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Hitzewelle im Anmarsch

Brennende Wälder und Felder: 80 Kinder in Bayern aus Klettergarten gerettet

Waldbrand in Unterfranken
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Einsatzkräfte der Feuerwehr löschen einen Waldbrand in Unterfranken.
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  • Sebastian Aicher
    Sebastian Aicher
  • M. Cihad Kökten
    M. Cihad Kökten
  • Martin Weidner
    Martin Weidner

München/Landkreis – Bayern steuert auf die bislang heißesten Tage des Jahres zu. Am Untermain könnte das Thermometer am Dienstag sogar auf bis zu 38 Grad klettern. Aufgrund anhaltend hoher Waldbrandgefahr hat die Regierung nun weiterhin die Luftbeobachtung für ganz Oberbayern angeordnet.

Update, 19 Uhr - 80 Kinder in Bayern aus Klettergarten gerettet

Aufgrund der langen Trockenheit und der anhaltend hohen Temperaturen mussten die Feuerwehren in Teilen Bayerns bereits zu mehreren Bränden in Wäldern und auf Feldern ausrücken. Am Montag waren die Feuerwehren in Unterfranken bereits zu mehreren Bränden in Wälder und auf Felder aus. Mehrere Feuerwehrleute wurden verletzt.

In Geiselwind (Landkreis Kitzingen) mussten 80 Kinder aus einem Klettergarten gerettet werden. Grund war, dass drei angrenzende Felder aus zunächst unbekanntem Grund in Flammen aufgegangen waren. Die Löscharbeiten dauerten zweieinhalb Stunden, die Kinder blieben unverletzt.

Bei Mespelbrunn (Landkreis Aschaffenburg) brannte ein Wald nahe dem berühmten dortigen Wasserschloss. Wie die Feuerwehr berichtete, kämpften Wehren aus mehreren Orten gegen den Brand auf etwa 2000 Quadratmetern. Ein Landwirt stellte ein 3000 Liter Güllefass für das Löschwasser zur Verfügung und ein Bauunternehmen einen Tanklaster mit 10.000 Litern Fassungsvermögen. So konnten die Flammen letztlich gelöscht werden.

Nach Amorbach im Landkreis Miltenberg wurden zu zwei brennenden Stellen im Wald neben der Feuerwehr auch zwei Polizeihubschrauber gerufen, die beim Löschen helfen sollten. Nach Angaben von Landrat Jens Marco Scherf war das Ausmaß der Zerstörung zunächst unklar.

In Donnersdorf (Landkreis Schweinfurt) qualmte laut Polizei ein Mähdrescher auf einem Feld, im 45 Kilometer entfernten Wasserlosen brannte ein abgemähtes Weizenfeld. Bereits in der vergangenen Woche war es mehrfach zu solchen Flächenbränden in Bayern gekommen.

Im Freistaat herrscht in den kommenden Tagen weiter eine hohe Waldbrandgefahr - Stufe 4 und 5 und damit die zweithöchste und höchste auf der Skala werden für weite Teile erwartet. Teilweise ordneten die Bezirksregierungen Beobachtungsflüge an, um Feuer frühzeitig aus der Luft zu entdecken.

Update, 14.32 Uhr - Feuerwehren in Teilen Bayerns wegen brennenden Wäldern und Feldern im Einsatz

Aufgrund der langen Trockenheit und der anhaltend hohen Temperaturen mussten die Feuerwehren in Teilen Bayerns bereits zu mehreren Bränden in Wäldern und auf Feldern ausrücken. Im Landkreis Aschaffenburg kämpften beispielsweise die Einsatzkräfte nahe dem Wasserschloss gegen ein Feuer. Der Brand auf etwa 800 Quadratmetern ist Polizeiangaben zufolge unter Kontrolle, die Ursache derzeit noch unbekannt.

Im Landkreis Miltenberg unterstützten zwei Polizeihubschrauber die Arbeit der Feuerwehr aus der Luft. In einem Waldstück brannte es dort gleich an zwei Stellen. Nach Angaben von Landrat Jens Marco Scherf war das Ausmaß der Zerstörung zunächst noch unklar.

In Wasserlosen und Kitzingen brannte am Montag (18. Juni) jeweils ein Feld, hier konnten die örtlichen Feuerwehren die Flammen allerdings schnell eindämmen und so größere Schäden verhindern.

Update, 13 Uhr - Wegen Waldbrandgefahr: Regierung ordnet Luftbeobachtung für ganz Oberbayern an

„Wegen anhaltend hoher Waldbrandgefahr hat die Regierung von Oberbayern vorerst bis einschließlich Mittwoch (20. Juli) weiterhin die Luftbeobachtung für alle oberbayerischen Landkreise angeordnet“, heißt es in einer Pressemitteilung, die am Montag (18. Juli) herausgegeben wurde. Gemeinsam mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ingolstadt-Pfaffenhofen a.d. Ilm, das insoweit für ganz Oberbayern zuständig ist, sei die Abstimmung erfolgt.

Die Flieger starten von den Stützpunkten Eichstätt, Pfaffenhofen a.d. Ilm, Oberpfaffenhofen (STA), Königsdorf (TÖL), Erding, Mühldorf a. Inn sowie Ohlstadt (GAP) sollen die Flieger starten. Von dort aus erreichen sie dann gefährdete Wälder in den betroffenen Gebieten. Die Beobachtungsflüge sollen demnach jeweils am Nachmittag stattfinden.

