Waldkauz Ulrich liebt es, andere zu erschrecken.

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Waldkauz Ulrich liebt es, andere zu erschrecken. Umso mehr wunderten wir Enten uns, dass er selbst nicht frei von Ängsten ist.

Eine Sache schien ihn geradezu in Panik zu versetzen: dass jemand jetzt, zwischen den Jahren, Wäsche wäscht und vielleicht noch gar draußen auf die Leine hängt. Wir Enten haben zwar normalerweise keine Schmutzwäsche. Doch bei unserem Weihnachtsessen haben wir ein Tischtuch unter dem Christbaum ausgebreitet. Waschbär Waldemar hatte es im Dorf stibitzt. Auf das Tuch haben wir dann unsere Leckereien ausgebreitet – und jetzt war es eben voller Flecken. „Kommt, lasst es uns im See waschen“, quakte meine Freundin Agnes. Doch Ulrich hielt uns zurück. „Doch nicht jetzt, zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag. Da sind doch die Raunächte“, krächzte Ulrich. „Da darf man keine Wäsche waschen.“ Tatsächlich habe ich schon von Zweibeinern gehört, die glauben, dass das Unglück bringt. „Das kommt daher, dass die Menschen früher glaubten, dass böse Geister in den Raunächten ihr Unwesen treiben.“ Hängt man dann Wäsche zum Trocknen auf, können diese Geister hineinschlüpfen – und die Seele des Besitzers mitnehmen. Daran glaubt heute kaum noch einer. Und wir Enten schon gar nicht. Eure Paula

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