwohner und Angestellte. Weil die Marktler Straße die Längsachse durch die Stadt sei, befürchteten Manche, dass Burghausen durch eine Verengung der Fahrbahn im übertragenen Sinn die Luft ausgehe. Der Durchgangsverkehr sei auch für den Verkehr Richtung Altstadt wichtig – und eine Alternative gebe es ja keine.

Neben wenig Kritik wurden auch sehr viele konstruktive Ideen geliefert – und manchem Teilnehmer war das Planungsareal sogar nicht groß genug. Nun sollen alle eingereichten Ideen und Vorschläge vom Büro Bauchplan ausgewertet und in die Planung miteingeschlossen werden. Im Januar wird das Ergebnis dann dem Burghauser Stadtrat vorgestellt.

Manchen war es nicht genug neu geplant.

Mehr zum Thema

Kommentare