Aufgrund zunehmender Trockenheit weist der allgemeine Waldbrandgefahren-Index für weite Bereiche Oberbayerns aktuell eine hohe Waldbrandgefahr aus. Entsprechen seien Wälder auf leichten sandigen Standorten mit geringem Bewuchs, sonnige Waldlichtungen und Waldränder ganz speziell gefährdet.

Die Regierung von Oberbayern spricht im weiteren Verlauf die innige Bitte aus, im Wald oder in einer Entfernung von weniger als 100 Metern davon:

  • Kein Feuer oder offenes Licht anzuzünden oder zu betreiben,

    keine offenen Feuerstätten zu errichten oder zu betreiben,

    keine Bodendecken abzubrennen und keine Pflanzen oder Pflanzenreste flächenweise abzusengen,
  • keine brennenden oder glimmenden Sachen wegzuwerfen und nicht zu rauchen.

Die obengenannten Punkte gelten auch für Waldbesitzer, Jäger und alle Personen, die mit Waldarbeiten beschäftigt sind.

Wieso Luftbeobachtung?

Die Luftbeobachtung dient als eine vorbeugende Maßnahme der Waldbrandbekämpfung. Die tatsächlichen Einsatzkosten für Einsätze der Luftbeobachtung im Katastrophenschutz trägt die Regierung von Oberbayern aus Mitteln des Katastrophenschutzfonds.

Wiederum die ehrenamtlichen Piloten werden von der Flugbereitschaft Oberbayern der Luftrettungsstaffel Bayern e. V. gestellt. Bei den ausgebildeten amtlichen Luftbeobachtern handelt es sich in der Regel um Bedienstete der Katastrophenschutzbehörden oder Forstbehörden vor Ort.

Erstmeldung, Montag (18. Juli)

Auch in anderen Landesteilen werde es ab Montag mit Werten über 30 Grad vielerorts sehr heiß, sagte Dominik Smieskol vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in München. Für Badegäste und Sonnenanbeter ist das eine Freude, für andere eine Qual und mitunter sogar eine Gefahr. „Bei großer Hitze sind Schwindel, Übelkeit, Kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen typische Beschwerden“, warnte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU).

Die befürchtete Extremhitze wird nach Einschätzung Smieskols in Bayern in den kommenden Tagen ausbleiben. Für Rekorde von 40 Grad werde es wohl nicht reichen, auch wenn die Temperaturen in die Nähe dieser Marke kommen könnten. Die Hitzewelle steuert dem DWD zufolge am Dienstag erst im Westen auf einen Höhepunkt zu, am Mittwoch dann im Osten Bayerns. Heiß soll es aber überall bleiben.

Das Ministerium hat im Internet Tipps zusammengestellt, wie sich die Hitze gut überstehen lässt, etwa durch das Abdunkeln der Wohnung. Wichtig auch: Viel Trinken, allerdings nicht unbedingt die eiskalte Cola: „An heißen Tagen gilt: Generell sollte die Flüssigkeit weder sehr kalt noch sehr heiß sein.“ Beim Essen sei leichte Kost sinnvoll, etwa Salate, Gemüse oder Obst, das viel Wasser enthält. Und alles, bloß keinen Stress. „Wenn möglich, halten Sie eine Mittagsruhe.“

Heftige Brände in Südeuropa

Derweil soll es auch in weiten Teilen Südeuropas heiß bleiben. In Westfrankreich gilt die höchste Hitzewarnstufe, Italien rechnet mit einer erneuten Hitzeperiode. Mit der anhaltenden trockenen Hitze und heftigen Winden setzt sich südlich von Bordeaux der erbitterte Kampf gegen zwei große Waldbrände fort. Am Sonntagnachmittag (17. Juli) verschlimmerte sich die Lage. Der Brand bei Teste-de-Buch erreichte das Meer und flammte von dort gen Süden. Wechselnde Winde ließen den Waldbrand bei Landiras wachsen. Bisher verbrannten knapp 13.000 Hektar Land in der Gegend. Mehr als 16.000 Menschen mussten ihre Bleibe zur Sicherheit verlassen.

Neben immer wieder aufflammenden Waldbränden macht Italien auch der ausbleibende Regen zu schaffen. Der Bauernverband Coldiretti warnte am Sonntag vor Ernteverlusten von gebietsweise bis zu 70 Prozent. Obst und Gemüse verbrenne auf den Feldern, hieß es in einer Mitteilung. Betroffen seien Sorten von Paprika bis zu Melonen, Aprikosen, Tomaten und Auberginen. Auf Sizilien und Sardinien hoben die Behörden die Waldbrand-Warnstufen in manchen Teilen der Inseln erneut an. Auf Sizilien gilt örtlich bereits die höchste Stufe drei.

Auch die griechische Feuerwehr schätzt das Risiko für Waldbrände in vielen Landesteilen weiterhin als „sehr hoch“ ein. Am Montag seien vor allem die Region Attika mit der Hauptstadt Athen sowie die Inseln Euböa, Kreta, Lesbos und Samos und der Nordosten der Halbinsel Peloponnes betroffen. Schwierigkeiten bereiten vor allem die teils starken Winde, die in der Ägäis wehen - sie können ein fast ersticktes Feuer im Nu wieder anheizen und vorantreiben. Einziger kleiner Lichtblick: Immerhin soll es in Spanien und Portugal in den nächsten Tagen wohl etwas erträglicher werden...

mw (mit Material von dpa)

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